Amputationsverletzung

Eine Amputationsverletzung ist für Betroffene wie Betrachter in aller Regel eine schockierende Situation. Dennoch ist nun schnelle Hilfe gefragt.

Definition

Mann im Rollstuhl

Eine Amputationsverletzung entsteht, wenn durch einen Unfall eine Gliedmaße abgetrennt wird. Typisch sind Amputationsverletzungen bei Arbeitsunfällen, wenn beispielsweise ein Finger in eine Kreissäge gerät oder durch ein Messer abgetrennt wird. Nicht selten sind Amputationsverletzungen auch bei Verkehrsunfällen, wenn Beine, Arme oder kleinere Gliedmaßen durch die Wucht eines Aufpralls oder umherfliegende Trümmer vom Körper getrennt werden. Auch der Verlust von Hautteilen oder Zähnen wird zu den Amputationsverletzungen gezählt. Der Begriff Amputation leitet sich vom lateinischen Wort „amputare“ für wegschneiden ab.

Behandlung

Prinzipiell können Amputationsverletzungen mit sehr gutem Erfolg chirurgisch behandelt werden. Bei dem Eingriff werden abgetrennte Gliedmaßen nicht nur einfach wieder angenäht. Vielmehr werden beispielsweise auch die Blutgefäße und Nervenbahnen so weit wie irgend möglich wieder hergestellt. Damit das allerdings möglich wird, sollte die Zeit zwischen Amputation und chirurgischer Behandlung so kurz wie möglich sein. Zudem ist von entscheidender Bedeutung, dass das abgetrennte Körperteil so gut wie möglich erhalten ist.

Bei kleinen Amputationsverletzungen wie dem teilweisen Verlust einer Fingerkuppe oder bei Hautschädigungen wird das Amputat in aller Regel nicht transplantiert. Fingerkuppen etwa werden mit Verfahren der plastischen Chirurgie neu modelliert. Bei Hautverletzungen lässt sich das amputierte Körpergewebe in der Regel gar nicht sichern. Dann wird bei der OP intakte Haut aus einem Körperbereich transplantiert oder gezüchteten Hautzellen zur Versorgung der Amputationsverletzung verwendet.

An die Transplantations-OP schließen sich eine medikamentöse Therapie zur Vermeidung von Komplikationen sowie meist eine physiotherapeutische Behandlung an.

Notfallmaßnahmen bei Amputationsverletzung

Amputationen gehen immer mit einer mehr oder minder stark blutenden Wunde einher. Die wichtigste Erste-Hilfe-Notfallmaßnahme (nach der Verständigung des Rettungsdienstes) besteht daher darin, die Blutung zu stoppen. Dafür ist in aller Regel ein Druckverband das Mittel der Wahl. Mit dem Druckverband wird verhindert, dass Blut aus den aufgerissenen Blutgefäßen verloren geht.

Bei geringen Blutungen ist es ausreichend, die verletzte Körperstelle mit einer sterilen Wundkompresse abzudecken. Eine sterile Wundabdeckung sollte ebenso vor dem Anlegen eines Druckverbandes bei stark blutenden Wunden aufgelegt werden. Auf keinen Fall darf die Wunde gereinigt, desinfiziert oder mit Eis oder Eisspray gekühlt werden, weil das Gewebe dadurch irreparabel geschädigt werden kann.

Amputate richtig sicherstellen und verwahren

Abgetrennte Körperteile sollten zunächst so schnell wie möglich sichergestellt werden und in einer keimfreien Verpackung aufgepackt werden. Dazu reicht im Zweifel eine keimfreie Mullbinde aus dem Erste-Hilfe-Kasten. Noch besser ist es, wenn das Amputat in einem keimfreien wasserdichten Beutel aufbewahrt wird. Diesen Beutel sollte idealerweise in einem Behälter mit kaltem Wasser aufbewahrt werden. Auf keinen Fall sollten Sie abgetrennte Gliedmaßen mit Eis kühlen, abwaschen oder auf andere Art und Weise säubern.

Krankheitsverlauf

Eine individuelle Prognose über den Behandlungserfolg nach Amputationsverletzungen ist an dieser Stelle nicht möglich. Der Behandlungserfolg hängt vor allem von der Schwere der Verletzung, dem Zeitfenster bis zur Behandlung und dem Zustand des Amputates ab. Generell lässt sich aber sagen, dass die meisten Amputationsverletzungen bei fachgerechter Therapie bis zu 6 Wochen nach dem Unfall verheilt sind. Sehr oft bleiben außer Narben keine Folgen zurück.

Vorbeugung

Amputationsverletzungen sind fast immer die Folge von Unfällen – und das nicht nur am Arbeitsplatz oder im Straßenverkehr. Sie können vorbeugen, indem Sie beispielsweise auch bei der Haus- und Gartenarbeit die Bedienungsanleitungen von potenziell gefährlichen Geräten sorgsam lesen und die Sicherheitshinweise beachten.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.07.2017

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