Anpassungsstörung

Was ist eine Anpassungsstörung? Lesen Sie mehr über Symptome, Ursachen und Therapie dieser psychischen Erkrankung.

Definition

Anpassungsstöung

Die Anpassungsstörung gehört zu den psychischen Erkrankungen. Anders als Burnout, Depression oder Angststörung ist der Begriff in der Öffentlichkeit allerdings nicht sehr populär. Das liegt möglicherweise daran, dass die Symptome der Anpassungsstörung vor allem denen von Depression und Angststörungen ähneln können.

Mit einfachen Worten lässt sich die Anpassungsstörung am besten als krankheitswertige Reaktion auf Schicksalsschläge beschreiben. Der Begriff krankheitswertig unterscheidet die Anpassungsstörung von normalen Reaktionen auf einschneidende Lebensereignisse wie Schock, Trauer oder Wut.

Wer beispielsweise einen geliebten Menschen verliert, wird über einen längeren Zeitraum trauern. Möglicherweise ziehen Trauernde sich zeitweise von Freunden zurück, ändern ihr Verhalten oder reagieren ungewohnt. Wer sein Kind bei einem Autounfall verliert, wird möglicherweise zunächst nicht mehr in ein Auto steigen wollen. Das sind normale Reaktionen ohne Krankheitswert.

Mit einiger Wahrscheinlichkeit krankheitswertige Reaktionen hingegen sind depressive Episoden, Angststörungen oder Drogenmissbrauch und Suizidgedanken. Wenn es zu solchen Symptomen kommt, kann die Ursache eine Anpassungsstörung sein.

Häufigkeit

Anpassungsstörungen gelten als vergleichsweise selten. Genaue Angaben zur Häufigkeit sind nur schwer zu erheben, weil die Diagnose zuweilen ohne hinreichende Zuverlässigkeit gestellt wird. Die Wahrscheinlichkeit, während des Lebens an einer Anpassungsstörung zu erkranken, liegt laut Studien bei weniger als 0,5 Prozent. Frauen sind etwa doppelt so oft betroffen wie Männer.

Symptome

Die Grenzen zwischen emotional gesunder Bewältigung eines Schicksalsschlages und einer beginnenden Anpassungsstörung sind fließend. Im Einzelfall kann die Diagnose nur durch einen erfahrenen Arzt oder Psychiater gestellt werden.

Für eine krankhafte Anpassungsstörung müssen mindestens zwei Kriterien erfüllt.

  • Das erste Kriterium ist formal: Demnach beginnen Anpassungsstörungen etwa 4 Wochen nach einem traumatisierenden Ereignis und sie dauern nicht länger nicht als 6 Monate an.
  • Das zweite Kriterium stellen psychische Symptome dar. Das sind vor allem depressive Reaktionen und Angstreaktionen. Die internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) beschreibt die Symptome von Anpassungsstörungen als  „Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten“.

Ursachen

Todesfälle und Trennungen sind häufige Auslöser von Anpassungsstörungen. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes, die Geburt eines Kindes, finanzielle Sorgen oder Gewalterfahrungen sowie Vernachlässigung im Kindes- und Jugendalter sind mögliche Ursachen. Unabhängig vom Anlass kommt es auch gar nicht darauf an, ob ein Vorfall tatsächlich bedrohlich oder schicksalhaft ist. Vielmehr ist von entscheidender Bedeutung, wie der oder die Betroffene das Erlebnis wahrnimmt und empfindet.

Behandlung

In der Behandlung der Anpassungsstörung haben sich psychotherapeutische Methoden wie die kognitive Verhaltenstherapie bewährt. Je nach Ausprägung der Symptome kommen weitere psychotherapeutische Methoden wie Soziotherapie oder Pyschoedukation in Betracht. Sport, Entspannungsverfahren und Ergotherapie sind weitere Bestandteile der nichtmedikamentösen Behandlung von Anpassungsstörungen. In der medikamentösen Therapie werden mitunter Antidepressiva angewendet.

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.11.2017

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