Blasenentzündung

Blasenentzündungen treffen meist Frauen - mit ständigem Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen. Zur Behandlung verordnet der Hausarzt fast immer Antibiotika – noch. Das könnte sich aber bald ändern. Neue Forschungsergebnisse zeigen: Zystitis heilt in zwei von drei Fällen ohne Gabe von Antibiotika. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Blasenentzündungen.

Synonyme

Zystitis

Definition

Blasenentzündung

Blasenentzündungen bezeichnen Mediziner als Zystitis. Sie zählen zu den Harnwegsinfekten. Typische Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang. Meist verlaufen Blasenentzündungen unkompliziert. Es sind aber auch komplizierte Verläufe mit Nierenbeckenentzündungen möglich. Blasenentzündungen betreffen vor allem Frauen, weil die verursachenden Keime durch die kurze weibliche Harnröhre leichter aufsteigen als bei Männern. In der Therapie von Zystitis setzt gegenwärtig ein Umdenken ein. Immer mehr Studien belegen, dass die bislang übliche Antibiotikatherapie nicht zwingend notwendig ist.

Symptome

Zu den typischen Symptomen von Blasenentzündungen zählt ständiger Harndrang mit geringen Harnmengen. Üblicherweise kommt es beim Wasserlassen zu brennenden Schmerzen. Manchmal ist der Harn bei einer Blasenentzündung getrübt oder blutig. Einige Betroffene leiden an Unterleibsschmerzen. Im ungünstigen Fall wandern die Keime von der Blase über die Harnleiter in die Niere und es kommt zu einer Nierenbeckenentzündung.

Wenn die Blasenentzündung von Schmerzen in der Rückengegend oder Fieber begleitet ist oder Sie Blut im Urin haben, sollten Sie zum Arzt gehen. Das gilt auch, wenn die Hausmittel gegen Blasenentzündung die Beschwerden nicht lindern.

Schwangere mit Blasenentzündungen sollten unverzüglich ihren Gynäkologen aufsuchen. Denn Blasenentzündungen können vorzeitige Wehen und so eine Früh- oder Fehlgeburt auslösen. Auch Kinder mit Blasenentzündungen gehören in ärztliche Behandlung.

Ursachen

Eine Blasenentzündung (Zystitis) ist eine meist bakterielle Erkrankung, die vor allem bei Frauen häufig ist. Sie zählt zu den Harnwegsinfektionen. Da die Harnröhre der Frau sehr viel kürzer ist als die des Mannes, kommt es leicht zum Aufsteigen von Keimen (oft Bakterien aus dem Darm) in die Blase. Eine Komplikation infolge der Blasenentzündung ist eine Nierenbeckenentzündung.

Die Bakterien gelangen in die Harnröhre durch:

  • falsche Analhygiene (immer von vorne nach hinten wischen, sonst besiedeln Escherichia-coli-Bakterien Harnröhre und Blase)
  • Geschlechtsverkehr
  • Ausfluss
  • Scheidenentzündungen
  • Störungen der Vaginalflora
  • parasitäre Darmerkrankungen, die mit Afterjucken einhergehen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Bestrahlungen (vor allem bei Krebstherapie).

Weitere Ursachen von Blasenentzündungen

  • Unterkühlung, etwa durch nasse Badekleidung oder kalte Füße
  • Harnstauung in der Blase bei Prostatavergrößerung, Nierensteinen oder während der Schwangerschaft
  • Anwendung von Kathetern (Einmal- oder Dauerkatheter)
  • unzureichender Wechsel von Inkontinenzmaterial
  • Auch eine geschwächte Immunabwehr kann zu ständig wiederkehrenden Blaseninfektionen führen.

Behandlung

In der medizinischen Praxis werden Blasenentzündungen seit vielen Jahren mit Antibiotika behandelt. Nicht selten verordnen Hausärzte Antibiotika schon bei entsprechendem Verdacht auf eine bakterielle Harnwegsinfektion. Und das entspricht auch den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften. Möglicherweise ändert sich das aber schon bald.

Antibiotika offenbar nicht zwingend notwendig

Mediziner der medizinischen Hochschulen in Göttingen und Hannover haben in einer Studie herausgefunden, dass Blasenentzündungen in zwei von drei Fällen ohne Gabe von Antibiotika heilen. Fast 500 Frauen mit Blasenentzündungen waren für die Studie untersucht worden: Eine Hälfte wurde mit Antibiotika behandelt, die andere lediglich mit dem Schmerzmittel Ibuprofen. Das überraschende Ergebnis in der Ibuprofen-Gruppe: Zwei Drittel der Frauen wurden gesund, ohne Antibiotika. Der wesentliche Unterschied bei den Therapie-Ergebnissen: Ohne Antibiotika ist die Krankheitsdauer etwa einen Tag länger (5,6 zu 4,6 Tage).

Die Forscher aus Göttingen und Hannover fassen ihr Ergebnis zusammen: In der Standardtherapie von Blasenentzündungen bei ansonsten gesunden Frauen könne man zunächst auf Antibiotika verzichten und es mit einer weniger eingreifenden Behandlung und Schmerzmitten versuchen. Bei Symptomen wie Fieber, seitlichen Schmerzen oder wenn sich die typischen Beschwerden nicht nach 3 bis 4 Tagen bessern sei ein Wechsel auf Antibiotika immer noch möglich – und angemessener als zu Behandlungsbeginn.

Hausmittel gegen Blasenentzündung

Ob eine Therapie mit Antibiotika oder Schmerzmitteln: Hausmittel gegen Blasenentzündung haben sich seit Jahrhunderten bewährt und unterstützen den Organismus bei der Heilung. Besonders wohltuend ist Wärme, ob durch Kleidung, Bettwärme, Wärmetherapie mit Rotlicht, Wärmebäder oder Fangopackungen.

Des Weiteren ist es hilfreich, wenn Sie sehr viel trinken, um die Blase gut durchzuspülen und die Keime auszuschwemmen. Besonders geeignet sind Nieren- und Blasentees, die desinfizierend (Bärentraubenblätter) und harntreibend (Schachtelhalmkraut oder Birkenblätter) wirken. Wer diese Tees nicht mag, kann die pflanzlichen Inhaltsstoffe auch in Form von Tabletten oder Tropfen einnehmen. Kaffee und schwarzer Tee reizen die Nieren und sollten vermieden werden. Und: Bei akuten Blasenentzündungen sollte der Geschlechtsverkehr unterbleiben.

Nicht verschreibungspflichtige Medikamente

Wenn Schmerzen oder Krämpfe mit den Hausmitteln nicht ausreichend zu lindern sind, können Sie kurzfristig auch zu krampflösenden Schmerztabletten oder -zäpfchen (beispielsweise mit Ibuprofen, Paracetamol oder Butylscopolamin) greifen. Vorzugsweise sollten Sie diese Medikamente aber nur nachts anwenden.

Unkomplizierte bakterielle Blasenentzündungen können Sie mit den pflanzlichen Wirkstoffen Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel bekämpfen. Methionin-haltige Medikamente hemmen das Bakterienwachstum in der Blase zusätzlich.

Prognose

In nahezu allen Fällen heilen Blasenentzündungen innerhalb von gut einer Woche aus.

Vorbeugung

Sie können Blasentzündungen vorbeugen, indem Sie immer ausreichend trinken. Etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag genügen, mehr ist jedoch nicht verkehrt. Halten Sie außerdem die Füße und die Blasen-Nieren-Gegend stets warm und trocken. Wenn Sie besonders empfindlich sind, leisten wärmende Nierengurte bei kühlen Temperaturen oder Motorradfahrten gute Dienste.

Intim- und Analhygiene

  • Um keine Darmkeime in die Scheide zu verschleppen, sollten Sie bei der Analhygiene das Toilettenpapier immer von vorne nach hinten benutzen.
  • Eine intakte Vaginalflora erschwert es den Bakterien, eine Blasenentzündung, Harnwegsinfektion oder Scheidenpilz zu verursachen. Verwenden Sie daher für die Intimhygiene keine aggressiven Seifen oder Intimsprays. Warmes Wasser und evtl. eine ph-neutrale Waschlotion sind völlig ausreichend.
  • Gehen Sie regelmäßig zur Toilette und entleeren Sie Ihre Blase vollständig. Zeit dafür sollten Sie sich auch bei größtem Stress nehmen.
  • Bevorzugen Sie Baumwollunterwäsche und verzichten Sie auf synthetische Textilien. Baumwolle ist atmungsaktiv und kann zudem bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Slips sollten außerdem nicht zu eng sitzen und den Schambereich nicht reizen.
  • Frauen, die zu Blasenentzündungen neigen, sollten als Verhütungsmittel eher Kondome als spermizide Cremes nehmen. Von einer Spirale wird bei häufigen Blasenentzündungen ganz abgeraten.
  • Und als letzten Tipp: Entleeren Sie nach dem Geschlechtsverkehr die Blase.

Autor: Charly Kahle

Stand: 11.11.2018

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