Burnout

Was ist das Burn-out-Syndrom, kurz Burnout, eigentlich genau? Selbst Experten tun sich schwer: Burnout gilt nach der internationalen Klassifikation für Diagnose weniger als Krankheit, sondern beschreibt vielmehr eine Lebenskrise mit totaler geistiger und körperlicher Erschöpfung.

Synonyme

Burn-out-Syndrom, Burnout, Burn-out

Definition

Burnout

„Burn out" ist englisch und heißt übersetzt „ausbrennen", man spricht auch davon, dass ein Mensch ausgebrannt ist. Wenn aus anfänglicher Begeisterung oder Freude über längere Zeit ein depressiv geprägtes Verhaltensmuster von Überforderung, Lustlosigkeit und sozialem Rückzug geworden ist. Burnout oder Burn-out-Syndrom gehen mit zahlreichen körperlichen Symptomen von Müdigkeit über Magen-Darmstörungen bis zu Herzbeschwerden einher. Aus dem Burnout entwickeln sich auch Depressionen, die bis zum Suizid führen können.

Häufigkeit

Die Bundeskammer der Psychotherapeuten hat die Angaben der großen Krankenkassen zur Diagnose Burnout ausgewertet. Das Ergebnis: Die Krankschreibungen wegen Burnouts sind seit 2004 stark gestiegen. Registrierten die Kassen 2004 noch durchschnittlich 0,67 Tage der Arbeitsunfähigkeit wegen Ausgebranntseins, waren es 2011 bereits 9,1 Tage. Das ist eine Steigerung um 1.350 Prozent.

Der volkswirtschaftliche Schaden durch Fehltage wegen Burnouts beträgt nach offiziellen Angaben der EU etwa 20 Milliarden Euro im Jahr.

Symptome

Die Symptome von Burnout sind sehr vielfältig. Typisch ist, dass sie nicht spontan oder abrupt auftreten, sondern sich eher schleichend entwickeln. Vor einem Burnout stehen die Betroffenen in aller Regel mit beiden Beinen engagiert im Leben. Zeit für Entspannung und Erholung scheinen sie nicht zu brauchen. Doch eines Tages ist Schluss damit, sie sind ausgebrannt.

Die private und/oder berufliche Überbeanspruchung geht über in gemütsmäßige und körperliche Erschöpfung, innere Distanzierung und schließlich umfassenden Leistungsabfall. Die Zeiten, um sich zu erholen, werden immer länger. Reichte früher ein halber Sonntag, um sich zu regenerieren, genügt jetzt nicht mal mehr das gesamte Wochenende. Oft nehmen Betroffene anfangs Urlaubstage, um wieder leistungsfähig zu werden und Kraft tanken zu können – doch auch das reicht bald nicht mehr aus.

Körperliche Symptome von Burnout

Burnout kann sogar zu körperlichen Beschwerden führen. Jedoch findet der Arzt keine Ursache für die Symptome. Dann sprechen Mediziner von psychosomatischen Reaktionen. Dazu gehören unter anderem Herz-Kreislauf-Probleme mit Schwindel und Herzstolpern, Magen-Darm-Störungen (wie Blähungen, Durchfall), Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafstörungen sowie Tinnitus oder Hörsturz. Weitere Symptome des Burnouts sind Verspannungen, Bandscheibenvorfälle und Abwehrschwäche. Unbehandelt führt das Burnout-Syndrom viele Betroffene in Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit - mitunter sogar in den Selbstmord.

Warnzeichen für Burnout

Burnout entsteht nicht von heute auf morgen. Hier sind einige Warnzeichen für Burnout:

  • Erschöpfung: Die Betroffenen fühlen sich allzeit müde und matt. Die Müdigkeit wird in Fachkreisen auch als Tagesmüdigkeit oder Fatigue-Syndrom (FS) bezeichnet. Das FS ist nicht zu verwechseln mit dem Chronic Fatigue Syndrom, das ähnlich erscheint, aber eine eigenständige Krankheit ist.
  • Die Belastbarkeit nimmt rapide ab, die Stimmungsschwankungen nehmen zu.
  • Eine zunehmende Infektanfälligkeit mit meist banalen Erkältungen und Grippeinfekten kann auf Abwehrschwäche, aber auch auf Stress, Depressionen oder eben Burnout hinweisen.
  • Rasche Erschöpfbarkeit und Kraftlosigkeit können ein weiteres Warnzeichen für Burnout sein. Das gilt vor allem, wenn Sie trotz Erschöpfung innerlich unruhig, nervös und gespannt sind sowie mitunter reizbar und gelegentlich aggressiv reagieren.
  • Eine herabgesetzte Frustrationstoleranz kann ebenfalls auf Burnout hindeuten. Anzeichen hierfür sind leichte Kränkbarkeit, Niedergeschlagenheit und eine zunehmend pessimistische Weltsicht, die alles schwer nimmt.
  • Bislang unbekannte Minderwertigkeits- und Versagensgefühle sind ein weiteres Warnzeichen für Burnout.
  • Körperliche Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Störungen, Magen-Darm-Probleme, Ohrgeräusche, Rückenschmerzen, Migräne, Schlafstörungen oder Depression können ebenfalls mit dem Burn-out-Syndrom zusammenhängen.
  • Ein klares Warnzeichen für Überforderung und die Gefahr eines Burnouts ist ein verstärktes Bedürfnis nach Aufputschmitteln (legal oder illegal).

Ursachen

Mit Burnout reagiert der Organismus allem Anschein nach auf eine langfristige Überforderung. Aus bislang unbekannter Ursache sind die Betroffenen dem einstmals stimulierendem Stress nicht mehr gewachsen. Experten vermuten, dass der Hirnstoffwechsel auf das jahrelange Feuerwerk der Stresshormone mit Burnout reagiert.

Auf der Verhaltensebene lässt sich erklären, wie Burnout-Betroffene in den Teufelskreis von Leistungsbereitschaft und Überforderung gelangen. Gleichgültig, ob im Privat- oder im Berufsleben: Wer bei der Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten immer „Hier" ruft, hat irgendwann mehr Arbeit, als leistbar ist. Und das führt dazu, dass die körperlichen und emotionalen Ressourcen früher oder später erschöpft sind. Wenn es jetzt keine Strategie gibt, die Batterien wieder aufzuladen, ist das Burnout programmiert. 

Was führt in den Burnout?

  • hohe Arbeitsbelastung, schlechte Arbeitsbedingungen, Termin- und Zeitdruck
  • unpersönliches, bedrückendes Arbeitsklima, Mobbing, schlechte Kommunikation
  • wachsende Verantwortung, mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte
  • Nacht- und Schichtarbeit
  • ständige organisatorische Umstellungen
  • wachsende Komplexität und Unüberschaubarkeit der Arbeitsabläufe
  • Angst vor Arbeitsplatzverlust, mangelnde Anerkennung
  • Überforderung in Lebenssituationen wie Trennung oder Familienzuwachs
  • Pflege von kranken Angehörigen.

Es gibt einige Burn-out-Symptome, bei denen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen sollten, um die Ursachen zu klären und die Beschwerden zu behandeln. Das sind beispielsweise:

  • körperliche Symptome wie Herz-Kreislauf-Störungen, Ohrgeräusche, Rückenschmerzen und Migräne.
  • depressive Verstimmungen, Depression und Suizidgefahr.

Behandlung

Gegen Burnout gibt es keine allgemeingültige Standardtherapie. Vielmehr ist die Burnout-Therapie ein Prozess, der individuell auf die Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt sein sollte. Da viele Menschen erst dann zum Arzt oder Psychologen gehen, wenn sie weder ein noch aus wissen, steht am Beginn der Behandlung häufig, den Lebensmut zu stärken und die körperlichen Symptome zu lindern. Erst nach dieser ersten Phase der persönlichen Festigung (Konsolidierung) und Entspannung folgt eine Auseinandersetzung mit den Ursachen des Burnouts. Diese Auseinandersetzung ist notwendig, um die Verhaltensweisen und Umstände zu ändern, die zum Ausgebranntsein geführt haben.

Ziel der Burnout-Therapie ist es, die persönlichen Ressourcen wieder zu stärken und einen neuen Umgang mit Anforderungen zu erlernen. In diesem Zusammenhang helfen Strategien gegen Stress und Aufgabenmanagement sowie Entspannungstechniken, um neue Kraft zu schöpfen. Mit einem Schlagwort lässt es sich so formulieren: Die Burnout-Therapie verfolgt das Ziel, eine Work-Life-Balance, also ein Gleichgewicht von Anspannung und Entspannung, herzustellen. Das geht nicht von heute auf morgen. Für viele Menschen hat sich eine stationäre in einer psychiatrischen oder psychologischen Klinik bewährt. Auf www.rehakliniken.de finden Sie auch auch spezialisierte Burnout-Kliniken.

Ziele der Burnout-Therapie im Überblick

  • eigene Grenzen rechtzeitig erkennen und einhalten
  • gesunde Lebensführung (gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung)
  • auf die Ausgewogenheit von Beruf und Erholung achten
  • soziale Kontakte und Hobbys betreiben
  • Strategien gegen Stress erlernen
  • Engagements im privaten und beruflichen Bereich rechtzeitig hinterfragen
  • Kräfte schonend einsetzen
  • delegieren und vertrauen
  • auf ein gesundes Arbeitsklima achten und möglicherweise die Arbeitssituation verändern
  • soziales Netz aufbauen und stärken.

Medikamentöse Therapie von Burnout

Bei besonders stark ausgeprägten Burnout-Symptomen kann eine die Psychotherapie begleitende medikamentöse Therapie mit Psychopharmaka sinnvoll sein. In diesem Fall sind – je nach Ausprägung der Symptome - Beruhigungs- und Schlafmittel oder Nervendämpfungsmittel (Neuroleptika) und Antidepressiva die Medikamente der Wahl.

Frei verkäufliche Medikamente bei Burnout

Als Alternative für klassische Medikamente kommen – bei gering ausgeprägten psychischen Symptomen - Pflanzenheilmittel infrage. Die Stimmung stabilisieren Arzneimittel mit Johanniskraut. Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume entfalten eine beruhigende Wirkung.

Vorbeugung

Wirkungsvolle Selbsthilfe und Vorbeugung von Burnout besteht vor allem darin,

  • Überforderung durch zu viele Aufgaben zu vermeiden.
  • die verbleibenden Aufgaben effektiv zu meistern.
  • für die eigene Leistungsfähigkeit zu sorgen.

Überforderung durch zu viele Aufgaben vermeiden

Burnout entsteht vor allem durch eine lang anhaltende Überforderung. Deshalb tun Sie sich Gutes, wenn Sie Überforderung vermeiden. Das gilt in der Familie und der Freizeit ebenso wie am Arbeitsplatz.

Vorgesetzte fordern, Kinder, Partner und Freunde auch. Und auch wir selbst erwarten von uns allzu häufig, dass wir allen Ansprüchen gerecht werden. Das ist aber nicht möglich. Kein Mensch kann immer für alles und jeden sorgen. Die wirksamste Vorbeugung von Burnout besteht darin, dass Sie das akzeptieren – und anderen und sich selbst Grenzen setzen.

Das gilt auch in schwierigen Situationen, beispielsweise wenn der Arbeitsplatz gefährdet ist. Verständlicherweise sind wir dann eher bereit, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, um unseren Arbeitsplatz möglicherweise zu retten. Andererseits: Sie gewinnen nichts, wenn Sie Ihre Gesundheit durch Überlastung riskieren. Eltern überfordern sich zuweilen, weil sie ihren Kindern alles abnehmen. Dass schadet aber nicht nur den Eltern, sondern auch den Kindern. Denn die versäumen Gelegenheiten, selbst Verantwortung zu übernehmen. Und wenn sich im Verein mal wieder kein Kassenwart findet: Überlegen Sie genau, ob sie tatsächlich in die Bresche springen oder Ihre Zeit lieber nutzen, um in Ruhe aufzutanken. Das ist kein Plädoyer gegen ehrenamtliche Tätigkeit. Wenn Sie in einer ehrenamtlichen Tätigkeiten entspannen können und Erfüllung finden, ist das kein Beitrag zur Überforderung durch zu viele Aufgaben.

Aufgaben effektiv erledigen

Um Aufgaben effektiv zu erledigen, braucht es ein gewisses Maß an Ordnung. Hier helfen etwa Listen, in denen Sie Aufgaben priorisieren und zeitliche Abläufe planen. Denken Sie bei der Planung auch an Pausen, indenen Sie durchatmen und neue Kraft tanken können.

Für die eigene Leistungsfähigkeit sorgen

Merkwürdigerweise erwarten sehr viele Menschen von sich selbst, immer voll leistungsfähig zu sein. Andere dürfen krank sein oder müde – nur man selbster nicht. Diese Sichtweise führt mit einiger Sicherheit auf lange Frist in eine Überforderung – mit möglicherweise fatalen Konsequenzen. Die steigende Anzahl von Burnout bei pflegenden Angehörigen oder bei Alleinerziehenden spricht da eine deutliche Sprache. Deshalb ist es zuweilen notwendig, dass Sie für die eigenen Leistungsfähigkeit, indem Sie sich von den Bedürfnissen anderer Menschen abgrenzen und von vermeintlichen Sachzwängen nicht unter Druck setzen lassen.

Grundsätzlich profitiert Ihre Leistungsfähigkeit, wenn Sie gute körperliche und seelische Grundlagen schaffen. Dazu einige Stichpunkte in aller Kürze.

  • Entspannung erlernen: Autogenes Training, Yoga, Qi Gong, Atemtherapie, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Regelmäßig Wellness: Schulter- und Nackenmassagen, Kneippsche Anwendungen, medizinische Bäder, Sauna, Bürstenmassagen und Wechselduschen
  • Körperlich aktiv sein: keine stoßweise Überaktivität, sondern regelmäßige körperliche Aktivität in vernünftigem Maße wie Gartenarbeit, Nordic Walking, Wandern, Fahrrad fahren, Schwimmen, Gymnastik
  • Genussmittel reduzieren: Alkohol und Kaffee in Maßen, Nikotin meiden
  • Hobbys betreiben: gedanklich mal mit etwas anderem als dem Job befassen
  • Kontakte pflegen: zwischenmenschliche Beziehungen auf jeder Ebene schützen vor dem "Ausbrennen".
  • Gesunde und geordnete Lebensführung: ausreichend Schlaf und Erholung, ausgewogene und regelmäßige Ernährung, körperliche Aktivität und soziale Kontakte

Coaching gegen Burnout

Viele Menschen berichten von positiven Erfahrungen mit Coachings gegen Burnout. Viele Ärzte, Psychologen und Heilpraktiker bieten entsprechende Kurse an. Zuweilen beteiligen sich die Krankenkassen sogar an den Kosten der Burnout-Prophylaxe. Fragen Sie einfach bei Ihrer Krankenkasse nach. Auch Ärzte und Gesundheitszentren kennen mit einiger Sicherheit erfahrene Coaches, die Sie dabei unterstützen, dem Burnout keine Chance zu lassen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 15.05.2018

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