Depression

Eine Depression verursacht das tief sitzende Gefühl, unentrinnbar in einem Gefängnis aus düsteren Gedanken und Schwäche gefangen zu sein. Die erlebte Hilflosigkeit gehört zu den Symptomen von Depressionen. Tatsächlich aber ist Hilfe fast immer gut möglich. Mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung von Depression.

Definition

Frau mit Depressionen

Die Begriffe Depression oder depressiv werden im Alltag häufig genutzt. Oft beziehen sie sich auf eine bedrückte Stimmung oder Traurigkeit. Davon zu unterscheiden ist die Depression im Sinne einer Erkrankung. Bei einer Depression sitzen die Betroffenen hoffnungslos und eingesperrt in einem Gefängnis aus düsteren Gedanken und körperlicher Schwäche. Ein Entrinnen erscheint – das gehört zum Krankheitsbild – unmöglich. Tatsächlich aber ist die Therapie häufiger weniger schwer als angenommen. Königsweg für die Behandlung einer Depression ist eine kognitive Verhaltenstherapie. Diese wird häufig von einer medikamentösen Therapie begleitet.

Eine der Tücken der Depression ist, dass sie in der Regel nicht plötzlich beginnt. Vielmehr erleben viele Patienten die Erkrankung als einen schleichenden Prozess. Wenn Sie das Interesse an Ihren Hobbys oder Ihrer Arbeit verlieren, sich immer häufiger zurückziehen, kaum noch Freunde empfinden und sich immer teilnahmsloser fühlen, sollten Sie das mit einem Arzt besprechen.

Bei Selbstmordgedanken sollten Sie umgehend einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen. Oft fällt das leichter, wenn Sie sich einem Familienmitglied oder einem nahestehenden Menschen anvertrauen.

Häufigkeit

Innerhalb eines Jahres erkranken nach Angaben des statistischen Bundesamtes etwa sechs Millionen Erwachsene zwischen 18 und 65 an einer Depression. Auch bei Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahre erleben etwa 12 Prozent eine Depression. Frauen sind danach in allen Altersgruppen etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes begeben sich mehr als 260.000 Deutsche pro Jahr in eine vollstationäre Behandlung. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Zahl der Krankentage durch Depressionen mehr als verdoppelt.

Inzwischen nimmt jeder 6. Erwerbstätige Antidepressiva. Nach Angaben von Professor Dr. Gerd Glaeske, Universität Bremen, hat sich die Zahl der Tagesdosen innerhalb von 22 Jahren versiebenfacht: von 200.000 Einheiten im Jahr 1991 auf mehr als 1.4 Milliarden Einheiten im Jahr 2013. Diese Menge reiche aus, um 3,7 Millionen Menschen ein ganzes Jahr lang mit Antidepressiva zu behandeln.

Weltweit sind mehr als 322 Millionen Menschen weltweit an einer Depression erkrankt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das ein Anstieg von 18 Prozent innerhalb von 10 Jahren.

Symptome

Bei einer Depression handelt es sich um eine häufig schwere seelische Erkrankung, die mit einer hohen Selbstmordrate einhergeht. Die Traurigkeit und Antriebslosigkeit einer Depression hat nichts mit einer normalen Traurigkeit (nach einem Trauerfall oder einer Trennung beispielsweise) gemein. Depressive beschreiben ihren Zustand oft als gleichgültig, leer und ausgebrannt. Nicht fühlen und nicht trauern zu können, bedrückt die Patienten und erfüllt sie häufig auch mit Angst.

Die Gefühllosigkeit verbindet sich in der Regel mit einer Antriebshemmung. Bei einer Depression sehen sich die Erkrankten oft außerstande, auch nur einfache Aufgaben zu erfüllen. Sie können sich zu nichts aufraffen, haben keine Initiative und keinen Elan, jede Tätigkeit wird zur Qual. Häufig ist die Stimmung morgens am schlechtesten und bessert sich im Verlauf des Tages geringfügig. Oft ist die Körperhaltung schlaff und gebeugt, die Sprache leise und eintönig.

Depression und bipolare Störung

Manchmal wechselt sich die Depression mit ebenfalls unbegründeten oder überzogenen Hochstimmungen (Manien) ab. Die betroffene Person ist übermäßig aktiv, gut gelaunt und lebhaft. Dieses Krankheitsbild wurde früher als manische Depression bezeichnet. Mittlerweile setzt sich die Bezeichnung bipolare Störung durch.

Ursachen

In der aktuellen Forschung ist mittlerweile unbestritten, dass die Neigung zu einer Depression erblich bedingt ist. Kinder von Eltern mit einer Depression in der Krankengeschichte haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko, später selbst an einer Depression zu erkranken als die Kinder gesunder Eltern.

Die deutlich höhere Depressions-Häufigkeit bei Frauen erklären Neurobiologen unter anderem mit dem weiblichen Hormonhaushalt. Frauen sind vor der Menstruation, während einer Schwangerschaft oder nach einer Geburt deutlich anfälliger für den Ausbruch einer Depression. Doch auch Männer können an einer Depression erkranken. Im Gegensatz zu Niedergeschlagenheit und extremer Traurigkeit bei Frauen stehen bei ihnen oft erhöhte Reizbarkeit, Verstimmtsein, Wut und Aggressivität bis hin zu Selbsttötungsabsichten im Vordergrund.

Neigung zu Depressionen ist auch erlernt

Die größte Rolle bei der Entstehung einer Depression spielen nach Einschätzung der Medizin und Psychologie erlernte Verhaltensmuster und Denkweisen. Wer beispielsweise eher pessimistisch in die Welt geht, läuft ein höheres Risiko, in eine Abwärtsspirale und damit in einer Depression zu geraten. Die Psychologie geht davon aus, dass solcher Pessimismus weitgehend in der Kindheit geprägt und im Laufe des Lebens als gewohnte Sichtweise weiter verinnerlicht wird.

Begünstigt werden Depressionen durch Stress, Angst sowie traumatische Erlebnisse wie den Tod eines lieben Menschen, Arbeitsplatzverlust oder Trennungen.

Körperliche Ursachen von Depression

In seltenen Fällen kann eine Depression außerdem auf eine direkte körperliche Ursache zurückgeführt werden, beispielsweise nach einem Schlaganfall oder bei Einnahme von Medikamenten, die auf den Hormon- oder Hirnstoffwechsel wirken. Auch Alkoholmissbrauch oder der Konsum anderer Drogen kann eine Depression auslösen.

Depressionen durch Entzündungen

Patienten mit chronischen entzündlichen Erkrankungen mit Multipler Sklerose oder Rheuma sind überdurchschnittlich häufig von Depressionen betroffen. In jüngster Zeit mehren sich die Stimmen, dass nicht die Begleitumstände dieser Erkrankungen, sondern Entzündungen die Depressionen verursachen. So könnten auch Harnwegsinfektionen, Colitis ulcerosa oder Parodontose Depressionen begünstigen.

Behandlung

Die Therapie von Depressionen gehört in die Hände eines erfahrenen Mediziners oder Psychologen. Je nach Ursache und Schwere der Depression wird der Arzt, vorzugsweise ein Facharzt für Psychiatrie oder Neurologie, die Depression zunächst mit Medikamenten behandeln. Dabei hat er die Wahl zwischen aktivierenden und dämpfenden Medikamenten.

Die Medikamente gegen Depression, auch Antidepressiva genannt, greifen in den aus dem Gleichgewicht geratenen Gehirnstoffwechsel ein. Dadurch können sie die Schwere oder Häufigkeit der depressiven Phasen herabsetzen. Die antidepressive Wirkung dieser Medikamente setzt erst nach etwa zwei Wochen ein.

Selbstmordgefahr durch Antidepressiva

Die medikamentöse Therapie von Depressionen sollte engmaschig überwacht werden. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass etwa Selbstmordgedanken in die Tat umgesetzt werden, wenn ein aktivierendes Medikament dem Patienten die Energie für diese Verzweiflungstat verleiht.

Verhaltenstherapie gegen Depressionen

In jedem Fall sollte eine Depression so bald wie möglich auch psychotherapeutisch behandelt werden. Als besonders erfolgreich hat sich dabei die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie erwiesen. Diese Therapie verfolgt das Ziel, erlernte innere Überzeugungen am Beispiel zu überprüfen, neue Erfahrungen einzuüben und so konstruktive neue Gedanken und Einstellungen zu finden.

Selbsthilfe

Depressionen sind im Gegensatz zu depressiven Verstimmungen schwere Erkrankungen, die in der Regel alleine nicht zu bewältigen sind. Daher ist die beste Selbsthilfe, die Tatsache der Depression anzuerkennen und Hilfe zu suchen. Gehen Sie zu einem Arzt, einer Beratungsstelle, einem Psychotherapeuten oder Psychologen. Selbsthilfegruppen oder Internet-Foren helfen, auf diesen Weg aus der Depression zu finden. Denken Sie daran: Es ist ein Symptom der Depression, dass Betroffene nicht an Heilung und Ausweg glauben. Umso mehr kommt es darauf an, die Kraft auf den Beginn einer Behandlung zu lenken. Hilfe ist möglich!

Leichte Depressionssymptome können mit einem pflanzlichen Medikament aus Johanniskraut gelindert werden. Die Wirkung tritt jedoch erst nach circa zwei Wochen ein.

Rolle von Familie und Freunden bei Depressionen

Oft sind es Familie, Freunde oder Kollegen, die bei einem anderen Menschen erstmals die Symptome der Depression feststellen. In der Regel ist die Erkrankung zu diesem Zeitpunkt schon verhältnismäßig weit fortgeschritten. Zu den Symptomen der Depression gehört es, dass die Betroffenen eine Erkrankung nicht wahrhaben können und Hilfe sehr oft ablehnen. Das macht den Umgang mit Menschen bei Verdacht auf Depression mitunter schwierig.

Wenn Sie helfen wollen, sollten Sie versuchen, die folgenden Empfehlungen für den Umgang mit depressiven Menschen zu befolgen.

  • Mitleid und Trost bestätigen Depressive in ihrem Elend und sind keine Hilfe, um den Weg aus der Depression zu finden. Lassen Sie Betroffene sich ausjammern, ohne sie zu bemitleiden.
  • Aufforderungen wie „Lass dich nicht so hängen" oder „Anderen geht es auch schlecht" erhöhen den Druck und damit das Gefühl der Hilflosigkeit. Solche gut gemeinten Appelle treiben die Betroffenen meist weiter in den sozialen Rückzug. Besser agieren Sie mit einfühlenden Fragen statt Ratschlägen.
  • Halten Sie sich mit Wertungen zurück. Vermitteln Sie das Gefühl, für den Erkrankten da zu sein. Machen Sie sich aber nicht zum Komplizen der Depression, indem Sie Traurigkeit oder sozialen Rückzug durch besondere Hilfestellungen befördern. Versuchen Sie, eine gewisse Distanz zu der betroffenen Person zu halten.
  • Geben Sie dem Depressiven das Gefühl, dass er sich selbst helfen kann. Verweisen Sie auf Informationen über Depressionen und die guten Erfolgsaussichten einer Therapie.
  • Nehmen Sie besonders Selbstmorddrohungen ernst, auch wenn sie häufiger geäußert und nicht vollzogen werden. Die meisten Menschen kündigen ihren Selbstmord vorher an. Als besonderes Warnzeichen gilt, wenn Betroffene beispielsweise Ihre finanziellen Angelegenheiten ordnen. Zögern Sie nicht, gegebenenfalls professionelle Hilfe zu suchen. Besser ein falscher Alarm als ein vollzogener Suizid.
  • Als Angehöriger oder Freund eines depressiven Menschen profitieren Sie von Selbsthilfe-Gruppen für diese Personenkreise beziehungsweise von einer psychologischen Beratung.

Vorbeugung

Eine Depression folgt oft auf eine länger anhaltende Phase von Überforderung, Stress oder Angst. Entsprechend kann es einer Depression vorbeugen, wenn Sie Stress und Ängste vermeiden.

Ein anderer Auslöser sind sogenannte traumatische Erlebnisse wie Tod oder Trennung. Wenn Sie nach einem Trauma spüren, dass Sie Ihr Verhalten verändern (oder dies bei Angehörigen oder Freunden bemerken), sollten Sie frühzeitig das Gespräch mit Anderen oder eine psychologische Beratung suchen.

Grundsätzlich sinkt das Risiko für eine Depression bei intakten sozialen Bindungen, einem positiv geprägtem Selbstbild und einer realistischen Einschätzung der Umwelt.

Autor: Charly Kahle

Stand: 15.05.2018

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