Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs ist ein bösartiger Tumor der Gebärmutter und tritt in den meisten Fällen bei Frauen in und nach den Wechseljahren auf. Wenn der Gebärmutterkrebs früh erkannt wird, sind die Heilungsaussichten gut. Hier finden Sie Informationen über Symptome, Untersuchung und Behandlung von Gebärmutterkrebs.

Synonyme

Endometriumkarzinom

Definition

Gebaermutterkrebs

Gebärmutterkrebs (medizinisch Endometriumkarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der von der inneren Schleimhautschicht der Gebärmutter (dem Endometrium) ausgeht. Diese Krebsart wird auch als Uterus- oder Korpuskarzinom bezeichnet, da der Krebs direkt in der Gebärmutter (Uterus) sitzt. Im Unterschied dazu gibt es den Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom), der außerhalb der Gebärmutter, nämlich am Gebärmutterhals, wächst. Wie die meisten Krebsformen macht auch Gebärmutterkrebs im frühen Tumorstadium wenig Beschwerden. Ein deutliches und ernst zu nehmendes Symptom sind Blutungen nach den Wechseljahren. Dann sollte schnellstmöglich der Frauenarzt aufgesucht werden. Früh entdeckt und therapiert hat Gebärmutterkrebs gute Heilungschancen und eine hohe Überlebensrate.

Häufigkeit

Gebärmutterkrebs ist das zweithäufigste aller Genitalkarzinome und tritt überwiegend (circa 66 bis 85 Prozent) bei Frauen in und nach den Wechseljahren (Klimakterium) auf. Nur 5 Prozent der Patientinnen sind jünger als 40 Jahre. Gebärmutterkrebs ist etwa doppelt so häufig wie der Gebärmutterhalskrebs. Die Erkrankungsrate pro Jahr liegt momentan bei 25:100.000 Frauen, das heißt, dass von 100.000 Frauen 25 an Gebärmutterkrebs erkranken.

Symptome

Gebärmutterkrebs macht im Anfangsstadium keine Beschwerden. Er wird zu diesem Zeitpunkt allenfalls im Rahmen von Krebsvorsorgeuntersuchungen bemerkt. Gibt es also keine Symptome, die auf Gebärmutterkrebs hinweisen? Doch, sogar ein sehr zuverlässiges: Das Alarmsignal für Gebärmutterkrebs sind Blutungen nach den Wechseljahren. Eine Blutung nach Beginn der Menopause – wenn also die Regelblutung schon ausgeblieben war – muss immer und schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch für alle irreguläre Blutungen und fleischwasserfarbenen Ausfluss. In der frühen Postmenopause ist im Falle einer Blutung bei 5 Prozent der Frauen, in der späten Postmenopause sogar bei jeder zweiten Frau, Gebärmutterkrebs die Ursache. Kommen noch Unterleibsschmerzen hinzu, bedeutet das fast immer einen weit fortgeschrittenen, inoperablen Tumor.

Jedes fünfte Endometriumkarzinom macht keinerlei Beschwerden und wird zufällig bei Eingriffen aus anderen Gründen, beispielsweise bei einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) wegen Gebärmuttermyomen, entdeckt. Wird Gebärmutterkrebs im ersten Stadium festgestellt, liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 90 Prozent.

Ursachen

Eine eindeutige Ursache von Gebärmutterkrebs ist bislang nicht bekannt, doch gibt es mögliche Risikofaktoren. Man nimmt an, dass langjährig erhöhte Östrogen-Konzentrationen die Tumorentstehung fördern. Zum Beispiel haben Frauen mit unregelmäßigen Regelblutungen (Zyklusstörungen), spät einsetzenden Wechseljahren (Menopause) oder Hormonersatztherapie ein höheres Risiko als der weibliche Bevölkerungsdurchschnitt. Gesichert ist, dass eine Hormontherapie mit Östrogenen (ohne gleichzeitige Einnahme von Gestagenen) das Gebärmutterkrebs-Risiko erhöht.

Gebärmutterkrebs tritt zudem häufig bei kinderlosen Frauen (oder Frauen mit wenigen Geburten) auf, die in guten finanziellen und sozialen Verhältnissen leben.

Weitere Ursachen von Gebärmutterkrebs

Übergewicht, Bluthochdruck und Zuckerkrankheit (speziell Diabetes mellitus Typ 2) erhöhen das Risiko für Gebärmutterkrebs ebenfalls. Frauen mit Übergewicht sind vermutlich dadurch gefährdet, dass Östrogene nicht nur in den Eierstöcken, sondern auch im Fettgewebe gebildet werden. Ob eine Gefährdung durch Phytoöstrogene (östrogenartige Substanzen in Pflanzen, zum Beispiel in Sojaprodukten) besteht, ist bisher nicht geklärt. Phytoöstrogene werden oft als „natürliche" Alternative zur Hormonersatztherapie vor allem gegen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt.

Gebärmutterkrebs tritt häufig gemeinsam mit anderen Krebsarten, wie dem Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) oder dem Brustkrebs (Mammakarzinom), auf.

Untersuchung

Für die Diagnose Gebärmutterkrebs wird der Arzt zunächst nach den typischen Symptomen, wie Blutungen und rötlichem Ausfluss, fragen. Anschließend erfolgt eine gynäkologische Untersuchung um abzuklären, ob die Blutung tatsächlich aus der Gebärmutter kommt. Mittels Ultraschall durch die Scheide (sogenannte transvaginale Sonographie) kann der Arzt die Gebärmutterschleimhaut beurteilen und andere krankhafte Prozesse im Bereich des kleinen Beckens ausschließen. Sehr selten und in unklaren Fällen wird zur Diagnose des Gebärmutterkrebses eine Magnetresonanzuntersuchung (MRT) des Beckens notwendig.

Sicherung von Gebärmutterkrebs durch Ausschabung der Gebärmutter

Bei Verdacht auf Gebärmutterkrebs wird dieser üblicherweise durch eine Ausschabung der Gebärmutter (sogenannte Abrasio oder Curettage) gesichert. Ein Abstrich, wie er zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs gemacht wird, funktioniert hier nicht, da man mit einem Watteträger nicht ohne Weiteres in die Gebärmutterhöhle gelangt. Zudem besteht die Gefahr einer Infektion. Die Ausschabung/Auskratzung ist daher die wichtigste Untersuchung zur Diagnose von Gebärmutterkrebs. Das gewonnene Zell-Material wird in ein spezielles Labor geschickt, wo es mittels Färbung unter dem Mikroskop genau untersucht wird.

Behandlung

In der Gebärmutterkrebs-Therapie sind operative Verfahren die Regel. Die Standardoperation ist eine komplette Entfernung der Gebärmutter mitsamt den Eierstöcken, der Scheidenmanschette, des Gebärmutterhalses und der benachbarten Lymphknoten (sogenannte erweiterte Wertheim-Meigs-Operation). Oft folgt zusätzlich eine Strahlentherapie des übrig gebliebenen Scheidenanteils. Bei stark fortgeschrittenem Gebärmutterkrebs, der nicht mehr operiert werden kann, bestrahlt man die Gebärmutterhöhle direkt. Zusätzlich empfehlen viele Gynäkologen eine Chemo- und Hormontherapie.

Prognose

Gebärmutterkrebs hat eine relativ gute Prognose. Je früher der Krebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Im Durchschnitt besiegen etwa 80 Prozent der erkrankten Frauen den Krebs und überleben die ersten 5 Jahre nach Diagnosestellung. Bei Tochtergeschwülste oder sehr weit fortgeschrittenem Gebärmutterkrebs sinken die Heilungsaussichten.

Vorbeugung

Eine gezielte Vorbeugung gibt es nicht bei Gebärmutterkrebs.

Autor: Charly Kahle

Stand: 03.05.2018

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