Hodgkin-Lymphom

Hodgkin-Lymphome sind eine seltene Form von Lymphdrüsenkrebs. In Deutschland kommt es jährlich zu etwa 2.000 Neuerkrankungen. Je früher Morbus Hodgkin erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Heilungsaussichten. Hier finden Sie wichtige Informationen zu Früherkennung, Ursachen und Therapie von Hodgkin-Lymphomen.

Synonyme

Morbus Hodgkin

Definition

Drüsenuntersuchung

Hodgkin-Lymphome sind eine Form von Lymphdrüsenkrebs, speziell der Lymphozyten. Sie werden auch als Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose bezeichnet. Die andere Form von Lymphdrüsenkrebs ist das Non-Hodgkin-Lymphom.

Morbus Hodgkin verändert B-Lymphozyten

Das Lymphsystem gehört zum Immunsystem des Körpers und hat wichtige Aufgaben bei der Abwehr von Krankheiten. Es verläuft in Bahnen, die sich durch den ganzen Körper ziehen, und den lymphatischen Organen (Lymphknoten, Milz, Gewebe im Magen-Darm-Trakt, Thymusdrüse, Mandeln). Die Zellen im Lymphsystem, die Lymphozyten, gehören zur Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie werden in zwei Formen unterschieden, die B- und die T-Lymphozyten, die verschiedene Funktionen in der Abwehr ausüben. Bei Morbus Hodgkin entstehen bösartige Veränderungen der B-Lymphozyten.

Zunächst verändern sich bei Morbus Hodgkin die Lymphozyten in den Lymphknoten bösartig. Von dort aus wandern die veränderten Lymphzellen in andere lymphatische Organe und bilden Tochtergeschwülste (Metastasen). Im späten Stadium befallen die Krebszellen auch nicht-lymphatische Organe wie Lunge, Leber oder Knochen.

Häufigkeit

Mit etwa 2000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland zählt das Hodgkin-Lymphom oder Morbus Hodgkin zu den seltenen Krebserkrankungen. Am häufigsten trifft er Menschen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, aber auch Kinder können daran erkranken.

Symptome

Das erste Symptom von Morbus Hodgkin ist eine schmerzlose Vergrößerung der Lymphknoten. Sie fühlen sich hart an und sind gut tastbar – im Gegensatz zu geschwollenen Lymphknoten bei Infektionserkrankungen, die eher weich und schmerzhaft sind.. Besonders häufig beginnt die Erkrankung im Hals- und Brustbereich, seltener in der Leistenregion oder den Achselhöhlen. Morbus Hodgkin in vier verschiedene Stadien eingeteilt.

  • Stadium I: Befall eines einzigen Lymphknotens oder einer einzigen Lymphknotenregion.
  • Stadium II: Befall von 2 oder mehr Lymphknotenregionen auf einer Seite des Zwerchfells.
  • Stadium III: Befall von 2 oder mehr Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells.
  • Stadium IV: ausgedehnter Befall eines oder mehrerer nicht-lymphatischer Organe mit oder ohne Befall von Lymphknoten.

Dazu kommen vielfach allgemeine Symptome wie:

  • Fieber über 38 Grad Celsius
  • Abgeschlagenheit
  • körperliche Schwäche
  • nächtliche Schweißausbrüche
  • ungewollte, rasche Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit
  • nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Juckreiz
  • Husten und Luftnot
  • Schmerzen in Rücken, Bauch und der Brust.

Haben sich die Hodgkin-Lymphome im Knochenmarkt ausgebreitet, verdrängen sie die roten Blutkörperchen. Als Folge macht sich als Symptom eine Blutarmut (Anämie) mit Blässe und verminderter Leistungsfähigkeit bemerkbar. Die bösartig veränderten Zellen können auch die Bildung der Blutplättchen unterdrücken. Dann kommt es häufig zu Blutungen. Typische Symptome sind Nasen- und Zahnfleischbluten sowie blaue Flecken der Haut.

Durch die veränderte Blutzusammensetzung sind die Patienten infektanfälliger und erkranken schneller an Infektionserkrankungen.

Alkoholschmerz - eine Besonderheit bei Hodgkin-Lymphomen

Eine Besonderheit, die nur beim Hodgkin-Lymphom auftritt, ist der sogenannte Alkoholschmerz. Bei Morbus Hodgkin schmerzen nämlich die sonst schmerzlos geschwollenen Lymphknoten nach dem Genuss von Alkohol.

Ursachen

Die Ursachen für Morbus Hodgkin sind bis heute nicht geklärt. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit Infektionen durch das Epstein-Barr-Virus. Das Epstein-Barr-Virus zählt zu den Herpesviren und löst bei jüngeren Menschen ein Pfeiffersches Drüsenfieber aus. Bei etwa der Hälfte aller Patienten mit einem Morbus Hodgkin lässt sich eine vorausgegangene Infektion mit dem Virus nachweisen. Auch eine Schwächung des Immunsystems (z.B. durch HIV) scheint diesen Lymphdrüsenkrebs zu begünstigen.

Untersuchung

Um Morbus Hodgkin zu erkennen, wird Ihr Arzt den Körper zunächst auf mögliche vergrößerte Lymphknoten und weitere Veränderungen (z.B. vergrößerte Milz) untersuchen. Mit einer Blutentnahme können verschiedene Blutzell- sowie Organwerte bestimmt und auch Virusinfektionen entdeckt werden.

Um die Diagnose Hodgkin-Lymphom zu sichern, muss ein befallener Lymphknoten entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden. Beim Morbus Hodgkin findet sich dann eine typische Form bösartig veränderter Lymphozyten (Hodgkin-Zellen). Wenn sich mehrere dieser Zellen zusammenschließen, entstehen sogenannte Reed-Sternberg-Riesenzellen, die ebenfalls charakteristisch für Morbus Hodgkin sind. Je nachdem, wie sich diese und weitere Zellen in der Gewebeprobe verteilen und nach der Form des Bindegewebes im Lymphknoten werden vier Formen des Morbus Hodgkin unterschieden.

Die Formen des Morbus Hodgkin

  • nodulär-sklerosierende Typ (etwa 50 Prozent der Fälle, mit Knoten und Vernarbungen im Lymphknoten)
  • lymphozytenreiche Typ (etwa 5-10 Prozent der Fälle)
  • lymphozytenarme Typ (etwa 5-10 Prozent der Fälle)
  • Mischtyp (etwa 30 Prozent der Fälle).

Zur weiteren Diagnose des Hodgkin-Lymphoms werden weithin bekannte bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Computertomografie und Magnetresonanztomografie eingesetzt. Ein weniger bekanntes Verfahren ist die Positronen-Emissionstomografie.

Positronen-Emissionstomografie

Die Positronen-Emissionstomografie ist ein sehr sensibles Verfahren, um die genaue Verteilung der bösartigen Zellen zu entdecken. Dabei wird eine radioaktive Substanz verabreicht, die sich im ganzen Körper verteilt und am Stoffwechsel teilnimmt. Mit einer speziellen Kamera können diese Vorgänge sichtbar gemacht werden. Da Tumorzellen einen anderen Stoffwechsel als andere Zellen aufweisen, lassen sie sich durch das veränderte Bildmuster erkennen.

Behandlung

In frühen Stadien des Morbus Hodgkin (I und II) erfolgt die Behandlung in der Regel durch eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung. Bei der Chemotherapie werden meist mehrere Substanzen kombiniert, um einen größtmöglichen Effekt zu erzielen. Sie werden in mehreren Zyklen über jeweils etwa drei bis vier Wochen gegeben.

Die Dauer der Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung. Mögliche Nebenwirkungen sind Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, erhöhte Anfälligkeit für Infekte und Blutarmut. Die Fruchtbarkeit kann bei Männern und Frauen durch eine Chemotherapie dauerhaft geschädigt werden.

Hodgkin-Lymphom-Therapie in Stadien III und IV

Ist das Hodgkin-Lymphom weiter fortgeschritten, wird zunächst eine hoch dosierte Chemotherapie angewendet. Sind danach noch Tumorzellen nachweisbar, schließt sich eine Bestrahlung an. Auch Bestrahlungen haben Nebenwirkungen. Dazu zählen - wie bei einer Chemotherapie - Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall. Darüber hinaus kann es – je nach Ort der Bestrahlung – zu Entzündungen von Haut und Schleimhäuten, trockenem Mund oder Änderungen des Geschmacksempfindens kommen.

Hochdosis-Chemotherapie mit Knochenmark-/Stammzelltransplantation

Manchmal gelingt es nicht, die bösartig entarteten Lymphozyten komplett zu vernichten oder kommt es zu einem Rückfall. Für diesen Fall umfasst die Therapie des Hodgkin-Lymphoms eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Übertragung von Knochenmark und den darin enthaltenen Vorläuferzellen aller Blutzellen (Stammzellen). Dazu werden zunächst gesunde Stammzellen aus dem Blut oder dem Knochenmark des Patienten entnommen, um sie einzufrieren. Danach beginnt für den Patienten ein erneuter Zyklus der Chemotherapie, die in diesem Fall besonders hoch dosiert ist. Um alle im Knochenmark angesiedelten bösartigen Zellen zu zerstören, wird diese hochdosierte Chemotherapie manchmal mit einer Ganzkörperbestrahlung kombiniert.

Für die Patienten ist diese Zeit eine hohe Belastung. Sie leiden nicht nur unter den Nebenwirkungen, sondern sind außerdem stark infektgefährdet, weil ihr Immunsystem durch die Medikamente praktisch ausgeschaltet wird. Nach überstandener Chemotherapie erhalten die Patienten ihre gesunden, aufbewahrten Zellen über eine Infusion zurück in den Blutkreislauf. Von dort wandern die Zellen ins Knochenmark und beginnen mit der neuen Blutbildung. In seltenen Fällen müssen für die Übertragung Zellen von anderen Menschen genommen werden. Dann ist es nach der Transplantation nötig, für längere Zeit Medikamente einzunehmen, die eine Abstoßung dieser Zellen verhindern.

Unfruchtbarkeit nach Chemotherapie

Durch die vorausgegangene aggressive Chemotherapie resultiert in den meisten Fällen - bei Männern und Frauen - eine dauerhafte Unfruchtbarkeit. Auch die Gefahr für einen späteren anderen Krebs kann erhöht sein. Wurde gleichzeitig bestrahlt, besteht das Risiko einer späteren Linsentrübung am Auge (sogenannte Strahlenkatarakt).

Prognose

In frühen Krankheitsstadien liegen die Heilungschancen durch die Therapie bei bis zu 90 Prozent, aber auch bei fortgeschrittenerem Hodgkin-Lymphom genesen etwa zwei Drittel der Patienten. Und selbst wenn es zu einem erneuten Ausbruch der Krankheit kommt (Rezidiv), schlägt die Behandlung in der Regel erneut gut an.

Vorbeugung

Eine spezielle Vorbeugung gegen den Morbus Hodgkin gibt es leider nicht.

Autor: Charly Kahle

Stand: 22.05.2017

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