Hyperhidrose (Übermäßiges Schwitzen)

Schon bei der kleinsten Anstrengung klebt die Kleidung klatschnass auf der Haut – und zieht die Blicke der umgebenden Menschen an. Hyperhidrose oder übermäßiges Schwitzen ist eine körperlich meist harmlose Erkrankung. Sie entfaltet aber wegen der offensichtlichen Symptome bei vielen Betroffenen einen großen Leidensdruck. Mehr im Ratgeber Hyperhidrose.

Synonyme

übermäßiges Schwitzen

Definition

Hyperhydrose

Hyperhidrose ist ein Krankheitsbild, bei dem die Patienten übermäßig stark schwitzen. Oft geht das so weit, dass die Kleidung schon bei der kleinsten Anstrengung oder einem geringen Anstieg der Temperaturen ganz oder teilweise durchnässt. Hyperhidrose löst bei den Betroffenen oft einen großen Leidensdruck aus. Sie fühlen sich beispielsweise wegen der großen Schweißflecken in Gesellschaft unwohl oder sehen sich gezwungen, diese unter Schichten von Kleidung zu verstecken. Ein weiteres Problem ist häufig der sich im Laufe des Tages entwickelnde unangenehme Schweißgeruch. Schweiß beginnt jedoch erst zu riechen, wenn er sich lange auf der Körperoberfläche befindet und dort auf Bakterien trifft. Diese zerlegen den Schweißfilm in übel riechende Substanzen.

Symptome

Symptom von Hyperhidrose ist das übermäßige Schwitzen. Es kann sich auf bestimmte Körperregionen, meist Achselhöhlen, Handflächen und Füße beschränken, aber auch den ganzen Körper betreffen. Bei vielen Menschen mit Hyperhidrose fließt der Schweiß schon bei kleinsten Anlässen in den sprichwörtlichen Strömen.

Ursachen

Die genaue Ursache von Hyperhidrose ist nicht bekannt. Sehr wohl bekannt ist, warum wir schwitzen. Bei körperlicher Anstrengung wird beispielsweise viel Energie verbraucht, das heizt dem Körper richtig ein. Um die übermäßige Wärme nach außen abzuleiten, schwitzen wir. Auch Schweißrinnsale beim Essen entstehen durch das Verbrennen von Energie, in dem Fall von Kohlenhydraten und Fetten. Scharf gewürzte Speisen und Alkohol kurbeln den Stoffwechsel und die Schweißproduktion zusätzlich an. Auch heftige Emotionen (wie Angst oder Wut) lassen uns schwitzen (Angstschweiß). Dabei werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, zudem werden die Nerven, die die Schweißbildung fördern, übermäßig aktiviert.

Ursachen übermäßigen Schwitzens im Überblick

  • körperliche Anstrengung, z. B. Sport, Gartenarbeit
  • Nervosität, Angst, Stress
  • Übergewicht
  • hormonelle Umstellung: Menstruation, Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre
  • Fieber
  • hormonelle Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion
  • Unterzuckerung bei Diabetes
  • Alkohol- oder Drogenentzug
  • neurologische Erkrankungen z.B. Parkinson Krankheit
  • schwere Erkrankungen, z.B. Herzinfarkt, Blinddarmdurchbruch
  • bei Tuberkulose, AIDS oder Leukämie starker Nachtschweiß
  • Einnahme bestimmter Medikamente, z.B. Acetylsalicylsäure, Schilddrüsenpräparate, Kortison
  • konstitutionelle "Veranlagung".

Behandlung

Wenn keine andere Erkrankung für das übermäßige Schwitzen verantwortlich ist, wird die Behandlung von Hyperhidrose darauf ausgerichtet, das Schwitzen so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Dabei setzt die Hyperhidrose-Therapie auf Medikamente und operative Verfahren

Medikamentöse Behandlung von Hyperhidrose

Bei der medikamentösen Behandlung von Hyperhidrose verordnen Hautärzte in der Regel sogenannte Antitranspiranzien wie Alumiumchlorid. Auch Gerbstoffe wie Tannine aus schwarzem oder grünem Tee können helfen. Sie ziehen die Haut zusammen und können so die Schweißproduktion vermindern.

Eine andere Methode ist es, Schweißdrüsen mit dem Botulinumtoxin zu veröden. Diese Methode hat den Nachteil, dass die Verödung häufig wiederholt werden muss. Außerdem ist das Gift nur für den Einsatz von übermäßigen Schwitzen in den Achseln zugelassen. Bei Hyperhidrose an den Händen oder im Gesicht müssten Sie die Behandlung selbst zahlen.

Iontophorese

Eine Möglichkeit bei der Therapie von Hyperhidrose an Händen und Füßen ist die Iontophorese. Dabei baden die Patienten ihre Gliedmaßen in einem Salzbad mit schwachem Gleichstrom. Warum diese Behandlung wirkt, ist nicht eindeutig geklärt. Befürworter gehen von einer Hemmung der Schweißdrüsenzellen aus. Die Iontophorese muss anfangs täglich, später etwa ein- bis zweimal wöchentlich wiederholt werden.

Operative Entfernung der Schweißdrüsen

Bei der operativen Behandlung von Hyperhidrose werden die Schweißdrüsen in dem betroffenen Hautareal entfernt. Dabei werden verschiedene Operationstechniken eingesetzt. So können bei der Operation die Drüsen ausgeschabt werden (Kürettage) oder werden bei einer großen Operation unter Vollnarkose entfernt. Bei der letztgenannten Methode sind Wundheilungsstörungen und Beschwerden durch Narbenbildung nicht selten. Wegen der Komplikationsgefahr selten angewendet wird auch die endoskopische Entfernung von Schweißdrüsen.

Selbsthilfe

Der wichtigste Hinweis zur Selbsthilfe bei Hyperhidrose ist wohl, dass Betroffene sich die Lebensqualität nicht nehmen lassen. Lassen Sie sich durch die übermäßige Schweißbildung nicht in den sozialen Rückzug drängen. Ängste, Stress und Unruhe befördern das Schwitzen. Abhilfe schafft oft das Erlernen von Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Muskelentspannung nach Jacobsen. Verminderte Anspannung mindert häufig auch die Hyperhidrose.

Und achten Sie darauf, genügend zu trinken. Die Probleme, die durch eine verminderte Flüssigkeitszufuhr auftreten, überwiegen den Vorteil einer minimal verringerten Schweißproduktion. Empfehlenswert sind lauwarme Salbeitees. Denn Salbei ist ein pflanzlicher Wirkstoff gegen übermäßiges Schwitzen. Lindenblütentee oder Tee aus Himbeerblättern, Ingwer oder Schafgarbe sollten Sie hingegen meiden. Diese fördern nämlich die Schweißproduktion.

Bei starkem Schwitzen muss die verloren gegangene Flüssigkeit ersetzt werden. Ansonsten droht Mineralienmangel. Also nicht trotz, sondern wegen des Schwitzens viel trinken!

Salbei gegen Hyperhidrose

Salbei hilft nicht nur als Tee bei Hyperhidrose. In der Apotheke gibt es zum Beispiel Salbeiextrakt in Tablettenform. Die schweißhemmende Wirkung von Salbei kann man sich auch äußerlich angewendet zunutze machen, zum Beispiel als Waschung oder Fußbad. Übrigens ist die antihydrotische Wirkung von Salbei mehrfach belegt, Studien zeigen eine Schweißhemmung von bis zu 52 Prozent. Eine Wirkung ist innerhalb der ersten vier Tage nach Anwendung zu erwarten.

Der Erfahrungsaustausch mit anderen Hyperhidrose-Patienten in Selbsthilfegruppen trägt ebenfalls dazu bei, die Lebensqualität nicht leiden zu lassen.

Frei verkäufliche Arzneien gegen Hyperhidrose

  • Antitranspiranzien mit Aluminiumverbindungen oder mit Methenamin wirken schweißhemmend, indem sie die Schweißdrüsen zusammenziehen.
  • Von innen können Sie die Schweißbildung mit Salbeitee oder Salbeidragees etwas reduzieren. Salbei hat eine zusammenziehende Wirkung auf die Schweißdrüsen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.04.2013

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