Lassa-Fieber

Das Lassa-Virus wird hauptsächlich von der Natal-Vielzitzenmaus übertragen. Urlauber infizieren sich nur selten mit der Reisekrankheit. Lesen Sie mehr über Symptome, Ursachen und Therapie der Reisekrankheit.

Definition

Lassa Fever

Lassa-Fieber gehört zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Infektion wird durch Viren von rattenähnlichen Mäusen auf den Menschen übertragen. Die meisten Erkrankungen verlaufen harmlos, in 1 bis 2 Prozent der Fälle kann Lassa-Fieber jedoch tödlich enden.

Häufigkeit

Lassa-Fieber kommt vor allem den westafrikanischen Ländern Burkina Faso, Elfenbeinküste Gambia, Ghana, Guinea, Liberia, Mali, Nigeria Senegal und Sierra Leone vor. Weitere Lassa-Virus-Häufungen gibt es in der Zentralafrikanischen Republik und Namibia. Je nach Region tragen 15 bis 100 Prozent der Vielzitzenmäuse den Krankheitserreger in sich. In einigen Dörfern dieser Länder infizieren sich pro Jahr 20 Prozent der Einwohner mit dem Lassa-Virus.

Touristen kaum gefährdet

Schätzungsweise erkranken in Westafrika jährlich etwa 100.000 bis 300.000 Bewohner an Lassa-Fieber. Erst kürzlich meldete Benin im Nordosten Afrikas gehäufte Fälle von Lassa-Fieber. Vom 21. Januar bis 13. Februar 2016 erkrankten 68 Menschen an dem Fieber, 23 von ihnen starben.

Obwohl Lassa-Fieber zu den Reisekrankheiten zählt, sind Touristen eher selten gefährdet. In den vergangenen 30 Jahren wurden 12 Fälle von Lassa-Fieber bei Europäern und Amerikanern dokumentiert, die nach einer Afrikareise erkrankten.

Erste Lassa-Virus-Infektion außerhalb Afrikas in Deutschland

Die erste Ansteckung mit dem Lassa-Virus außerhalb Afrikas ereignete sich im März 2016 im Bundesland Rheinland-Pfalz. Ein Bestatter aus Alzey steckte sich an, mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem in der Kölner Uniklinik verstorbenen Mann. Der Tote hatte sich zuvor bei seiner Arbeit als Krankenpfleger in Togo mit dem Lassa-Virus infiziert. Das stellte man aber erst nach seinem Tod fest. Der Bestatter wurde in einer Spezialstation des Universitätsklinikums Frankfurt am Main isoliert und intensivmedizinisch behandelt – und im Sommer als geheilt entlassen. Die Frankfurter Uniklinik ist unter anderem auf die Behandlung von hämorrhagischen Fiebern wie Lassa-Fieber und Ebola sowie andere Reisekrankheiten eingerichtet.

Symptome

Nach einer Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum ersten Symptom) von 6 bis 21 Tagen (meistens jedoch 7 bis 10 Tage) beginnt Lassa-Fieber schleichend mit allgemeinen Krankheitssymptomen. Dazu gehören grippeähnliche Beschwerden, Leistungsschwäche, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit. Dann steigt das Fieber dauerhaft auf etwa 40 Grad Celsius (sogenanntes Kontinuafieber).

Beginnend mit dem 3. bis 7. Tag entzündet sich in der Regel die Rachenschleimhaut. Manchmal bilden sich schmerzhafte Geschwüre im Mund. Typischerweise sind die Lymphknoten am Hals, selten auch am ganzen Körper, geschwollen und schmerzen bei Druck. Mitunter werden die Symptome von einem leicht erhabenen Hautausschlag, der an Hals und Armen beginnt, begleitet. Charakteristisch für Lassa-Fieber sind kolikartige Bauchschmerzen und breiige bis durchfallartige Stuhlentleerungen. Die Patienten sind jetzt stark geschwächt.

In einigen Fällen sinkt das Fieber nach 5 bis 7 Tagen und die Genesung beginnt. Es sind aber auch schwere Verläufe möglich.

Schwerer Lassa-Verlauf

Steigt die Körpertemperatur nach der fieberfreien Zeit erneut an, verläuft Lassa-Fieber in der Regel schwer. Sichtbare Symptome dieses beginnenden schweren Verlaufes sind Schwellungen der Augenlider und Einblutungen in Haut und Schleimhäute, auch die Organe können betroffen sein. Darauf folgen Nervenausfälle mit Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen. Niedriger Blutdruck und langsamer Herzschlag sowie Wasseransammlungen im Brustfell (Pleuraerguss) oder Herzbeutel (Pericarderguss) sind weitere Symptome schweren Lassa-Fiebers. Die Sterblichkeitsgefahr (Letalität) liegt je nach Ausmaß der Symptome bei 50 bis 90 Prozent. Nicht selten sterben die Patienten etwa zwei Wochen nach Erkrankungsbeginn durch Multiorganversagen.

Lassa-Fieber besonders in der Schwangerschaft gefährlich

Lassa-Fieber ist insbesondere in der Schwangerschaft gefährlich. Schwangere erkranken deutlich schwerer, ebenso ist die Sterblichkeitsrate in der Schwangerschaft mit bis zu 50 Prozent sehr hoch. Nach einer gründlichen Ausschabung der Gebärmutter erhöht sich die Überlebenschance der Mutter.

Allerdings können die Lassa-Viren über den Mutterkuchen (die Plazenta) auf das Ungeborene übertragen werden. Für die ungeborenen Kinder gibt es in diesem Fall keine Hilfe: Sie sterben.

Vor allem wegen dieser Risiken sollten Schwangere nicht in Regionen reisen, in denen ein Infektionsrisiko besteht.

Ursachen

Das Lassa-Virus wird hauptsächlich von rattenähnlichen Mäusen, den Vielzitzenmäusen, übertragen. Diese leben meist in ländlichen Regionen, vorzugsweise in oder in der Nähe von menschlichen Behausungen. Die Mäuse selbst erkranken nicht an Lassa-Fieber, scheiden die Viren aber über Körperflüssigkeiten aus. Menschen infizieren sich meist über kontaminierte Nahrungsmittel.In Afrika essen Menschen mitunter auch infizierte Mäuse und stecken sich so mit dem Lassa-Virus an.

Das Lassa-Virus kann aber auch über kleinste Hautverletzungen wie Insektenstiche, Kratzer oder Pickel in den Organismus gelangen. Weitere Infektionswege sind Schleimhäute und die Atemwege. Es kann durchaus ausreichen, einen mit infiziertem Mäusekot verschmutzten Gegenstand anzufassen und dann mit der Hand an den Mund zu kommen oder kontaminierte Luft einzuatmen, um sich anzustecken.

Übertragung von Mensch zu Mensch

Selten werden Lassa-Viren von Mensch zu Mensch weiter gegeben. Die Ansteckungsfähigkeit hängt vom Zeitpunkt der Erkrankung ab. In der Inkubationszeit und den ersten Tagen nach Ausbruch des Lassa-Fiebers ist das Risiko für eine Übertragung im normalen sozialen Umgang sehr gering. Ausnahme: Der Patient blutet.

Vom 7. bis zum 10. Krankheitstag besteht die größte Ansteckungsgefahr. An diesen Tagen enthalten die Körperflüssigkeiten die meisten Viren. Im nahen Kontakt mit einem Infizierten sind Virenübertragungen über eine Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt mit Speichel oder Schmierinfektionen mit Ausscheidungen möglich. Achtung: Lassa-Viren können noch bis zu 9 Wochen nach Erkrankungsbeginn ausgeschieden werden. Zudem kann das Lassa-Virus bei sexuellen Kontakten übertragen und von Schwangeren auf das ungeborene Kind weitergegeben werden.

Untersuchung

Der Verdacht auf Lassa-Fieber ergibt sich üblicherweise schnell, wenn Patienten von den Symptomen berichten und auf eine kürzliche Afrikareise hinweisen. Die Diagnose Lassa-Fieber lässt sich durch Spezialtests von Blut, Speichel, Urin, Nervenwasser (Liquor) und Brustfellflüssigkeit nachweisen.

Ein Test auf Antikörper ist bei Lassa-Fieber nur wenig hilfreich. Etliche Menschen bilden trotz Infektion keine Antikörper, insbesondere nicht bei schweren Verläufen.

Behandlung

Die Therapie von Lassa-Fieber erfolgt medikamentös mit dem antiviralen Wirkstoff Ribavirin. Dieses Nukleosidanalogon ist der einzige Wirkstoff, der bei Lassa-Fieber nachweislich wirksam ist. Je früher es eingesetzt wird, umso besser sind die Heilungsaussichten. In den ersten 6 Tagen nach Fieberbeginn kann Ribavirin die Sterblichkeit bei schwerem Verlauf von bis zu 80 Prozent auf weniger als 10 Prozent senken.

Ribavirin wird auch in der Therapie von anderen viral ausgelösten Reisekrankheiten wie Hanta-Fieber sowie bei der viralen Leberentzündung Hepatitis C angewendet. Das Medikament bekämpft die Viren, indem es die Viren daran hindert, gesunde Erbsubstanz (DNA) zu bilden. Über welchen Mechanismus das genau gelingt, ist bislang nicht bekannt.

Patienten mit Verdacht auf Lassa-Virus müssen strikt isoliert und in spezialisierten Therapiezentren mit hohen hygienischen Sicherheitsstandards behandelt werden.

Meldepflicht

Lassa-Fieber muss dem Gesundheitsamt bei Krankheitsverdacht, der Erkrankung selbst und Tod durch Lassa-Fieber gemeldet werden. Ebenfalls zu melden ist der direkte oder indirekte Nachweis von Lassa-Viren im Labor. Die Meldungen sind bis spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis vorzunehmen.

Vorbeugung

Gegen Lassa-Fieber gibt es derzeit keine Impfung. Urlauber wie Einheimische können sich nur schützen, indem sie auf Hygiene achten und den Kontakt zu den virusübertragenden Mäusen und deren Ausscheidungen meiden. Dazu gehört, alle Nahrungsmittel vor dem Verzehr zu waschen und Lebensmittel vor den Nagern geschützt aufzubewahren. Auf keinen Fall sollten die Mäuse gegessen werden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.11.2016

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