Leberkrebs

Bei Leberkrebs gehen dem Tumor häufig eine langjährige Schädigung der Leber und eine Leberzirrhose voraus. Die Prognose bei Leberkrebs ist nicht besonders gut, da der Krebs oft erst sehr spät entdeckt wird. Hier finden Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung von Leberkrebs.

Synonyme

Leberzellkrebs, hepatozelluläres Karzinom, HCC

Definition

Leberbeschwerden Untersuchung beim Arzt

Leberkrebs (auch Leberzellkrebs oder hepatozelluläres Karzinom, kurz HCC) ist ein bösartiger Tumor der Leber. Er entwickelt sich aus den Gewebezellen der Leber. Sehr viel seltener können sich in der Leber auch Karzinome aus den teilweise in ihr liegenden Gallengängen (cholangiozelluläres Karzinom) oder aus den Blutgefäßen der Leber (Angiosarkom) bilden.

Leberkrebs verläuft in Stadien

  • Stadium I: Der Tumor ist noch nicht auf die Blutgefäße, Lymphknoten oder andere Organe übergegangen.
  • Stadium II: Der Tumor hat auf benachbarte Blutgefäße übergegriffen, aber nicht auf Lymphknoten oder andere Organe.
  • Stadium III a: Der Tumor ist noch nicht über die die Lebergrenzen hinausgewachsen, ist aber größer als im Stadium I oder II und hat oft auf nahe Blutgefäße übergegriffen.
  • Stadium III b: Der Tumor hat auf Organe in Nähe der Leber übergegriffen, aber nicht auf benachbarte Lymphknoten, noch keine Metastasen in entfernten Organen.
  • Stadium III c: Die regionalen Lymphknoten sind befallen, nicht jedoch andere Organe.
  • Stadium IV: Der Tumor hat andere Organe befallen und Tochtergeschwulste gebildet.

Der Verlauf von Leberkrebs wird auch anhand des TNM-Systems beschrieben. T wie Tumor gibt Auskunft über die Größe des Krebses, N wie Nodus gibt an, ob bereits Lymphknoten betroffen sind, M steht für Metastasen – also möglicherweise schon vorhandene Tochtergeschwüre.

Häufigkeit

Leberkrebs tritt vor allem Asien und Afrika auf. In Europa und den USA ist er relativ selten. In Deutschland erkranken jährlich etwa 6000 Menschen an Leberkrebs. Männer sind zirka zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Frauen.

Symptome

Leberkrebs ist tückisch, da die Symptome in den meisten Fällen erst spät auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium von Leberkrebs kommt es zu:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Verlust von Körperfett, Gewichtsverlust
  • Gelbfärbung der Schleimhaut, Haut und Augen
  • Juckreiz
  • Müdigkeit
  • erhöhte Körpertemperatur
  • aufgetriebener Bauch durch Wasseransammlungen im Bauchraum (sogenannter Aszites) mit Gewichtszunahme trotz Abmagerung
  • Druckschmerz im rechten Oberbauch und/oder tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen.

Ursachen

Leberkrebs entwickelt sich in Deutschland fast immer (in nahezu 80 Prozent aller Fälle) aus einer Leberzirrhose. Bei einer Leberzirrhose werden stetig Leberfunktionszellen zerstört, die Leber büßt nach und nach ihre Funktionsfähigkeit ein. Nach langjähriger Leberschädigung ist im Endstadium der Leberzirrhose das Leberfunktionsgewebe nahezu komplett narbig umgebaut.

Hauptursachen für die Entstehung einer Leberzirrhose und damit auch Leberkrebs sind chronischer Alkoholmissbrauch und chronische Virusinfektionen (vor allem Hepatitis C oder Hepatitis B).

Weitere Risikofaktoren für Leberkrebs sind:

  • angeborene Krankheiten des Eisen- oder Kupferstoffwechsels (z. B. Hämatochromatose, Morbus Wilson)
  • krebserregende Aflatoxine durch Schimmelpilze in der Nahrung
  • ernährungsbedingte Erkrankungen wie Übergewicht und/oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Einnahme von Sexualhormonen oder von oralen Verhütungsmitteln („Pille“)
  • Anabolika beim Doping
  • chemische Substanzen (z. B. das Röntgenkontrastmittel Thorotrast)
  • Angehörigkeit zu Berufsgruppen, die häufig in Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen anderer Menschen kommen (vor allem Beschäftigte im medizinischen Bereich wie Ärzte, Zahnärzte und Pflegekräfte)
  • regelmäßiger Kontakt mit bestimmten Chemikalien wie Lösungsmitteln, Pflanzenschutzmitteln oder Insektiziden (vor allem auch im Berufsalltag)
  • Pflanzenschutzmittel, Holzschutzmittel, Insektizide oder Lösemittel aus Lacken und Farben im privaten Gebrauch.

Des Weiteren fördern genetische Faktoren sowie, in beschränktem Maße, Rauchen die Entstehung von Leberkrebs. Mehrere Risikofaktoren zusammen vervielfachen das Risiko für ein Leberzellkarzinom.

Untersuchung

Die Leberkrebs-Diagnose stützt sich zunächst auf eine Tastuntersuchung des Bauchraumes. Dabei kann Ihr Arzt beispielsweise eine Ansammlung von Wasser im Bauchraum - eine Aszites - spüren und möglicherweise sogar eine geschwollene Leber ertasten. Zudem wird Ihr Arzt auf sogenannte Leberhaut-Zeichen achten. Dazu gehören unter anderem:

  • glatte rote Lippen
  • auffällige rotverfärbte, glatte Zunge
  • gerötete Handflächen und Fußsohlen
  • eingerissene Mundwinkel
  • Hautjucken
  • weiße Nägel, vor allem an den Fingern
  • vermehrtes Hervortreten kleiner Blutgefäßen, sogenannter Gefäßspinnen, auf der Haut.

Leberkrebs im Labor erkennen

Nach der körperlichen Untersuchung wird Blut abgenommen. Im Labor wird darin nach einem bestimmten Antigen, dem sogenannten Alpha1-Fetoprotein gesucht. Dieses Antigen ist ein sogenannter Tumormarker und wird vor allem bei Leberkrebs vermehrt gebildet. Zudem wird nach einer eventuell vorhandenen Virusinfektion mit den Hepatitisviren B und C gefahndet.

Bildgebende Verfahren bei Leberkrebs

Um die Lage des Tumors zu ermitteln, folgt eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes oder eine Computertomografie (CT). Um zu ermitteln, ob der Tumor gut- oder bösartig ist, wird Gewebe entnommen. Dabei sticht man während der Ultraschall- oder CT-Kontrolle bei örtlicher Betäubung den Tumor mit einer feinen Nadel an und entzieht ihm etwas Gewebe. Diese Gewebeprobe wird im Labor mit dem Mikroskop genau auf bösartige Zellen hin untersucht.

Um mögliche Absiedlungen (Tochtergeschwulste, Metastasen) eines Leberkrebses zu entdecken, sind weitere Untersuchungen notwendig, z.B. eine Röntgenaufnahme der Lunge oder CT’s anderer Körperregionen.

Behandlung

Die Therapie von Leberkrebs sollte so früh wie möglich beginnen. Am besten sind die Heilungschancen bei einer zeitigen Operation. Dabei wird entweder nur der Tumor mitsamt dem umgebenden Leberteil entfernt oder aber – z. B. bei Leberzirrhose - das ganze Organ. Danach muss natürlich eine neue Leber transplantiert werden.

Leider ist Leberkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose bei mehr als drei Vierteln der Patienten bereits so groß und/oder in die Umgebung eingewachsen, dass eine Operation nicht mehr infrage kommt. Alternativ können dann nur lokale, tumorzerstörende Verfahren eingesetzt werden. Dazu zählen:

  • perkutane Ethanol/Essigsäuretherapie: Hierbei wird bei Ultraschall- oder CT-Kontrolle 95%iger Alkohol (Ethanol) oder 50%ige Essigsäure mit einer hohlen Nadel direkt in den Tumor gespritzt. Alkohol bzw. Essigsäure zerstören die Tumorzellen an Ort und Stelle.
  • Radiofrequenzablation: Statt chemischer Substanzen wird bei dieser Methode die zerstörende Wirkung von großer Hitze genutzt. Während einer Ultraschall-/CT-Kontrolle führen die Ärzte eine Sonde direkt in den Tumor. Über die Sonde fließen dann Radiofrequenzwellen. Die starke Hitzeentwicklung tötet die Zellen im bösartig veränderten Gewebe ab. Die Hitze kann auch durch Laserstrahlen erzeugt werden.

Beide Verfahren können auch eingesetzt werden, um den Leberkrebs vor einer Operation zu verkleinern.

Wenn Leberkrebs nicht mehr operiert werden kann

Leberkrebs, der nicht operiert und auch nicht zerstört werden kann, wird oft mit einer sogenannten transarteriellen Radioembolisation (TARE) behandelt. Während einer Röntgenkontrolle werden dabei kleine, radioaktive Kügelchen direkt in die Gefäße gespritzt, die den Krebs mit Blut versorgen. Die Kügelchen haben zwei Effekte:

  • Sie bringen eine recht hohe Strahlendosis an den Krebs, die die Tumorzellen abtöten soll.
  • Sie verschließen gleichzeitig die kleinen Gefäße, sodass der Tumor nicht mehr mit Blut und Nährstoffen versorgt wird und kaum weiterwachsen kann. Eine ältere, etwa gleichwertige Methode ist die transarterielle (Chemo)embolisation, kurz TA(C)E. Bei dieser Methode werden über einen Katheter kleine Kunststoffkügelchen in die kleinen, tumorversorgenden Blutgefäße gespritzt. Diese sollen die Krebs-versorgenden Gefäße verschließen. Gleichzeitig kann über den Katheter eine chemotherapeutische Substanz in den Tumor gespritzt werden, die die Zellen abtötet.

Leberkrebs im Endstadium

Bei Leberkrebs im Endstadium kann man versuchen, das Tumorwachstum medikamentös zu stoppen. Dabei zeigt eine herkömmliche Chemotherapie nur wenig Erfolg. Seit einigen Jahren wird daher an Substanzen geforscht, die gezielt den Stoffwechsel des Tumors blockieren. Seit 2006 ist die Substanz Sorafenib für fortgeschrittene Leberkarzinome, bei denen keine Operationen oder anderen Eingriffe mehr möglich sind, zugelassen. Sorafenib hemmt bestimmte Enzyme im Tumor und behindert so das Wachstum des Leberkrebses. Diese Therapie bringt zwar keine Heilung, lindert aber die Beschwerden und verlängert das Überleben um einige Monate.

Prognose

Leider ist die Prognose und somit die Lebenserwartung bei Leberkrebs sehr schlecht. Durchschnittlich überleben Patienten nach der Diagnose Leberkrebs nur 4 bis 12 Monate.

Vorbeugung

Grundsätzlich sollten Sie alles, was die Leber belastet und Schäden anrichten kann, meiden. Mit folgenden Möglichkeiten können Sie Leberkrebs in gewissem Maße vorbeugen:

  • Risikopatienten (z.B. mit einer chronischen Hepatitis B oder C oder einer Leberzirrhose) sollten alle sechs Monate eine Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) des Bauches durchführen lassen, um mögliche bösartige Veränderungen rechtzeitig zu entdecken.
  • Eine gesunde fettarme und ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse führt zu Normalgewicht und hält die Leber gesund.
  • Essen Sie keine verschimmelten Nahrungsmittel.
  • Meiden Sie den Genuss von Alkohol. Als akzeptabel gelten täglich höchstens bis zu 20 Gramm Alkohol (ein halber Liter Bier oder ein Viertelliter Wein) bei Männern und bis zu 10 Gramm bei Frauen. An mindestens einem bis drei Tagen pro Woche sollten Sie komplett auf Alkohol verzichten.
  • Berufsgruppen, die häufig in Kontakt mit Blut, Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen anderer Menschen in Berührung kommen, wird eine Hepatitis-B-Impfung empfohlen.
  • Bei Arbeiten mit leberschädigenden Substanzen wie Tetrachlorkohlenstoff Sicherheitsvorkehrungen einhalten.

Autor: Charly Kahle

Stand: 22.03.2015

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