Lipom

Eine tastbare knotenförmige Verhärtung unter der Haut? Das weckt bei vielen Menschen schlimme Gedanken an eine Krebserkrankung. Tatschlich handelt es sich glücklicherweise fast immer um harmlose Fettgeschwulste. Alles Wichtige über diese gutartigen Zellwucherungen im Ratgeber Lipom.

Synonyme

Fettgeschwulst, Adipozytentumor, benigne Adipozytenneoplasie

Definition

Als Lipom bezeichnen Mediziner eine gutartige Wucherung von Fettgewebszellen (Adipozyten), zuweilen sprechen sie auch von einem Adipozytentumor. Lipome zählen zu den sogenannten Weichteiltumoren. Meistens liegen die Fettgewebsgeschwulste direkt unter der Haut (subkutan) und sind daher leicht zu ertasten. Lipome können unterschiedlich groß werden. Manchmal drücken sie die Haut nach oben. Sehr selten bilden sich Riesenlipome, die bis zu 2 kg schwer werden können.

Die Ursache von Lipomen ist nicht bekannt. Da sie vor allem erst nach dem 40. Lebensjahr auftreten, darf man davon ausgehen, dass alterungsbedingte Einflüsse auf die Fettzellteilung eine Rolle spielen. In aller Regel verursachen Lipome keine Beschwerden und erfordern nicht zwingend eine Therapie. Oft aber sprechen kosmetische Gründe für eine Behandlung. Dann sind Fettabsaugungen oder kleine chirurgische Eingriffe das Mittel der Wahl.

Häufigkeit

Lipome sind ab dem 40. Lebensjahr sehr häufig. Für Allgemeinmediziner und Hautärzte gehören sie zum praktischen Alltag. Bei Männern sind Lipome etwas häufiger als bei Frauen. Auf 100 Menschen kommen pro Jahr 2,1 Fälle. Diese Angabe bezieht sich auf die Gesamtbevölkerung. Zum Vergleich: Das bösartige Liposarkom hat eine Häufigkeit von 2,5 Neuerkrankungen je eine Million Einwohner und Jahr.

Symptome

Lipome bilden sich meist im Unterhautfettgewebe und sind daher als ovale oder runde Knoten unter der Haut tastbar. Diese subkutanen Lipome lassen sich in der Regel leicht bewegen. Häufig fallen die Fettgeschwulste über lange Zeit gar nicht auf. Seltener bilden sich Lipome in tieferliegenden Gewebeschichten. Mediziner bezeichnen diese Fettgeschwulste als infiltrierende Lipome. Diese fallen meist als Zufallsbefund bei anderen Untersuchungen auf.

Die Größe von Lipomen kann sehr unterschiedlich sein. Das Volumen der meisten subkutanen Lipome liegt zwischen dem von Erbsen und Haselnüssen. Schmerzen verursachen Lipome zuweilen, wenn Druck auf sie ausgeübt wird. Dieser Druck entsteht beispielsweise bei Bewegungen, wenn Lipome in der Nähe von Gelenken oder Muskeln liegen.

Die Geschwulste bilden sich vor allem an der hinteren und seitlichen Kopf-Hals-Region, an Armen und Beinen sowie am Oberkörper. Gesicht, Kopfhaut, Hände, Finger und Füße sind nur selten befallen.

Sonderformen des Lipoms

  • Riesenlipom: In seltenen Ausnahmefällen bilden sich auch sehr ausgedehnte Fettwucherungen, deren Gewicht auf mehr als 10 kg anwachsen kann. Ab einer Lipomgröße von mehr als 5 cm sprechen Mediziner von einem Riesenlipom.
  • Als Angiolipom bezeichnen Mediziner Lipome, in die auch Blutgefäße eingewachsen sind. In der Regel handelt es sich dabei um Blutgefäße, die durch Blutgerinnsel verstopft sind. Angiolipome können starke Schmerzen verursachen. Im Unterschied zu normalen Lipomen treten sie nicht vorzugsweise bei Menschen über 50, sondern bei jungen Männern auf.
  • Das Spindelzell-Lipom ist eine weitere Sonderform des Lipoms. Charakteristisch für diese Variante sind Fettgeschwulste im Bereich des oberen Rückens, der Schulter und im Nacken. Das Spindelzell-Lipom betrifft vor allem Männer zwischen 45 und 60.
  • Das angeborene spinale Lipom ist ebenfalls eine Sonderform des Lipoms. Dabei handelt es sich um Fettgewebsansammlungen im Wirbelsäulenkanal. Diese Lipome sind Folge einer seltenen embryonalen Entwicklungsstörung.

Ursachen

Die Ursache von Lipomen ist nicht bekannt. Da die meisten Gewebswucherungen nach dem 50. Lebensjahr auftreten, darf eine alterungsbedingte Komponente vermutet werden. Aber auch das ist nicht bewiesen.

Lediglich bei den Sonderformen gibt es Hinweise auf andere Erkrankungen als Ursache. So geht das gleichzeitige Auftreten von mehreren Lipomen (Lipomatose) nicht selten mit Stoffwechselerkrankungen einher. Beispiele dafür sind Diabetes (Zuckerkrankheit) sowie erhöhte Harnsäurespiegel (Hyperurikämie, beispielsweise bei Gicht) oder erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie). Auch bei Neurofibromatose kommt es überdurchschnittlich oft zu Lipomen. Belegt ist der ursächliche Zusammenhang von Lipomen und diesen Erkrankungen bzw. Symptomen aber nicht.

Untersuchung

Die Verdachtsdiagnose Lipom stellen Allgemeinmediziner, Hautärzte oder Chirurgen in der Regel anhand einer einfachen Sicht- und Tastuntersuchung. In vielen Fällen lassen sich Lipome schon mit einer Ultraschalluntersuchung ausreichend sicher von Zysten oder anderen Wucherungen unterscheiden. Manchmal braucht es dazu auch eine Röntgenuntersuchung, bei tief liegenden Lipomen selten auch eine Magnetresonanztomografie. Sehr selten muss eine Gewebeprobe entnommen werden, um schwere Erkrankungen oder ein bösartiges Liposarkom als Ursache der Geschwulstbildung auszuschließen. Schmerzende Wucherungen, die rasch wachsen und nicht verschiebbar sind, können auf ein solches Liposarkom hinweisen. Diese Verdachtsdiagnose wird der Arzt durch bildgebende Verfahren wie Computertomografie, Magnetresonanztomografie, Angiografie und/oder Szintigrafie abklären.

Behandlung

Hautnahe Lipome, die keine Beschwerden verursachen und kosmetisch nicht stören, brauchen keine gezielte Therapie. Wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt Beschwerden einstellen oder wenn die Geschwulste optisch auffällig werden, können die Lipome dann immer noch entfernt werden.

Lipome operativ entfernen

Die einzige Therapie von Lipomen besteht darin, die Fettgeschwulste operativ zu entfernen. Bei kleinen subkutanen Lipomen kann dieser Eingriff unter lokaler Betäubung ambulant bei einem Hautarzt oder Chirurgen erfolgen. Größere oder tief sitzende Lipome werden in der Regel bei einer OP unter Vollnarkose entfernt. Das gilt auch für die Behandlung von mehreren Lipomen. Je nach Lage der Geschwulste kann das mit einem mehrtägigen Klinikaufenthalt einhergehen.

Absaugen von Lipomen (Liposuktion)

Eine nicht ganz vollwertige Alternative zur operativen Entfernung von Lipomen ist das Absaugen von Lipomen. Nachteil der Liposuktion: Das Lipom lässt sich nicht immer vollständig absaugen. Zuweilen verbleibt vor allem die Bindegewebskapsel der Geschwulst im Gewebe. Das befördert die Bildung von neuen Lipomen. Daher ist die Liposuktion vor allem bei kleinen Lipomen eine Option. Außerdem kommt sie infrage, wenn eine Narbenbildung aus kosmetischen Gründen nach Möglichkeit weitgehend vermieden werden soll.

Krankheitsverlauf

Die Prognose bei Lipomen ist sehr gut. Komplikationen in Verlauf oder Behandlung sind nahezu nicht bekannt. Lipome können sich nach einer Entfernung jederzeit neu bilden.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung von Lipomen ist nicht möglich, weil die Ursachen und Auslöser weitestgehend unbekannt sind.

Autor: Charly Kahle

Stand: 10.09.2017

  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige
www.medicaments-24.com/kamagra/

www.steroid-pharm.com/test-p-100.html

www.medicaments-24.com