Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist vor allem Endstadium von Lungenerkrankungen wie chronischer Bronchitis oder COPD. Lesen Sie mehr über Symptome, Ursachen und Behandlung.

Synonyme

Emphysema pulmonum, pulmonales Emphysem, Lungenüberblähung, Lungenblähung

Definition

Arzt bewertet Lungenultraschall

Das Lungenemphysem ist eine schwere, voranschreitende und nicht heilbare Erkrankung der Lunge. Mediziner bezeichnen es auch als pulmonales Emphysem. Die Umgangssprache kennt vor allem die Krankheitsbezeichnungen Lungenblähung oder Lungenüberblähung. Bei einem Lungenemphysem nimmt die Lungenfunktion immer weiter ab. Dadurch entsteht eine fortschreitende Atemnot. Die damit einhergehende Sauerstoffnot schränkt nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit stark ein. Es kommt außerdem zu Folgereaktionen, die unter anderem das Herz schwer belasten. Typische Folge des Lungenemphysems ist beispielsweise das Cor pulmonale, eine häufige Form der Rechtsherzschwäche.

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Neben der erworbenen Form des Lungenemphysems gibt es auch eine angeborene Variante. Alpha-1-Antitrypsin-Mangel zählt mit 2,5 Neuerkrankungen pro 10.000 Einwohnern und Jahr zu den seltenen Erkrankungen. Bei dieser Erkrankung löst der angeborene Mangel des Eiweißes Alpha-1-Antitrypsin chronische entzündliche Prozesse in der Lunge aus.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von Lungenemphysemen wächst nach Einschätzung von Experten besorgniserregend. Genaue Zahlen sind nicht verfügbar, da Lungenemphysem und COPD nicht immer sauber getrennt erfasst werden. Man geht aber von etwa einer Million Fälle in Deutschland aus. Die überwiegende Mehrheit der Lungenemphyseme entfällt auf Raucher und Raucherinnen jenseits des 50. Lebensjahres.

Symptome

Charakteristisches Symptom von Lungenemphysem ist zunehmende Atemnot (Dyspnoe). In der Regel tritt die Atemnot zunächst nur bei körperlicher Belastung auf. Mit Fortschreiten der Erkrankung besteht die Atemnot sogar bei körperlicher Ruhe.

Fortgeschrittene Lungenemphyseme verursachen chronischen Sauerstoffmangel, der an einer Blaufärbung von Lippen und Fingern (Zyanose) zu erkennen ist. Ein weiteres sichtbares Symptom von Lungenemphysem ist eine fassähnliche Vergrößerung des Oberkörpers, die sogenannte Fassbrust. Mediziner sprechen vom Fassthorax. Die Fassbrust entsteht, weil sich das Lungengewebe immer weiter überbläht.

Ursachen

Mit Abstand häufigste Ursache von Lungenemphysem sind chronische Lungenerkrankungen wie Bronchitis und COPD. Häufigste Ursache für diese Erkrankungen ist das Rauchen.
Bei gesunden Menschen gelangt die Atemluft über die Bronchien an die Lungenbläschen. In diesen Alveolen findet der Gasaustausch statt. Während des Gasaustausches nehmen die elastischen Lungenbläschen den Sauerstoff aus der Einatemluft auf und geben anschließend Kohlendioxid aus dem Blut mit der Ausatemluft wieder ab. Das setzt eine gewisse Spannkraft voraus. Bei einem Lungenemphysem geht diese Spannkraft infolge von Entzündungsprozessen nach und nach verloren. Die Lungenbläschen werden zunehmend unelastischer und sind nicht mehr in der Lage, die Ausatemluft vollständig abzugeben. Infolge kann auch weniger frische Einatemluft aufgenommen werden. Dadurch blähen die Alveolen auf und verlieren letztlich gänzlich ihre Funktion. Mitunter wandeln sich die kleinen Lungenbläschen in große Emphysemblasen um.

Die etwa 300 Millionen Lungenbläschen eines gesunden Menschen haben eine Oberfläche in der Größe eines Fußballfeldes. Bei Lungenemphysemen schrumpft diese Fläche für den Gasaustausch mitunter auf Handtuchgröße.

Behandlung

Lungenemphyseme sind nicht heilbar. Die Behandlung kann lediglich die Symptome lindern. Am allerwichtigsten ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern oder wenigstens zu verlangsamen. Dazu ist es unbedingt notwendig, das Rauchen einzustellen.

Medikamentöse Therapie bei Lungenemphysem

Die Symptome von nicht all zu weit fortgeschrittenen Lungenemphysemen lassen sich durch eine medikamentöse Therapie lindern. Ziel dieser Therapie ist, die Bronchien zu erweitern (Bronchodilatation) und die Entzündungsprozesse in der Lunge zu stoppen. Häufig werden dazu sogenannte Beta-2-Sympathomimetika inhaliert. Wirkstoffe dieser Gruppe sind Salbutamol, Salmeterol oder Reproterol. Anticholinergika wie Ipratropium oder inhalative Glukokortikoide wie Budesonid, Beclometason oder Fluticason haben noch stärker entzündungshemmende Eigenschaften.

Bei angeborenem Alpha-1-Antitrypsin-Mangel kann das Eiweiß in Form von Medikamenten (Infusionen) gegeben werden und so die Entstehung des Lungenemphysems verhindern. Leider ist die Therapie sehr kostenintensiv und nicht so erfolgsversprechend, wie man es sich anfangs erhoffte.

Bei sehr weitfortgeschrittenen Lungenemphysemen bleibt bei ausgewählten Emphysempatienten (jünger als 60 Jahre, hohe therapeutische Motivation, keinerlei zusätzliche Komplikationen) nur die Lungentransplantation als letzte Chance. Die Möglichkeiten der künstlichen Beatmung sind aufgrund der Charakteristik der Erkrankung sehr begrenzt.

Autor: Charly Kahle

Stand: 23.11.2017

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