Lungenkrebs

Lungenkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen. Mehr über Symptome, Ursachen & Behandlung sowie Vorbeugung.

Synonyme

Bronchialkarzinom, Lungenkarzinom, bronchogenes Karzinom, Bronchuskarzinom, SCLC (small cell lung carcinoma; kleinzelliger Lungenkrebs), NSCLC (non small cell lung carcinoma; nicht-kleinzelliger Lungenkrebs)

Definition

Lungenkrebs

Mediziner bezeichnen Lungenkrebs als Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom. Dabei unterscheiden sie vor allem kleinzellige Lungenkarzinome und nichtkleinzellige Tumoren.

  • Nicht-kleinzellige Lungenkrebsformen sind mit 85 Prozent der Fälle die häufigste Form. Sie werden auch als NSCLC bezeichnet. Die Abkürzung steht für non small cell lung carcinoma. Die häufigsten NSCLC-Formen sind Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom oder großzelliges Karzinom. Nicht-kleinzellige Lungenkrebsformen werden in aller Regel operiert. Je nach Stadium schließen sich Chemo- und/oder Strahlentherapien an. Wie bei den anderen Lungenkrebsformen hängen Heilung und Überlebensdauer wesentlich davon ab, ob das Bronchialkarzinom früh genug entdeckt wird.
  • Kleinzellige Lungenkrebserkrankungen oder SCLC (small cell lung carcinoma) werden im Deutschen auch als Haferzellkarzinom bezeichnet. Diese Lungenkrebsform bildet Tumoren, die meist schon sehr früh streuen und Tochtergeschwüre (Metastasen) bilden. Daher haben Chemotherapie, Strahlentherapie und Immuntherapie in der Behandlung von kleinzelligem Lungenkrebs eine noch größere Bedeutung.

Lungenkrebs kann sich überall in der Lunge entwickeln. In den meisten Fällen bilden sich die bösartigen Zellwucherungen (Tumoren) in den Lungenbläschen oder den Bronchien. Zuweilen finden sich Krebsgeschwüre in der Lunge, die genetisch nichts mit Lungenkrebs zu tun haben. In diesen Fällen handelt es sich um Tochtergeschwülste von Krebserkrankungen in anderen Organen.

Lungenkrebs zählt zu den besonders häufigen Krebserkrankungen. Bei Männern steht er an Platz 2 der bösartigen Tumorerkrankungen, bei Frauen an 3. Stelle. Mit Abstand häufigste Ursache ist das Rauchen.

Häufigkeit

Lungenkrebs ist eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen. Bei Männern steht er an Platz 2 der bösartigen Tumorerkrankungen, bei Frauen an 3. Stelle. Die aktuellsten Angaben des Robert-Koch-Instituts schätzen die Zahl der Neuerkrankungen mit Lungenkrebs für 2018 auf 33.700 Männer und 22.000 Frauen. Während die Zahl der Männer mit erstmaligem Lungenkrebs seit vielen Jahren beständig zurückgeht, ist der Trend bei Frauen genau umgekehrt. Hier steigt die Zahl der Neuerkrankungen kontinuierlich und deutlich. Beispielsweise registrierte das RKI im Jahr 2013 noch 19.200 neue Lungenkrebsfälle bei Frauen. Im Vergleich zur Prognose für 2018 eine Steigerung von gut 10 Prozent in 5 Jahren. Bei Männern sank die Neuerkrankungsrate (Inzidenz) in diesem Zeitraum von 35.310 auf 33.700.

Bei Männern ist Lungenkrebs die häufigste krebsbedingte Todesursache. Bei Frauen verläuft nur Brustkrebs noch häufiger tödlich. Pro Jahr sterben in Deutschland etwa 30.000 Männer an Lungenkrebs. Die Zahl der weiblichen Lungenkrebsopfer liegt bei 15.000 – Tendenz steigend. Zum Zeitpunkt der Lungenkrebsdiagnose sind Männer (69) und Frauen (70) nahezu gleich alt.

Symptome

Die Symptome von Lungenkrebs entwickeln sich in aller Regel sehr langsam. Klassische Warnsymptome fehlen, da die Lunge - mit Ausnahme der größeren Bronchien - nicht schmerzempfindlich ist. Deshalb kann die Erkrankung über viele Jahre unbemerkt bleiben und wird in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Oft wird Lungenkrebs auch zufällig entdeckt, beispielsweise bei einer Röntgenuntersuchung der Lunge. Zuweilen führen Rückenschmerzen, übermäßige Müdigkeit und Fieberschübe (vor allem nachts) zum Arzt.

Frühwarnzeichen für Lungenkrebs

Zu den möglichen Symptomen und damit zu den Frühwarnzeichen für Lungenkrebs zählen vor allem:

Lungenkrebsstadien

Dem Verlauf nach wird Lungenkrebs in Stadien eingeteilt.

Stadien von kleinzelligem Lungenkrebs

Da kleinzelliger Lungenkrebs, weitaus aggressiver wächst als nicht-kleinzellige Tumoren, unterscheidet man nur zwei Stadien.

  • Im Stadium 1 (begrenztes Stadium) bleibt das SCLC auf einen Lungenflügel beschränkt.
  • Im Stadium 2 (fortgeschrittenem Stadium) breitet er sich in den zweiten Lungenflügel aus, dringt in umliegende Gewebe, Organe und Lymphknoten und bildet Metastasen.

6 Stadien von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

Der sehr viel häufiger vorkommende nicht-kleinzellige Lungenkrebs wächst weniger schnell und kann somit auch detaillierter eingeteilt werden. Die unterschiedlichen 6 Erkrankungsstadien beim NSCLC sind:

  • Okkultes Stadium: Im Hustenauswurf sind Krebszellen nachweisbar, in der Lunge selbst kann aber noch kein Lungenkrebs festgestellt werden.
  • Stadium 0: Frühzeitiges Krebsstadium, in dem nur wenige Zellschichten betroffen sind. Das Krebsgeschwür ist noch nicht durch die Lungenoberfläche hindurchgewachsen.
  • Stadium 1: Der Tumor (klein bis mittelgroß) hat das Lungengewebe durchdrungen, bleibt aber örtlich begrenzt. Die Lymphknoten sind noch nicht befallen und es haben sich noch keine Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet.
  • Stadium 2: Der Tumor (mittelgroß bis groß) hat sich weiter ausgebreitet, im Stadium 2a ohne Lymphknotenbefall. Im Stadium 2b können Lymphknoten derselben Seite, neben dem Luftweg (Bronchus) oder an der Lungenwurzel befallen sein.
  • Stadium 3: Der Tumor (groß bis sehr groß) hat sich über die Lungen hinaus ausgebreitet, bleibt bis Stadium 3a aber noch in der gleichen Brustseite. Ab Stadium 3b wächst der Tumor seitenübergreifend und dehnt sich über die gesamte Lunge aus. Die Lymphknoten sind grundsätzlich befallen.
  • Stadium 4: Der Tumor hat sich über die Lunge hinaus ausgebreitet und es sind Tochtergeschwüre außerhalb der Lunge nachweisbar – meist in Knochen, Leber und Gehirn.

Ursachen

Die absolute Mehrzahl der Lungenkrebserkrankungen wird durch Rauchen und Passivrauchen verursacht. Und auch die anderen Ursachen gehen auf das Einatmen von Giftstoffen zurück. Für eine erbliche Neigung zu Lungenkrebs gibt es nach aktuellem Stand der medizinischen Forschung keine Anhaltspunkte. Vielmehr ist die Fachwelt sich einig, dass mit der Atemluft in die Lunge gelangende Schadstoffe Zellen im Lungengewebe so schädigen, dass sie entarten und wuchern, also Krebstumoren bilden. Die besonders häufigen nicht-kleinzelligen Lungenkrebsarten werden nach dem Entstehungsort in Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome oder großzellige Karzinome unterschieden.

Rauchen häufigste Ursache für Lungenkrebs

Mit Abstand häufigste Ursache von Lungenkrebs ist das Rauchen. Experten schätzen, dass 9 von 10 Lungenkrebserkrankungen durch Rauchen verursacht werden. Bei jedem Inhalieren von tabakhaltigen Produkten gelangen mit dem Tabakrauch krebserregende Substanzen in die Atemwege und die Lunge. Von den nahezu 5.000 Inhaltsstoffen des Tabakrauchs gelten wenigstens 90 als nachgewiesenermaßen oder sehr wahrscheinlich krebserregend.

Umwelteinflüsse von Radon bis Feinstaub

Die übrigen 10 Prozent der Lungenkrebserkrankungen gehen nach aktuellem Stand der Wissenschaft vor allem auf Umwelteinflüsse zurück. Dazu gehören Risiken, denen alle Menschen gleichermaßen ausgesetzt sind. Das gilt beispielsweise für die Umweltbelastung durch Radon. Dieses Edelgas kommt unter anderem natürlicherweise im Erdreich vor. Es kann in Gebäude ausströmen und sich dort sammeln. In Regionen mit erhöhter Radonbelastung () sollten Gebäude und Keller daher regelmäßig gelüftet werden.

Eine andere seltene Ursache von Lungenkrebs ist die Feinstaubbelastung aus der Umwelt. Dazu zählen vor allem die Abgase aus Dieselkraftfahrzeugen sowie Feinstäube und andere Formen der Luftverschmutzung aus Industrie und Privathaushalten.

Asbestose und Lungenkrebs

Zu den in der Öffentlichkeit bekanntesten Auslösern von Lungenkrebs zählt Asbest. Die feinen Fasern des Dämmstoffes führen zu entzündlichen Veränderungen und Vernarbungen des Lungengewebes, die Mediziner als Asbestose bezeichnen. Asbestose kann noch nach Jahrzehnten in Lungenkrebs übergehen. Wegen seiner Gefährlichkeit ist die Verwendung von Asbest in Deutschland seit 1995 verboten. Es gibt aber auch heute noch Gebäude, die mit Asbest belastet sind. Eine andere Quelle sind Nachtspeicherheizungen mit asbesthaltigen Isolierungen.

Schadstoffe am Arbeitsplatz

Schadstoffe an bestimmten Arbeitsplätzen sind weitere Ursachen von Lungenkrebs. Insbesondere in der chemischen Industrie, im Bergbau sowie im Bau und in metallverarbeitenden Berufen sind Beschäftigte einem erhöhten Risiko für die Belastung durch lungenkrebsauslösende Gift- und Schadstoffe ausgesetzt. Dazu zählen beispielsweise Verbindungen mit Arsen, Chrom oder Nickel sowie Quarzstäube.

Lungenkrebs durch Medikamente?

Im Oktober 2018 sorgte . Demnach soll die Einnahme von ACE-Hemmern gegen Bluthochdruck und Herzschwäche das Risiko für Lungenkrebs um bis zu 6 Prozent erhöhen. Ob dem tatsächlich so ist, wird von anderen Experten sehr bezweifelt. , da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handele.

Diagnose

Zur Diagnose von Lungenkrebs steht eine ganze Reihe von Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei einem entsprechenden Verdacht wird Ihr Arzt nach Erhebung der Krankengeschichte und einer eingehenden körperlichen Untersuchung die Lungenfunktion überprüfen. Anschließend werden bildgebende Verfahren angeordnet. Das sind in der Regel klassische Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs und der Lunge. Eine detaillierte Übersicht wird mittels Computertomografie (CT) erlangt.

Häufigste Untersuchungsverfahren bei der Erstdiagnose

Bronchoskopie: Bestätigt sich die Verdachtsdiagnose Lungenkrebs durch Röntgen oder CT folgt in aller Regel einer Lungenspiegelung. Die Bronchoskopie ist eine kathetertechnische Untersuchung der Lunge. Dabei wird ein kleiner Schlauch über die Atemwege in die Lunge geführt. Mittels einer Optik kann sich der Arzt so ein Bild vom Zustand des Lungengewebes und insbesondere des Tumors machen. Bei der Bronchoskopie wird auch eine kleine Probe des Tumors oder auffälligen Lungengewebes entnommen (Biopsie). Das so gewonnene Zellmaterial wird anschließend labortechnisch untersucht.

Nadelbiopsie: Zuweilen sind Lungentumoren bei einer Bronchoskopie nicht erreichbar. Dann wird das Zellmaterial entweder durch die Haut von außen oder von innen durch die Speiseröhre gewonnen.

Suche nach Lungenkrebsmetastasen

Lungenkrebs wird häufig erst in einem sehr späten Stadium entdeckt. Dann haben sich nicht selten schon Tochtergeschwüre gebildet. Diese Metastasen sind auf einfachen Röntgen- oder CT-Bildern nicht immer klar zu erkennen. Zur Auffindung von Tochtergeschwüren kommt häufig eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) zum Einsatz.

  • Mit einer Positronen-Emissionstomografie (PET) lassen sich Tumoren nahezu überall im Körper nachweisen. Bei diesem Verfahren macht man sich zunutze, dass die Stoffwechselaktivität von Tumorzellen in der Regel stärker ist als die gesunder Zellen. Vor der Untersuchung in dem CT-ähnlich aussehenden Geräts wird ein radioaktiver Marker verabreicht, der sich in den Tumorzellen anreichert und durch die PET nachweisbar wird. Bei einer PET-CT werden beide Verfahren gleichzeitig angewandt.
  • Die Knochen- oder Skelettszintigrafie wird eingesetzt, um etwaige Metastasen in den Knochen zu entdecken.
  • Einige Krebsmetastasen lassen sich durch eine Ultraschalluntersuchung nachweisen. Die Sonografie ist beispielsweise gut dazu geeignet, Tochtergeschwüre von Lungenkrebs in der Leber aufzuspüren.

Die hier beschriebenen Techniken stellen nur einen Ausschnitt der diagnostischen Verfahren bei Lungenkrebs dar.

Behandlung

Die Behandlung von Lungenkrebs zielt darauf ab, einerseits die Krebszellen zu zerstören und andererseits das Wachstum bzw. die Neubildung von Tumoren zu verhindern. Dabei werden – je nach Art des Lungenkrebses – Chemotherapie und Strahlentherapie sowie Operationen eingesetzt. Grundsätzlich richtet sich die Therapie nach den individuellen Voraussetzungen und nach der Art des Tumors.

Therapie von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen

Nicht-kleinzellige Lungenkarzinome sind die mit Abstand häufigste Form von Lungenkrebs. Die Aussicht auf Heilung hängt ganz erheblich davon ab, wie früh der Lungentumor entdeckt wird. Da Raucher Beschwerden wie Hustenreiz, nachlassende Leistungsfähigkeit oder Atemnot oft nicht ernst nehmen, verzögert sich die möglicherweise lebensrettende Diagnose mitunter um Jahre.

Die Therapie von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen kombiniert in der Regel verschiedene Behandlungsansätze, nämlich Chemotherapie, medikamentöse Therapie sowie Bestrahlung und Operation.

NSCLC-Therapie im okkulten Stadium: In diesem sehr frühen Stadium können die Krebszellen in der Regel vollständig operativ oder photodynamisch mittels Bronchoskopie entfernt werden.

NSCLC-Therapie im Stadium 0: In diesem Stadium ist es ebenso wahrscheinlich, den Tumor vollständig operativ entfernen zu können. Während der Operation wird versucht, möglichst viel umliegendes gesundes Lungengewebe zu erhalten.

NSCLC-Therapie im Stadium I: Auch in diesen Fällen ist die Chance, den Lungenkrebs operativ vollständig zu entfernen, hoch. Während der Operation müssen jedoch größere Anteile von umliegendem Lungengewebe mitentfernt werden. Dadurch wird die Lungenfunktionsfähigkeit erheblich eingeschränkt. Mitunter ist die Lungenfunktion durch den Krebs aber bereits so geschwächt, dass von einer großzügigen Entfernung abgeraten wird. Das lässt sich aber nur im Einzelfall gezielt beurteilen. Auch bei rechtzeitiger Diagnose kann es erforderlich werden, nicht-kleinzellige Lungentumoren mit Chemotherapie oder Strahlentherapie zu behandeln.

NSCLC-Therapie im Stadium II: Auch größere nicht-kleinzellige Lungengeschwüre werden zunächst meistens operativ entfernt. An die Operation schließt sich in der Regel eine Chemotherapie. Bei dieser systemischen (auf den ganzen Körper wirkenden) medikamentösen Therapie wird ein starkes Zellgift verabreicht, das vor allem die Tumorzellen angreift. In der Chemotherapie von Lungenkrebs dieses Stadiums wird vor allem das Zytostatikum Cisplatid angewendet.

Insbesondere bei Patientinnen und Patienten im höheren Älter oder schlechter allgemeiner Verfassung ist mitunter schon vor der OP absehbar, dass die Chemotherapie nach der OP zu belastend wäre. Unter anderem kann in diesen Fällen die Chemotherapie auch vor der OP erfolgen. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft belegen aktuelle Studien, dass die Behandlung so zu besseren Ergebnissen führt.

Eine weitere Behandlungsoption ist die Strahlentherapie. Sie wird beispielsweise angewendet, wenn sich das Tumorgewebe nicht restlos operativ entfernen lässt oder eine Operation nicht möglich ist.

NSCLC-Therapie im Stadium III: Das Stadium III wird – je nach Ausdehnung und Befall von Lymphknoten und anderen Geweben – in unterschiedliche Grade unterteilt. Bei den „leichteren“ Formen ähnelt die Behandlung der in Stadium II, die allerdings oft durch eine Strahlentherapie erweitert wird.

Bei einem ausgedehnten Befall der Lymphknoten oder anderer Organe wird ein mehrstufiges Behandlungskonzept individuell abgestimmt. In der Regel steht am Beginn dieser Behandlung eine Chemotherapie, die mitunter mit einer gleichzeitigen Strahlentherapie kombiniert wird. Wenn die Tumoren infolge dieser Therapie schrumpfen, ergibt sich mitunter die Chance, verbleibende Krebsgeschwülste auch operativ zu entfernen.

NSCLC-Therapie im Stadium IV: Im Endstadium ist Lungenkrebs nicht mehr aussichtsreich zu behandeln. Hier konzentriert sich die Therapie, die Beschwerden zu lindern und für eine den Umständen entsprechende möglichst gute Lebensqualität zu sorgen. Zum Einsatz kommen häufig eine palliative Chemotherapie und/oder Bestrahlung sowie eine Schmerztherapie.

Therapie von kleinzelligen Lungenkarzinomen

Kleinzellige Formen von Lungenkrebs machen etwa 15 Prozent der Bronchialkarzinome aus. Sie schreiten in aller Regel sehr schnell voran und bilden auch früh Metastasen. Zudem werden kleinzellige Tumoren häufig erst spät entdeckt. Eine operative Entfernung des Tumorgewebes ist dann sehr oft nicht mehr möglich. Je früher kleinzellige Formen von Lungenkrebs entdeckt werden, umso besser sind die Aussichten für die Behandlung. In aller Regel sprechen kleinzellige Lungenkrebserkrankungen besser auf eine Chemotherapie als nichtkleinzellige Tumoren.

Lungenkrebsbehandlung im Stadium I: Kleinzellige Lungenkarzinome (SCLC-Tumoren) werden nur sehr selten (etwa 5 Prozent der Fälle) so frühzeitig entdeckt. Mitunter bietet sich dann noch die Gelegenheit, einen örtlich begrenzten Tumor operativ zu entfernen. An diesen Eingriff schließt sich immer eine Chemotherapie an. Mitunter wird die Chemotherapie mit einer Bestrahlung kombiniert. Bei dieser simultanen Strahlenchemotherapie erhalten die Betroffenen meist bis zu 6 Behandlungszyklen mit den Krebsmedikamenten Cisplatin und Etoposid. Um eine Ausbreitung des Tumors in das Gehirn zu verhindern, wird gegebenenfalls vorbeugend auch der Schädel bestrahlt. Ziel der Lungenkrebsbehandlung im Stadium I ist es, die Krebserkrankung zu heilen.

Lungenkrebsbehandlung im Stadium II: In mehr als der Hälfte aller Fälle wird kleinzelliger Lungenkrebs erst in diesem Stadium entdeckt. Sehr seltenen besteht auch jetzt noch die Chance auf Heilung. In der Regel kann aber nur noch das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Dafür werden üblicherweise Chemotherapie und Bestrahlungstherapie kombiniert als Radiochemotherapie verabreicht. Die Behandlung von stark fortgeschrittenen SCLC-Tumoren zielt darauf ab, die Symptome zu mindern und das bestmögliche Maß an Lebensqualität zu erhalten. Behandlungsmittel der Wahl bleibt die Chemotherapie. Auch hier hat sich die Wirksamkeit der Kombination von Cisplatin mit Etoposid (oder Carboplatin) bewährt. Je nach Belastungsfähigkeit der Erkrankten kann auch eine Chemotherapie mit nur einem Wirkstoff erfolgen.

Moderne Krebsmedikamente

Die Krebstherapie macht enorme Fortschritte. Moderne Krebsmedikamente sind beispielsweise in der Lage, die Wachstumssignale in Tumorzellen zu stören (Tyrosinkinasehemmer) oder andere Stoffwechselprozesse der Krebsgeschwüre zu beeinflussen (Multikinasehemmer). Sogenannte Angiogenesehemmer behindern das Wachstum von Blutgefäßen in Tumoren und schneiden den Krebszellen so die Versorgungswege ab. Die modernen Krebsmedikamente sind aber längst nicht für alle Patientinnen und Patienten gleichermaßen gut geeignet. Ihre Wirksamkeit ist nicht selten auf sehr bestimmte Formen von Tumorzellen begrenzt.

Prognose

Grundsätzlich gilt: Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, umso besser sind die Heilungsaussichten. Ganz allgemein aber ist die Prognose von Lungenkrebs nicht sehr gut. Für kleinzelligen Lungenkrebs muss sie sogar als sehr schlecht eingestuft werden. Das liegt einerseits am aggressiven Tumorwachstum und andererseits an der sehr frühen Bildung von Fernmetastasen. Unbehandelt beträgt die durchschnittliche Überlebenszeit (ÜLZ) nach Diagnosestellung weniger als drei Monate. Mit Chemotherapie kann die ÜLZ im Schnitt auf 15 bis 20 Monate (SCLC-Stadium 1) und 8 bis 13 Monate (SCLC-Stadium 2) verlängert werden. Die 5-Jahresüberlebensrate liegt im Stadium 1 bei weniger als 10 Prozent und im Stadium 2 bei etwa 1 Prozent.

Prognose bei nicht-kleinzelligen Lungenkrebs etwas besser

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs ist die Prognose etwas besser. Im frühen NSCLC-Stadium I liegt die postoperative 5-Jahresüberlebensrate bei 75 bis 80 Prozent, im Stadium 2 zwischen 35 und 55 Prozent. Ab NSCLC-Stadium III sind die Heilungsaussichten eher gering. Im Stadium 3b überleben nur zwischen 5 und 10 Prozent die ersten 5 Jahre nach Tumorbehandlung. In Stadium IV ist eine Heilung nahezu unmöglich.

Lebenserwartung bei Lungenkrebs

Die Lebenserwartung bei fortgeschrittenem Lungenkrebs (SCLC und NSCLC) ist deutlich eingeschränkt. Dabei schneiden Männer deutlich ungünstiger ab als Frauen. 5 Jahre nach der Diagnose liegt die Überlebensrate für Männer im statistischen Mittel bei 13 Prozent (Frauen: 18 Prozent). 10 Jahre nach der Diagnose leben noch 8 Prozent der Männer und 12 Prozent der Frauen.

Das mittlere Sterbealter bei Lungenkrebs liegt bei 71 Jahren für Frauen und 72 Jahren für Männer.

Vorbeugung

Klassische Früherkennungsmaßnahmen im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen wie etwa bei Prostata-, Darm- oder Brustkrebs gibt es bei Lungenkrebs bislang nicht.

Die wichtigste Vorbeugung von Lungenkrebs besteht darin, Tabakrauch so gut wie möglich zu meiden. Idealerweise fangen Sie nie mit dem Rauchen an. Raucherinnen und Raucher sollten in jedem Fall so früh wie möglich wieder damit aufhören.

Raucherinnen und Raucher sollten bei anhaltenden Atemwegserkrankungen mit Husten oder Atemnot den Arztbesuch nicht auf die lange Bank schieben. Eine gründliche Untersuchung kann Anhaltspunkte für Lungenkrebs geben – und so möglicherweise das Leben retten. Denn Lungenkrebs ist in frühen Jahren mitunter heilbar. Bei fortgeschrittenen Tumoren beträgt die Lebenserwartung hingegen durchschnittlich nur noch 2 Jahre.

Autor: Charly Kahle

Stand: 03.01.2019

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