Morbus Dupuytren

Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung des Bindegewebes in der Handinnenfläche. Sie stärkt die Bewegungsfähigkeit stark ein. Abhilfe ohne Operation ist nur in sehr frühen Stadien möglich. Mehr über Symptome, Ursachen und Therapie im Ratgeber Morbus Dupuytren.

Synonyme

Dupuytren’sche Kontraktur

Definition

Beim Morbus Dupuytren (auch Dupuytren’sche Kontraktur genannt) handelt es sich um gutartige Veränderungen am Bindegewebe der Handinnenfläche. Ihren Namen erhielt die Krankheit 1831 durch den französischen Chirurgen Baron Guillaume Dupuytren. Bei Morbus Dupuytren bilden sich im Bindegewebe der Handinnenfläche Knoten und verdickte Stränge. In der Folge zieht Gewebe sich zusammen. Diese Veränderungen können immer weiter fortschreiten, bis schließlich die Finger in eine gebeugte Stellung gezogen werden und eine vollständige Streckung nicht mehr möglich ist – obwohl die Sehnen intakt sind.

Häufigkeit

Am häufigsten tritt der Morbus Dupuytren an Ring- und Kleinfinger auf, grundsätzlich kann die Erkrankung aber jeden Finger treffen. Betroffen sind in Deutschland ca. 1,3 bis 1,9 Millionen Menschen, Männer etwa 2 bis 8 Mal häufiger als Frauen. Die Krankheit tritt vermehrt in höherem Lebensalter auf und bei bis zu 80 % der Patienten an beiden Händen.

Symptome

Typisch für den Morbus Dupuytren sind knotige Veränderungen und strangartige Verhärtungen an der Handinnenfläche. Der Verlauf der Erkrankung ist aber individuell sehr unterschiedlich. Bei den meisten Patienten vergehen Jahre, ehe eine störende Einschränkung der Fingerbeweglichkeit eintritt. Es gibt aber auch Fälle, in denen schon nach ein paar Monaten erhebliche Behinderungen durch die Gewebsstränge vorliegen.

Schmerzen verursacht Morbus Duputyen eher selten. Manchmal beeinträchtigen die Gewebsverdickungen die Funktion von Nerven und Gefäßen in der Hand und führen zu Durchblutungs- und Gefühlsstörungen. Bei einigen Patienten kommt die Krankheit von selbst zum Stillstand. Bereits eingetretene Verdickungen bilden sich aber nicht mehr zurück.

Ursachen

Die genauen Ursachen des Morbus Dupuytren sind nicht bekannt. Da die Erkrankung aber familiär gehäuft auftritt, wird eine genetische, also erbliche, Komponente vermutet. Es konnte aber auch eine Häufung bei Diabetikern, Leberkranken und Menschen mit hohem Alkoholkonsum festgestellt werden. Sehr selten bildet sich ein Morbus Dupuytren nach Verletzungen oder Operationen.

Untersuchung

Die Diagnose Morbus Dupuytren lässt sich in der Regel sowohl mit dem bloßen Auge als auch durch Abtasten der Handinnenfläche stellen. Außerdem wird Ihr Arzt die Beweglichkeit der Finger prüfen. Darüber hinaus kontrolliert der Arzt die Hand auf Gefühls- und Durchblutungsstörungen.

Wenn Sie Verhärtungen an der Innenfläche Ihrer Hand tasten oder sehen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um den Verdacht auf Morbus Dupuytren untersuchen zu lassen. Je eher Sie gehen, umso besser sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Therapie.

Behandlung

Morbus Dupuytren kann konservativ oder operativ behandelt werden.

Konservative Therapie

Eine konservative Therapie von Morbus Dupuytren ist nur in frühen Stadien erfolgversprechend. In jüngster Zeit erwies sich dafür die Behandlung mit Röntgenstrahlen als recht günstig. Durch die Bestrahlung kann die fortschreitende Veränderung der Bindegewebszellen, die für die Verdickungen verantwortlich sind, vielfach gestoppt werden.

Am besten schlägt die Behandlung an, wenn noch keine Fingerverkrümmungen eingetreten sind. Das Problem ist aber, dass in diesen frühen Stadien viele Patienten noch gar nicht zum Arzt gehen, weil sie die Veränderungen nicht bemerken oder ihnen keine große Bedeutung beimessen.

Andere Behandlungsmethoden wie Krankengymnastik und Massagen sowie Kortisoninjektionen, Ultraschall oder Laser haben bisher noch keine wissenschaftlich haltbaren Ergebnisse geliefert.

Morbus Dupuytren operativ behandeln

Bei fortgeschrittener Fehlstellung der Finger schafft nur eine Operation Abhilfe. Von einer fortgeschrittenen Fehlstellung sprechen Mediziner in diesem Zusammenhang, wenn Betroffene die Hand nicht mehr flach auf den Tisch legen können. Im Vergleich zu einer gesunden Hand befinden sich die Finger in einer Beugestellung von 35 Grad und die Streckung ist um mehr als 20 Prozent eingeschränkt.

Bei der Operation wird das krankhaft wuchernde Bindegewebe vorsichtig von den Sehnen beziehungsweise Gefäßen getrennt und entfernt. In den meisten Fällen erfolgt dies durch einen zickzackförmigen Hautschnitt. In fortgeschrittenen Fällen, bei denen sich die Haut der Innenhand ebenfalls bereits verkürzt hat, kann eine Hauttransplantation nötig werden. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant. Bei schlechtem Allgemeinzustand des Patienten oder vielen Begleiterkrankungen kann ein stationärer Aufenthalt für ein paar Tage erforderlich sein.

Selbsthilfe

Die Nachbehandlung nach einer Morbus Dupuytren-OP fordert viel Eigeninitiative. Neben der reinen Narbenpflege mit Salben ist ein umfangreiches Bewegungsprogramm mit Hilfe von Physiotherapeuten unumgänglich. Nach etwa drei Monaten kann wieder mit voller Beweglichkeit und vollständig verheilter Narbe gerechnet werden.

Vorbeugung

Eine gezielte Vorbeugung gegen den Morbus Dupuytren gibt es nicht.

Autor: Charly Kahle, Mitarbeit: Dr. med Anja Braunwarth (Ärztin)

Stand: 01.03.2013

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