Nagelpilz

Nagelpilz kennen viele Menschen aus eigener Erfahrung. Lesen Sie, was Sie gegen Nagelpilz tun können und wie Sie sich vor dieser Pilzinfektion schützen.

Synonyme

Onychomykose

Definition

Nagelpilz

Nagelpilz ist eine Pilzinfektion der Nägel. Mediziner bezeichnen Nagelpilz als Onychomykose. „Onycho“ bedeutet Nagel, Mykose steht für Pilzbefall. Nagelpilz tritt meist an den Fußnägeln auf. Seltener kommt es aber auch zu einer Pilzinfektion der Fingernägel.

Nagelpilzerkrankungen sind fast immer sehr langwierig. Die Behandlungsdauer beträgt nicht selten mehrere Monate. Mitunter braucht es sogar ein Jahr und länger, um einen Nagelpilz wieder loszuwerden. Ohne konsequente Bekämpfung breiten sich die verursachenden Pilze immer weiter aus. Das führt nicht selten zum kompletten Verlust von einem oder mehreren Zehennägeln. Diese Komplikation ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Ohne die schützenden Nägel kann beispielsweise das Gehen überaus schmerzhaft werden.

Für die Behandlung von Nagelpilz steht eine Vielfalt an bewährten Medikamenten zur Verfügung, die – je nach Nagelpilzbefall – vor allem äußerlich oder in Tablettenform angewendet werden.

Häufigkeit

Nagelpilz ist mit einer Lebenszeitprävalenz (Krankheitshäufigkeit je Lebenszeit) von 12,5 Prozent die zweithäufigste Pilzinfektion der Haut. Demnach hat jeder 8. Deutsche einmal im Leben einen Nagelpilz. Bei Fußpilz ist die Häufigkeit mit 30 Prozent deutlich größer.

Symptome

Die Symptome von Nagelpilz bleiben in der Regel einige Tage bis Wochen nach der Infektion mit den Pilzsporen unbemerkt. Meistens werden Betroffene aufmerksam, wenn sich das Aussehen des betroffenen Nagels verändert. Am Beginn verlieren infizierte Nägel vor allem an Glanz. Zuweilen fühlen sie sich rau an. Zu den ersten Anzeichen von Nagelpilz gehören farbliche Veränderungen, die sich vor allem an den Nagelrändern zeigen. Das sind meistens weiße, gelbliche oder bräunliche Punkte und Blasen. Auch Rillen oder weißliche Linien sind nicht untypisch. Allerdings sind längst nicht alle Nagelrillen durch Nagelpilz verursacht.

Spätestens bei sichtbaren Symptomen von Nagelpilz sollte die Infektion wirksam bekämpft werden. Ohne Therapie greift die Erkrankung immer weiter um sich – und mitunter auf benachbarte Nägel über.
Im Verlauf der Infektion zerstört der Nagelpilz letztlich die gesamte Nagelplatte. Zuvor aber weiten sich die Verfärbungen der Hornsubstanz aus. Die Nagelplatte wird dicker. Zunächst splittern die Nägel am offenen Ende. Später wird die Nagelsubstanz krümelig und zerfällt dann ganz.

Nagelpilz zerstört aber nicht nur den Nagel. Die Erkrankung geht – ohne rechtzeitige Diagnose und Behandlung – mit weiteren Infektionen und Entzündungen einher. Am häufigsten sind Nagelbettentzündungen. Ohne den Schutz des Nagels dringen die Nagelpilzerreger mitunter tiefer in das Gewebe ein. Dabei kann Hautgewebe unwiederbringlich zerstört werden.

Ursachen

Mit Abstand häufigster Verursacher von Nagelpilz ist ein Fadenpilz (Dermatophyt) namens Trichophyton rubrum. Nur selten wird Nagelpilz durch andere Pilzerreger wie Hefepilze (Candida) oder Schimmelpilze ausgelöst.

Der Fadenpilz Trichophyton rubrum ist nicht nur Hauptverursacher von Nagelpilz, sondern auch von Fußpilz. Insofern überrascht nicht, dass Nagelpilzerkrankungen häufig nach oder während einer Fußpilzinfektion entstehen. Bei diesen Nagelpilzinfektionen gelangt der Pilz entweder über Haut in die Nägel oder der Fußpilz breitet sich an die Nagelbettränder aus und infiziert von dort die Nagelsubstanz.

Ansteckungswege

Fadenpilze vermehren sich besonders gut, wenn es warm und feucht ist. Ihre Nachkommen, die Pilzsporen, überleben aber auch längere Phasen von Trockenheit. Die Ansteckung mit Nagelpilz ist eine Kontaktinfektion. Die Pilzsporen gelangen durch den direkten Kontakt mit der Fußsohle in die Haut bzw. an die Nägel. Deshalb sollten Sie insbesondere in öffentlich zugänglichen Nassräumen oder Nassflächen nicht barfuß laufen. Das gilt auch für Sporthallen oder mit Teppichen ausgelegte Hotelzimmer. An allen diesen Orten hinterlassen mit Fuß- oder Nagelpilz infizierte Menschen Hautschuppen oder Nagelschuppen, die Pilzsporen enthalten können.

Risikogruppen

Zu den Risikogruppen mit einer erhöhten Ansteckungsgefahr für Nagelpilz oder Fußpilz zählen Menschen mit Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Chemotherapie, Bestrahlung oder lang andauernde Therapie mit Antibiotika sind weitere Risikofaktoren.

Diagnose

Bei Verdacht auf Nagelpilz sollten Sie möglichst umgehend einen Arzt aufsuchen. Das kann Ihr Hausarzt sein oder ein Hautarzt. Viele Ärzte treffen die Diagnose Nagelpilz anhand der meist deutlich sichtbaren Symptome. Mitunter wird die Verdachtsdiagnose durch eine mikroskopische Untersuchung von abgeschabter Nagelsubstanz erhärtet. Damit kann die Pilzinfektion direkt in der Praxis bestätigt werden.

Eine Pilzkultur im Labor dient dazu, den Nagelpilzerreger einwandfrei zu identifizieren. Diese Untersuchung dauert lange (bis zu 3 Wochen) und birgt zudem das Risiko, falsch negativer Ergebnisse. Deshalb bieten Ärzte häufiger an, die Pilzart anhand einer molekularbiologischen Untersuchung zu bestimmen. Bei dieser Testung wird das Erbgut der Pilze (auch bereits abgestorbener Erreger) innerhalb von 1 bis 3 Tagen bestimmt. Obwohl die Ergebnisse schneller und eindeutiger sind als bei der Pilzkultur, handelt es sich in der Regel um eine kostenpflichtige Zusatzleistung, die von gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet wird.

Behandlung

Die Behandlung von Nagelpilz richtet sich danach, wie weit der Pilzbefall fortgeschritten ist. Oberflächliche Pilzinfektionen sprechen in der Regel gut auf eine medikamentöse Therapie mit rezeptfreien Antipilzmitteln (Antimykotika) an. Allerdings müssen Sie sich auf eine Behandlungsdauer von etwa 6 Monaten einstellen. Manchmal dauert es sogar noch deutlich länger.
Als Darreichungsformen für die äußerliche Anwendung stehen unter anderem Cremes, Gels, Lotionen und Lösungen zur Verfügung. Nagellacke sind am einfachsten anzuwenden. Die Antimykotika für die topische Anwendung enthalten Wirkstoffe wie Amorolfin, Bifonazol, Ciclopirox oder Clotrimazol und Naftifin. Nach Einschätzung der Stiftung Warentest sind Amorolfin, Bifonazol und Ciclopirox für die Therapie von Nagelpilz ohne Einschränkung geeignet. Clotrimazol und Naftifin halten die Warentester für wenig geeignet gegen Nagelpilz. Harnstoff wird als Kombinationspartner sowie pur angewendet. Letzteres vor allem, um befallene Nägel abzulösen.

Tabletten gegen Nagelpilz

Fortgeschrittene und schwere Nagelpilzinfektionen lassen sich häufig nicht oder nicht allein durch eine äußerliche Behandlung therapieren. In diesen Fällen wird Ihr Arzt Antimykotika zur Einnahme in Tablettenform verschreiben. Diese Tabletten müssen Sie mindestens 3 Monate lang einnehmen. In der innerlichen medikamentösen Behandlung von Nagelpilz haben sich die Wirkstoffe Fluconazol, Griseofulvin, Itraconazol und Terbinafin bewährt.

Nagelentfernung

Sehr selten kann es nötig sein, den erkrankten Nagel zu entfernen. Früher wurden Nägel dafür operiert. Das macht man in aller Regel aber nicht mehr. Heute wird die befallene Nagelplatte verdampft. Das geschieht in der Regel nahezu schmerzfrei mit einem Erbium-Laser. Anschließend folgt eine lokale Behandlung des nachwachsenden Nagels.

Nagelpilz-Behandlung nicht frühzeitig abbrechen

Am allerwichtigsten ist es, die ärztlichen Anwendungsempfehlungen zu beachten. Brechen Sie die Anwendung von pilztötenden Mitteln keinesfalls selbstständig ab. Eine Dauer von 6 bis 12 Monaten ist keine Seltenheit. Auch wenn keine Krankheitssymptome mehr sichtbar sind, kann noch aktives Pilzgeflecht vorhanden sein. Halten Sie also durch. Denn nur so kann ein gesunder und pilzfreier Nagel nachwachsen. Solange noch Pilze in Haut, Nägeln oder Nagelbett siedeln, bilden sie immer neue Sporen, die die Infektion aufrechterhalten.

Selbsthilfe gegen Nagelpilz

Von Nagelpilz befallene Nägel sollten möglichst regelmäßig gekürzt (geschnitten und gefeilt) werden. Verwenden Sie dafür nach Möglichkeit desinfizierte Werkzeuge zur Nagelpflege. Zudem ist es ratsam, Zehen und Finger trocken zu halten. Im feuchten Klima fühlen sich Pilzsporen besonders wohl und vermehren sich rasant.

Vorbeugung

Um gesunde Nägel zu schützen, sollten Sie Nagelpflegezubehör wie Feilen, Scheren oder Nagelknipser nach der Mani- oder Pediküre desinfizieren. Lösungen zur Desinfektion gibt es in der Apotheke, zum Beispiel mit Isopropylalkohol. Einen guten Schutz der gesunden Nägel erreichen Sie auch, indem Sie farblosen Nagellack auftragen.

Um den Nagelpilz nicht weiter zu geben, sollten Sie Materialien, die mit pilzbefallenen Nägeln in Berührung kommen, nur alleine nutzen. Handtücher, Socken, Strümpfe, Badematten und Bettzeug bitte bei mindestens 60 Grad, besser bei 90 Grad Wäsche waschen.

Kleidungstücke, Toilettensachen sowie Bettwäsche von Haushaltsmitgliedern mit akuter Nagelpilzinfektion sollten desinfiziert werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Mitunter ist auch eine Desinfektion von Fußböden und Teppichen sinnvoll. In jedem Fall sollten die gesunden Bewohner des Haushalts nicht barfuß laufen – und auch nur die eigenen Schuhe tragen. Letzteres gilt auch für öffentliche Wellness- oder Sporteinrichtungen sowie für Hotelzimmer. Die Böden von Feuchträumen und Teppiche sind ein idealer Nährboden für Pilze und Pilzsporen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 03.05.2018

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