Narben

Wenn verletzte Haut durch neues Bindegewebe geschlossen wird, entstehen mehr oder weniger große Narben. Oft sind Narben weiß, glänzend und kaum sichtbar. Manchmal sind sie jedoch auch wulstig, mit Ausläufern und können somit zum kosmetischen Problem werden.

Definition

Narbe am Bauch

Narben sind das Ergebnis einer Wundheilung. Vor allem sichtbare Narben, etwa Aknenarben im Gesicht oder große Narben als Erinnerung an Operationen, verursachen mitunter erheblichen Leidensdruck. Die Betroffenen fühlen sich häufig weniger attraktiv. Sie erleben damit eine Störung ihres Selbstbildes, die bis zu einem depressiven Rückzug führen kann. Außerdem werden Blicke anderer Menschen auf die Narben oft als störend empfunden.

Wachsen Narben weit über das ursprüngliche Gewebsniveau hinaus, nennen Mediziner die Narben Kelloide oder Kelloidnarben. Mitunter wächst Narbengewebe über mehrere Zentimeter hoch und bildet Wülste, die über 10 cm dick sind. Meist entstehen diese Kelloide aufgrund einer gestörten Wundheilung. Dabei ist der - normal sehr fein abgestimmte - Auf- und Abbau von Bindegewebe gestört. Bei genetisch vorbelasteten Menschen reichen schon kleinste Verletzungen wie Mückenstiche, um Kelloide hervorzurufen. Kelloide bilden sich nicht von selbst zurück. Mitunter wachsen sie ohne Behandlung immer weiter.

Wundheilungsstörungen können auch mit einer zu geringen beziehungsweisen fehlenden Narbenbildung einhergehen. Dann verschließen sich Wunden, insbesondere chronische Wunden, nicht oder nicht ausreichend mit narbigem Gewebe. Als Folge bleibt die Wunde dauerhaft offen.

Symptome

Narben können nicht nur ästhetisch störend sein, sondern auch zu funktionellen Behinderungen führen, zum Beispiel wenn sie an Gelenken sitzen. Narben verursachen mitunter Schmerzen oder Juckreiz - oft noch lange, nachdem sie sich gebildet haben.

Ursachen

  • Verletzungen (Schnitt- und Schürfwunden)
  • Verbrennungen
  • Verätzungen
  • Operationen
  • Impfungen
  • Hauterkrankungen, z. B. Akne.

Behandlung

Die Behandlung von Narben kann aus medizinischen Gründen notwendig werden. Das ist etwa der Fall, wenn eine große Narbe bricht oder sich teilweise wieder öffnet. Dann muss die Narbe in der Regel geöffnet und neu geschlossen werden.

Ein anderer medizinischer Grund für die Behandlung von Narben sind Schmerzen oder Wucherungen im Narbenbereich. Je nach Ursache der Schmerzen kann auch hier eine erneute Operation notwendig werden. Häufig reicht es aber aus, die Narbe beispielsweise gut zu pflegen oder verspannte Narbengebiete mit einer speziellen Narbenmassage zu behandeln.

Bei Wucherungen kann Ihr Arzt überschüssiges Gewebe abschleifen oder weglasern.

Therapie von Kelloidnarben

Kelloidnarben zu behandeln, stellt Ärzte vor eine große Herausforderung. Oft sind mehrere Verfahren über viele Jahre hinweg notwendig, bis ein zufriedenstellender Behandlungserfolg erzielt werden kann. Kleinere Kelloide werden häufig mit dem Skalpell, größere mittels Operation, abgetragen. Anschließend erfolgt häufig eine Nachbehandlung der Haut mit Silikongel oder Silikonfolien. Dabei werden Gele und Folien über mehrere Monate hinweg auf der Narbe getragen. Warum diese Auflagen genau wirken, ist bislang nicht bekannt. Vermutlich hemmt die Silikonschicht die Wasser- und Wärmeabgabe über die Haut, wodurch das Narbengewebe besser durchblutet und so schneller umgebaut wird.

Sehr viele Patienten profitieren von einer speziellen Kortison-Therapie. Dabei werden kleinste Kortison-Kristalle in das Narbengewebe gespritzt, die die überschießende Narbenbildung verhindern sollen.

Desweiteren gibt es noch die Methode der Druck-Behandlung, bei der mit speziellen Kompressionssystemen (wie Schienen oder Bandagen) Druck auf die Narbe aufgebracht wird. Dadurch soll ein übermäßiges Zellwachstum verhindert und so die Narbe flach gehalten werden.

Außerdem gibt es noch die Möglichkeiten der Kryo- und Vereisungstherapie mit flüssigem Stickstoff. Die Kälte lässt dabei das überschießende Narbengewebe absterben. Auch Röntgenstrahlen werden mitunter gegen Kelloidnarben angewandt.

Therapie bei fehlender oder unzureichender Narbenbildung

Wunden mit fehlender oder unzureichender Narbenbildung und chronische offene Wunden sind nur sehr schwierig zu behandeln. Zudem ist die Behandlung langwierig, mitunter erfolgt sie über mehrere Jahre bis Jahrzehnte. Häufig sind mehrere Therapieversuche notwendig, bis das individuell richtige Verfahren gefunden wird.

Kosmetische Narbenbehandlung

Abschleifen oder Lasern sind die bevorzugten Methoden in der kosmetischen Narbenbehandlung. Das Abschleifen erfolgt mechanisch oder chemisch. Eine weitere Methode ist das Unterspritzen von dellenförmig eingesunkenen Narben. Dabei wird beispielsweise Hyaluronsäure in das Gewebe unter der Narbe gespritzt, was eine Gewebeanhebung bewirkt. Nachteil dieser kosmetischen Methode: Sie muss in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, da sich Hyaluronsäure im Körper innerhalb von 6 bis 12 Monaten abbaut.

Selbsthilfe

Schon während des Wundheilungsprozesses sollten Sie auf eine gute Narbenpflege achten. Sorgen Sie dafür, dass sich auch kleine Wunden nicht infizieren. Das erreichen Sie, indem Sie die Wunde ausreichend schützen (Pflaster, Verband) und ggf. desinfizieren.

Lassen Sie Wunden in Ruhe heilen. Neugierige Blicke unter einen Verband oder das Abkratzen von Schorf erhöhen lediglich das Risiko für weitere Infektionen und eine gestörte Narbenbildung.

Abgeheilte Narben sollten Sie möglichst früh – aber erst nach kompletter Wundheilung - mit einer speziellen Narbensalbe weich und geschmeidig halten.

Während der Wundbehandlung ist es ratsam, intensive Sonnenbestrahlung, Solariumsbesuche, Sauna und Kälte zu vermeiden.

Autor: Charly Kahle, Mitarbeit: Christiane von der Eltz (Apothekerin), Dr. Regina Schick (Ärztin)

Stand: 04.05.2015

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