Oberschenkelhalsbruch

Oberschenkelhalsbruch ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Schenkelhalsbruch (auch Schenkelhalsfraktur genannt). Sie zählen zu den häufigsten Frakturen. Mehr über Ursachen, Symptome und Therapie eines Oberschenkelhalsbruchs.

Synonyme

Schenkelhalsbruch, Schenkelhalsfraktur

Definition

Oberschenkelhalsbruch

Der Schenkelhals liegt zwischen dem Oberschenkelkopf (Hüftkopf) und dem Schaft des Oberschenkelknochens. Der Hüftkopf wiederum bildet mit der Hüftpfanne (aus Teilen des Beckenknochens) das Hüftgelenk. Die Kapsel dieses Gelenkes umschließt auch noch weite Teile des Schenkelhalses, die damit Bestandteile des Gelenkes sind. An der Verbindung vom Schenkelhals zum Oberschenkelschaft liegen zwei Knochenvorsprünge, der größere Trochanter major und der kleinere Trochanter minor.

In den meisten Fällen verläuft die typische Bruchlinie bei einem Oberschenkelhalsbruch innerhalb der Gelenkkapsel, es handelt sich also um einen Gelenkbruch (mediale Schenkelhalsfraktur). Sehr viel seltener bricht der Knochen in der Hüftregion seitlich außerhalb der Gelenkkapsel (laterale Schenkelhalsfraktur).

Zudem gibt es hüftgelenknahe Frakturen, bei denen die Bruchlinie durch die beiden Knochenvorsprünge des Oberschenkels verläuft (pertrochantäre Frakturen). Diese Brüche sind nicht mit dem typischen Schenkelhalsbruch zu verwechseln.

Häufigkeit

Oberschenkelhalsbrüche zählen zu den häufigsten Knochenbrüchen des Menschen. Etwa 100.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich einen Oberschenkelhalsbruch.

Symptome

Bei Oberschenkelhalsbrüchen kommt es in der Regel zu einem akut einsetzenden, heftigen Schmerz im Bereich der betroffenen Hüfte. Bewegungen im Hüftgelenk oder Belastungen des Beines sind nur noch stark eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich. Aus der Verschiebung der Bruchteile resultiert sehr häufig eine Verkürzung des Beines gegenüber der gesunden Seite. Außerdem verdreht sich das Bein nach außen (Außenrotation). Manchmal bilden sich auch Blutergüsse oder Schwellungen über dem verletzten Gelenk aus.

Ursachen

Als Ursache für einen Oberschenkelhalsbruch spielt das Alter eine wichtige Rolle. Bei jüngeren Patienten mit stabileren Knochen ist eine relativ hohe Gewalteinwirkung notwendig, damit der Schenkelhals bricht, etwa durch Verkehrsunfälle. Im Alter (über 60 Jahre) kann dagegen schon ein einfacher Sturz auf die Hüfte genügen, und der Knochen bricht.

Osteoporose begünstige Schenkelhalsbrüche

Aufgrund der hormonell bedingten Knochendichteminderung sind Frauen insgesamt häufiger von Schenkelhalsbrüchen und Knochenbrüchen betroffen. Bei Patienten mit ausgeprägtem Knochenschwund (Osteoporose) sind auch Knochenbrüche ohne vorausgegangenen Sturz oder Unfall, z.B. durch eine einfache Drehbewegung möglich (Spontanfraktur). Seltener ist ein Tumor bzw. eine Metastase im Hüftgelenk für einen Oberschenkelhalsbruch verantwortlich (pathologische Fraktur). In diesen Fällen genügt ebenfalls nur eine geringe Gewalteinwirkung für den Bruch, weil der Knochen durch das Tumorgewebe stark porös werden kann.

Untersuchung

Schon die typische Verkürzung und Außendrehung des Beines sowie die Schmerzhaftigkeit liefern dem Arzt einen deutlichen Hinweis auf eine Fraktur im Bereich des Hüftgelenkes. Röntgenaufnahmen der Hüfte sichern dann die Diagnose und zeigen auch, wo die Fraktur genau verläuft. Nur sehr selten sind weiterführende Untersuchungen wie eine Computertomografie nötig, z.B., wenn der Verdacht auf einen Tumor besteht.

Behandlung

Stabile Frakturen ohne Verschiebung der Bruchteile können konservativ behandelt werden, also mit Schmerzmitteln und langsam aufbauender Krankengymnastik. Es besteht aber die Gefahr, dass sich der Oberschenkelhalsbruch auch noch geraume Zeit nach der Verletzung verschieben kann, was dann eine Operation nötig macht. Deshalb werden heute in der Regel die meisten Oberschenkelhalsfrakturen direkt operiert. Das Ziel der chirurgischen Therapie, insbesondere beim alten Menschen, liegt vor allem darin, eine schnellstmögliche Mobilisation zu erreichen. Denn die Bewegungsfähigkeit der Patienten hilft sehr, Komplikationen wie Thrombosen oder allgemeine Infektionen zu vermeiden.

Chirurgische Behandlung von Oberschenkelhalsbrüchen

Bei Oberschenkelhalsbrüchen innerhalb der Gelenkkapsel (mediale Schenkelhalsfraktur) wird die Durchblutung des Hüftkopfes beeinträchtigt. Es besteht daher die Gefahr, dass er abstirbt (Hüftkopfnekrose). Junge Patienten sollten deshalb so schnell wie möglich operiert werden (innerhalb von sechs Stunden), um den Hüftkopf zu erhalten. Der Oberschenkelhalskopfbruch wird dabei in der Regel mit Schrauben stabilisiert.

Künstliches Hüftgelenk für ältere Menschen

Ältere Menschen erhalten dagegen ein künstliches Hüftgelenk. Dabei werden der Oberschenkelkopf und sein Hals entfernt und durch eine individuell angepasste Prothese ersetzt. Sehr häufig wird dazu passend auch eine neue Hüftpfanne eingesetzt (Totalendoprothese).

Weitere OP-Methoden

Äußere Schenkelhalsfrakturen (Bruchlinie verläuft außerhalb des Hüftgelenks) werden je nach Ausmaß des Bruches entweder mit Schrauben oder mit einer Prothese versorgt. Bei sogenannten pertrochanteren Frakturen setzen die Chirurgen in der Regel spezielle Schrauben oder Nägel ein, die für eine Stabilisierung von innen sorgen.

Krankheitsverlauf

Die Heilungsaussichten nach Oberschenkelhalsbrüchen hängen – vor allem bei älteren Menschen - stark vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich die Heilungsdauer verkürzt, je früher der Patient wieder aus dem Bett kommt und mobil ist. Leiden die Patienten unter Osteoporose (Knochenschwund) sollte eine Therapie eingeleitet werden, um weitere Frakturen zu verhindern.

Vorbeugung

Einige Maßnahmen schützen den Knochen und stabilisieren die Muskeln bzw. senken die Sturzgefahr, sodass auch das Risiko für einen Oberschenkelhalsbruch sinkt. Dazu zählen:

  • regelmäßige körperliche Bewegung
  • kalziumreiche Ernährung
  • wenig Alkohol trinken, nicht rauchen
  • Übergewicht möglichst vermeiden oder reduzieren
  • Sehfähigkeit kontrollieren lassen
  • auf Stolperfallen (Teppichkanten, Türschwellen etc.) achten
  • für gute Beleuchtung in der Wohnung sorgen, ggf. Nachtlicht anbringen
  • eventuell Hüftschützer (Protektoren) tragen
  • bei Gehunsicherheiten Stock oder Gehwagen benutzen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.04.2013

  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige
http://medicaments-24.net

www.medicaments-24.com

medicaments-24.net