Pneumothorax

Bei einem Pneumothorax gelangt Luft zwischen das innere und das äußere Lungenfell (Pleura).

Definition

Pneumothorax

Als Pneumothorax bezeichnen Mediziner, wenn Luft zwischen das innere und das äußere Lungenfell (Pleura) gelangt. Ein Pneumothorax kann unbemerkt entstehen und verlaufen. Im schlimmsten Fall kann die Luft aus dem Pleuraspalt nicht mehr entweichen und führt so zu einem Kollaps beider Lungenflügel. Dieser sogenannte Spannungspneumothorax ist lebensgefährlich. Ohne rechtzeitige Therapie führt er zu einem Schock mit Herz-Kreislauf-Versagen.

4 Formen des Pneumothorax

Mediziner unterscheiden vor allem 4 Typen des Pneumothorax.

  1. Der Spontanpneumothorax heißt so, weil er spontan und ohne erkennbare Ursache bei gesunden Menschen auftritt. Diese Form des Pneumothorax betrifft vor allem groß gewachsene schlanke Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren.
  2. Von symptomatischen Pneumothorax sprechen Lungenfachärzte (Pneumologen), wenn chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder chronische Bronchitis die Luftansammlung verursachen.
  3. Der traumatische Pneumothorax wird durch Verletzungen des Brustkorbes verursacht.
  4. Der Spannungspneumothorax oder Ventilpneumothorax ist ein Notfall, der dringend intensivmedizinisch behandelt werden muss. Beim Spannungspneumothorax füllt sich der Pleuraspalt immer weiter mit Luft, die nicht mehr entweichen kann. Dadurch fallen nicht nur die Lungenflügel zusammen. Die Luftblase drückt zusätzlich auch auf das Herz, das dadurch nur noch unzureichend den Kreislauf aufrechterhalten kann.

Bei rechtzeitiger Behandlung heilt ein Pneumothorax folgenlos aus. Leichte Formen bleiben manchmal sogar unbemerkt.

Häufigkeit

Pneumothorax ist recht selten. Auf 100.000 Einwohner kommen im Jahresschnitt nur 7 bis 9 Neuerkrankungen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung ergeben sich also mehr als 6.500 Fälle pro Jahr. Tatsächlich aber trifft der Pneumothorax zum weitaus größten Teil (90 Prozent) Raucherinnen und Raucher.

Symptome

Die Symptome von Pneumothorax sind je nach Form durchaus unterschiedlich. Ein leichter Pneumothorax verursacht mitunter überhaupt keine Beschwerden oder nur einen geringen Hustenreiz. In der Regel aber beginnt die Erkrankung mit ernsten Atemproblemen. Je mehr Luft zwischen das innere und äußere Lungenfell, also in den Pleuraspalt, gelangt, umso heftiger wird die Atemnot. Die Betroffenen bekommen das Gefühl zu ersticken. Zur Atemnot gesellt sich mitunter ein bellender trockener Reizhusten. Typischerweise atmet der Patient auffallend schnell und verspürt beim Einatmen ein Ziehen in den Lungenspitzen. Mitunter besteht auch ein Druckgefühl im Brustkorb. Oft ist die Haut blass bis bläulich.

Ein Kollaps der Lungenflügel oder eines Lungenflügels ist fast immer von sehr starken Schmerzen begleitet. Die Schmerzen strahlen oft in die Schulter, Arme, den Rücken oder den Bauch hin aus.

Bei einem verletzungsbedingten traumatischen Pneumothorax sammelt sich zuweilen Luft im Bereich der verletzten Hautpartie. Solche Hautemphyseme entstehen vor allem bei kleinen stichartigen Verletzungen.

Symptome des Spannungspneumothorax

Der Spannungspneumothorax verursacht sich schnell verschlechternde Symptome, weil der Luftdruck im Pleuraspalt durch einen Ventileffekt (siehe Ursachen) schnell wächst. Typische Anzeichen für einen Spannungspneumothorax sind:

  • sehr schnell zunehmende Atemnot
  • auffällig hohe Herzfrequenz oder Herzrasen (Tachykardie)
  • stark fallender Blutdruck
  • Blutstauungen in den Venen mit Gefahr von Lungenversagen oder Schock.

Ursachen

Gemeinsame Ursache aller Formen des Pneumothorax ist, dass Atemluft da hin gelangt, wo sie nicht hingehört, nämlich zwischen das innere Lungenfell, das die Lunge umhüllt und das äußere Lungenfell, dass direkt unter den Rippen liegt. Dieser Bereich wird als Pleuraspalt bezeichnet. Normalerweise besteht dort ein Unterdruck. Dadurch kann die Lunge sich ausdehnen. Gelangt nun Luft in diesen Spalt, verschwindet der Negativdruck und die Lunge fällt in sich zusammen.

Wie die Luft in den Pleuraspalt gelangt, ist je nach Form des Pneumothorax unterschiedlich.

Ursachen des Spontanpneumothorax

Die genauen Ursachen für den Spontanpneumothorax sind nicht bekannt. Daher bezeichnen Mediziner die mit Abstand häufigste Form als idiopathischen Spontanpneumothorax. Man geht davon aus, dass aus unbekannter Ursache platzende Lungenbläschen (Alveolen) in unmittelbarer Nähe des inneren Lungenfells dafür verantwortlich sind, dass Luft in den Pleuraspalt gelangt. Mediziner sprechen auch von einem geschlossenen Pneumothorax.

Lungenerkrankungen wie COPD, Mukoviszidose, Lungenemphyseme, Tuberkulose oder Bronchitis und Asthma sowie andere Lungeninfektionen gehen mit einer Reizung des Lungengewebes und der Lungenbläschen einher. Kommt es bei einer dieser Erkrankungen zu einer Luftansammlung, sprechen Mediziner von einem sekundären Spontanpneumothorax oder symptomatischen Pneumothorax.

Ursache des traumatischen Pneumothorax

Ursache des traumatischen Pneumothorax sind Verletzungen. Typisch sind beispielsweise Stichverletzungen, bei denen das innere Lungenfell durch den Brustkorb oder den Rücken in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber auch Wiederbelebungsversuche, ein zu tiefes Setzen von langen Akupunkturnadeln oder ein fehlerhaftes Legen eines zentralen Venenzugangs kann einen traumatischen Pneumothorax verursachen.

Ursache des Spannungspneumothorax

In der Lunge herrscht im Vergleich zur Außenwelt ein Unterdruck. Bei manchen Verletzungen des Brustkorbes oder der Lungenflügel gelangt durch einen Ventilmechanismus mit jedem Atemzug mehr Luft in den Pleuraspalt. Sie kann aber nicht entweichen und ein Überdruck baut sich auf. Je größer die Luftansammlung wird, umso stärker verringert sich der Raum für die Lungen und das zwischen den beiden Lungenflügeln liegende Herz. Auffallend sind dann pralle und gestaute Halsvenen, asymmetrische Atembewegungen, zunehmende Atemnot und ein Kreislaufzusammenbruch. Schließlich können die Lungenflügel gänzlich zusammengedrückt und das Herz förmlich abgeschnürt werden. Ohne rechtzeitige medizinische Hilfe verläuft dieser Prozess tödlich.

Untersuchung

Die Verdachtsdiagnose Pneumothorax stellen Mediziner in der Regel anhand der typischen Atemnot und einer einfachen körperlichen Untersuchung. Beim Abklopfen des Brustkorbes ist der sogenannte Schachtelton typisch. Dabei klingen die Klopfgeräusche hohl, außerdem unterscheiden sie sich häufig links und rechts, je nachdem welcher Lungenflügel betroffen ist. Beim Abhören mit dem Stethoskop erscheinen die Atemgeräusche meist schwach oder sind sogar nicht mehr hörbar.

Am schnellsten und einfachsten bestätigen lässt sich die Diagnose Pneumothorax mit einer Röntgen- oder einer Ultraschalluntersuchung. Spezielle Sonografie-Geräte für Lungenfachärzte oder chirurgische Stationen erkennen einen Pneumothorax inzwischen sogar automatisch. Vor allem bei einem traumatischen Pneumothorax kommen oft weitere bildgebende Verfahren wie die Computertomografie zum Einsatz, um weitere Verletzungen zu erkennen oder auszuschließen.

Behandlung

Leichte Fälle von Pneumothorax bleiben häufig unbemerkt und erfordern keine gezielte Behandlung. Kleine Luftansammlungen im Pleuraspalt baut der Körper von selbst ab.

Bei größeren Luftansammlungen wird eine sogenannte Thoraxdrainage notwendig. Dabei wird ein kleiner Schlauch in den Pleuraspalt geführt, über den die Luft abgesaugt wird.
Bei traumatischem Pneumothorax richtet sich die Therapie nach Art der Verletzung.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung von Pneumothorax besteht darin, nicht zu rauchen bzw. mit dem Rauchen aufzuhören. Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten sich dringend an die Therapieempfehlungen halten, damit die Atemprobleme sich nicht weiter verschlimmern. 90 Prozent aller Fälle von Pneumothorax ereignen sich bei Rauchern. Und ebenso ist ein ähnlich hoher Prozentsatz der chronischen Atemwegserkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 14.09.2017

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