Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Potenzstörungen sowie Schmerzen beim Ejakulieren können harmloser Ursache, aber auch ein Hinweis auf Prostatakrebs sein. Hier finden Sie Informationen über Symptome, Ursachen und Therapie von Prostatakrebs.

Synonyme

Vorsteherdrüsenkrebs, Prostatakarzinom

Definition

Prostatakrebs

Prostatakrebs ist Krebs der männlichen Vorsteherdrüse (Prostata). Mediziner bezeichnen ihn als Prostatakarzinom. Im Frühstadium macht diese Krebsart keine Beschwerden. Umso wichtiger sind deshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. bis 50. Lebensjahr. Denn je früher Prostatakrebs erkannt wird, umso größer sind die Heilungsaussichten. Dass sich Prostatakrebs aus einer gutartigen Prostatavergrößerung entwickelt, ist eher unwahrscheinlich.

Glücklicherweise wächst Prostatakrebs relativ langsam. Und er kann bei einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung leicht entdeckt werden.

Häufigkeit

In Deutschland gehört Prostatakrebs zu den drei häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Etwa 25 Prozent aller jährlich auftretenden Krebserkrankungen bei Männern entfallen auf das Prostatakarzinom. Schätzungen zufolge hat mindestens jeder zweite Mann über 60 Prostatakrebs.

Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter an. Mehr als 80 % der Betroffenen sind bei Diagnosestellung älter als 60 Jahre.

Symptome

Prostatakrebs macht zu Beginn der Erkrankung nahezu keine Beschwerden. Es gibt also keine warnenden Frühsymptome. Dehnt sich das bösartige Tumorgewebe in der Vorsteherdrüse aus, sind Störungen beim Wasserlassen die Folge. Dazu gehören zum Beispiel:

  • schwacher Harnstrahl
  • Nachtröpfeln von Urin
  • verlängerte Dauer des Wasserlassens
  • Harnstottern (Unterbrechung des Harnstrahls)
  • schmerzhaftes Wasserlassen
  • häufiges Ablassen kleiner Urinmengen
  • nächtliches Wasserlassen.

Potenzstörungen sowie Schmerzen bei der Ejakulation sind ebenfalls charakteristische Symptome von Prostatakrebs. Blutiger Urin und/oder blutiges Ejakulat sind eher selten. Auch Hüft-, Becken- oder Rückenschmerzen können auf Prostatakrebs hinweisen.

Symptome im fortgeschrittenen Stadium

Im fortgeschrittenen Stadium von Prostatakrebs treten infolge von Tochtergeschwüren in den Knochen (Knochenmetastasen) vermehrt Knochenbrüche auf. Drückt der Tumor auf Nervenwurzeln im Rückenmark, sind selbst Symptome einer Querschnittslähmung möglich. Ungewollter Gewichtsverlust, Lymphödeme (zum Beispiel geschwollener Hodensack) und Blutarmut (Anämie) weisen ebenfalls auf eine starke Tumorausbreitung und Metastasenbildung hin.

Ursachen

Neben dem Alter gibt es eine erbliche Komponente als Ursache von Prostatakrebs. Etwa 10 bis 15 % aller Prostatakarzinome sind genetisch bedingt. Überraschend ist, dass Prostatakrebs nicht nur vom Vater, sondern auch von der Mutter (wenn zum Beispiel deren Vater Prostatakrebs hatte) vererbt werden kann.

Zudem wird unter Medizinern diskutiert, ob eine hochkalorische und fetthaltige Ernährung als Ursache für Prostatakrebs verantwortlich ist. In jedem Fall aber erhöht Übergewicht das Risiko für viele Krebsarten. Auch Raucher erkranken häufiger an Prostatakrebs als nichtrauchende Männer.

Untersuchung

Bei Verdacht auf Prostatakrebs wird der Arzt mit dem Finger eine Tastuntersuchung des Enddarms vornehmen (digital-rektale Untersuchung). Zudem wird er den Wert des Prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut bestimmen lassen. Zur endgültigen Diagnose von Prostatakrebs entnimmt er Gewebeprobe (Biopsie) des Vorsteherdrüsengewebes. Bestätigt sich der Verdacht auf Prostatakrebs, folgen bildgebende Untersuchungen (wie Ultraschall oder Knochenszintigrafie), um mögliche Tochtergeschwülste (Metastasen) aufzudecken.

Behandlung

Die ärztliche Behandlung von Prostatakrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Also danach, wie weit der Krebs schon fortgeschritten ist, der Aggressivität (wie bösartig der Tumor ist) und der Ausdehnung des Krebses (auf die Vorsteherdrüse begrenzt, organübergreifend oder bereits ausstreuend).

Tumor nur im Frühstadium zu entfernen

Mittel der Wahl im Frühstadium ist die vollständige operative Entfernung des Prostatakrebses, also von Vorsteherdrüse, Samenbläschen und der umliegenden Lymphknoten. Kann der Tumor vollständig entfernt werden, ist eine Heilung möglich.

Ist eine komplette Tumorentfernung nicht mehr möglich (oder vom Patienten nicht gewünscht), wird üblicherweise mittels Strahlentherapie das Krebswachstum gehemmt.

Hormon- oder Chemotherapie

Wuchert der Tumor über die Prostata hinaus und haben sich bereits Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet, kann das weitere Krebszellwachstum durch eine hormonelle Behandlung (der Testosteronspiegel soll auf unter 50 Nanogramm pro Deziliter Blut abgesenkt werden) oder eine Chemotherapie (zum Beispiel mit Cyclophosphamid, Doxorubicin oder Suramin) gestoppt werden. Seit 2011 sind auch Cabacitaxel und Abirateron bei fortgeschrittenem Prostatakrebs zugelassen.

Ultraschall gegen Prostatakrebs

Eine relativ neue Methode ist die Behandlung von Prostatakrebs mit hochintensivem, fokussiertem Ultraschall. Dabei wird die Prostata vom Enddarm aus mit zielgerichteten Ultraschallwellen erhitzt und das Tumorgewebe so zerstört. Diese Behandlungsmethode ist für den Patienten weniger belastend als die bereits beschriebenen Methoden und daher insbesondere für ältere Personen geeignet.

Immuntherapie bei Prostatakarzinom

Ein ganz neuer Ansatz in der Behandlung von Prostatakarzinomen ist die Immuntherapie. Dabei handelt es sich quasi eine Impfung, bei der das körpereigene Abwehrsystem angeregt wird, gegen den Krebs zu kämpfen. Trotz Erfolg versprechender Studien ist diese Behandlung in Deutschland noch nicht zugelassen.

Palliativtherapie bei Prostatakarzinom

Ist keine heilende (kurative) Behandlung mehr möglich, versucht man, mit medizinischen Maßnahmen die Beschwerden des Patienten zu lindern und die Lebensqualität aufrechtzuerhalten. Die Behandlungsform wird als Palliativtherapie bezeichnet. Medikamente der Wahl sind hierfür zum Beispiel Bisphosphonate wie Zoledronat, opioide Schmerzmittel wie Morphin und Oxycodon sowie die Injektion von Radioisotopen wie Strontium-89 und Phosphor-32.

Watch-and-Wait bei Prostatakarzinom

Unter gewissen Umständen (hohes Alter des Patienten, schwacher Allgemeinzustand und spezielle Veränderungen der Krebszellen) empfehlen einige Mediziner die sogenannte Watch- and Wait-Methode (Beobachten und abwarten). Dabei wird der Tumor regelmäßig kontrolliert (sogenannte aktive Beobachtung). Diese Vorgehensweise ist bei Medizinern aber nicht unumstritten. Einige befürworten sie, andere sind strikt dagegen. Letztendlich muss der Patient entscheiden, welchen therapeutischen Weg er gehen möchte.

Prognose

Solange Prostatakrebs keine Tochtergeschwüre gebildet hat, ist die Prognose recht günstig und die Lebenserwartung kaum verkürzt. 5 Jahre nach Diagnosestellung überleben bei auf die Vorsteherdrüse begrenzten Tumoren 80 bis 99 % der Patienten. Bei Metastasenbildung sind es jedoch nur noch etwa 30 %.

Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung von Prostatakrebs gibt es nicht. Umso wichtiger ist es, diesen häufigen Krebs möglichst früh zu erkennen. In Deutschland können und sollten alle Männer ab dem 50. Lebensjahr (bei familiärer Belastung ab 45 Jahren) eine jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Urologen wahrnehmen.

Zusätzlich sollten Männer regelmäßig einen Selbsttest zur Prostata-Vorsorge durchführen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 24.07.2013

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