Reizhusten (Trockener Husten)

Reizhusten ist ein Husten ohne Auswurf und wird auch als trockener oder unproduktiver Husten bezeichnet. Zuweilen ist Reizhusten Vorbote einer Bronchitis, also des produktiven Hustens. Lesen Sie mehr über Symptome, Ursachen, Behandlung und Hausmittel gegen Reizhusten.

Synonyme

unproduktiver Husten, trockener Husten

Definition

Mann mit Husten

Mediziner bezeichnen Reizhusten als unproduktiven Husten. Unproduktiv, weil diese Form des Hustens ohne vermehrte Schleimbildung und damit einhergehendem Auswurf bleibt. Reizhusten erleben die meisten Menschen als besonders quälend. Das hat mehrere Gründe. Hustenanfälle bei Reizhusten sind meistens sehr intensiv und zudem lang anhaltend. Zudem verursacht Reizhusten mitunter starke brennende Schmerzen in den Bronchien. Nicht zuletzt stören die Hustenanfälle die Nachtruhe und verstärken so das Krankheitsgefühl.

Die Mehrzahl der Reizhustenfälle geht auf vergleichsweise harmlose Infektionen der oberen Atemwege wie Erkältungen zurück. Trockener Husten kann aber auch durch bislang nicht diagnostiziertes Asthma, Allergien, Schadstoffbelastungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten verursacht sein.

In der Behandlung von Reizhusten werden vor allem hustenreizstillende Medikamente sowie Hausmittel gegen trockenen Husten angewendet.

Symptome

Das charakteristische Symptom von Reizhusten ist der fehlende Auswurf (Sputum). Daher auch die Bezeichnung trockener Husten. Typisch für Reizhusten sind hingegen brennende Schmerzen in den Bronchien, die vor allem während der Hustenanfälle auftreten. Zudem ist Reizhusten meistens lauter als produktiver Husten. Mediziner sprechen mitunter von bellendem Husten. Hustenanfälle bei Reizhusten treten häufig nachts auf und mindern die Schlafqualität mitunter ganz erheblich.

Trockener Husten beginnt in der Regel mit einen Kribbeln, Kratzen oder Kitzeln im Hals. Daraus entwickelt sich der Hustenanfall, der minutenlang anhalten kann.

Ursachen

Die Ursachen von Reizhusten sind sehr vielfältig. In den meisten Fällen ist trockener Husten ein Vorbote oder ein Frühsymptom von Erkältung oder Grippe, also Infektionen der oberen Atemwege.

Auslöser von Reizhusten:

  • Eindringen von Fremdkörpern in die Luftröhre, vor allem Nahrungsmittel durch Verschlucken und gleichzeitiges Einatmen (Aspiration)
  • saures Aufstoßen und Sodbrennen
  • chronische Entzündungen durch Reizstoffe wie Zigarettenrauch, Gas, Staub oder Chemikalien sowie Allergene wie Mehl und Latexpuder
  • Atemwegserkrankungen wie Asthma, Kehlkopfentzündung (Laryngitis), Luftröhrenentzündung (Tracheitis)
  • starke Beanspruchung des Sprechapparates mit Heiserkeit
  • Lungenerkrankungen wie Lungenembolie und Lungenemphysem
  • chronische Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz sowie Herzinnenhautentzündung (Endokarditis), Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und Herzbeutelentzündung (Perikarditis)
  • Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der ACE-Hemmer oder AT-II-Blocker gegen Bluthochdruck und Herzschwäche, außerdem Betablocker
  • Bei lang anhaltendem Reizhusten kann Keuchhusten die Ursache sein.
  • Stress verursacht mitunter den sogenannten psychischen Reizhusten.
     

Untersuchung

Üblicher Ansprechpartner für die Diagnose von Reizhusten ist der Hausarzt. Erste Hinweise für die Ursache ergeben sich meist schon aus der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung, bei der das Abhören der Atemgeräusche im Mittelpunkt steht. Falls nötig, wird Ihr Hausarzt Sie an einen Facharzt für Lungen- oder Herzkrankheiten, Allergien oder Magen-Darm-Krankheiten überweisen.

Zu den typischen fachärztlichen Untersuchungsverfahren bei Reizhusten gehören ein Lungenfunktionstest und bedarfsweise eine Bronchoskopie. Die Bronchoskopie ist eine endoskopische Untersuchung, bei der ein kleiner Schlauch mit einer Kamera über den Mund bis in die Lunge geführt wird. Auf diese Weise lässt sich der Zustand der Atemwege exakt untersuchen.

Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomografie (CT) und labordiagnostische Methoden liefern weitere Anhaltspunkte auf der Suche nach der Ursache von Reizhusten.
 

Behandlung

Die Behandlung von Reizhusten ist so vielfältig wie die möglichen Ursachen. Im Folgenden geht es um Behandlungsmöglichkeiten, für unkomplizierte Fälle von trockenem Husten, wie er in der Folge von alltagstypischen (viralen) Infekten auftritt.

Medikamente gegen Reizhusten

Medikamente gegen trockenen Husten dämpfen vor allem den quälenden Hustenreiz. Das ist Gegensatz zur Behandlung von produktivem Husten in diesem Fall gefahrlos möglich. Denn bei Reizhusten werden keine Sekretmengen produziert werden, die einen Sekretstau verursachen könnten.

Beim Hustenstillen, besonders während der Nacht, helfen Tabletten, Zäpfchen, Tropfen oder Säfte beispielsweise mit Dextromethorphan. Die Wirkung beruht auf der Hemmung des Hustenreflexes, deshalb bezeichnet man diese Präparate als Hustenblocker oder Hustenstiller. Auch einige pflanzliche Substanzen wirken hustenblockierend, zum Beispiel Säfte oder Zäpfchen mit Efeu-Extrakt.

Hausmittel gegen trockenen Husten

Heilpflanzen wie Eibisch, Isländisch Moos oder Huflattich sind seit Jahrhunderten als Mittel gegen Hustenreiz und leichte Infektionen des Mund-Rachen-Raums bekannt. Die Wirkung dieser Heilpflanzen auf die Mund- und Rachenschleimhaut sowie die Magenschleimhaut beruht auf ihrem hohen Gehalt an sogenannten Schleimstoffen.

Lutschpastillen oder Bonbons mit Inhaltsstoffen aus schleimhaltigen Pflanzen wie Eibisch oder Isländisch-Moos dämpfen den Hustenreiz. Sie überziehen die Schleimhaut mit einer wohltuenden Schutzschicht.

Weitere sanfte Helfer bei Reizhusten

  • Heiße Milch mit Honig beruhigt die gereizte Rachenschleimhaut.
  • Hustenbonbons mit ätherischen Ölen aus Menthol, Anis, Eukalyptus, Fenchel oder Salbei lindern den Hustenreiz durch Feuchthalten der Rachenschleimhaut; außerdem wirken sie desinfizierend und krampflösend.
  • Zwiebelsaft, Knoblauchsirup oder Brustwickel (z.B. mit Kamille) aus Uromas Trickkiste bewähren sich auch heute noch.

Vorbeugung

Reizhusten lässt sich nicht sicher vorbeugen. Das gilt vor allem für trockenen Husten infolge von Atemwegsinfektionen wie Erkältung oder Grippe. Allerdings vermindert ein starkes Immunsystem die Ansteckungsgefahr. Das Immunsystem profitiert wiederum von einer abwechslungsreichen und frischen Ernährung sowie viel Bewegung, idealerweise an der frischen Luft.

Wenn Sie oft, lange und möglicherweise laut sprechen müssen, können Sie das Risiko für Reizhusten durch ein gezieltes Sprech- und Stimmtraining senken.

Bei absehbaren Belastungen der Atemwege durch Gase, Feinstaub oder Chemikalien sollten Sie entsprechende Schutzmasken tragen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 18.03.2019

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