Schulter-Syndrom (Schulterschmerzen)

Schulterschmerzen können eine Vielzahl von Ursachen haben. Die meisten Schulterbeschwerden werden unter dem Begriff Schulter-Syndrom oder Schulter-Arm-Syndrom zusammengefasst. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Schulter-Syndrom.

Synonyme

Schulter-Arm-Syndrom

Definition

Schulterschmerzen Behandlung

Ein Schulter-Syndrom oder Schulter-Arm-Syndrom umfasst unterschiedliche Erkrankungen der Schulter bzw. des Schulter-Arm-Gelenks. Dazu gehören unter anderem das Engpass-Syndrom (Impingement-Syndrom), Schultersteife (Frozen shoulder bzw. Periarthritis humerscapularis) und verschleißbedingte Veränderungen des Schultergelenks (Periarthropathia humeroscapularis) sowie Arthrose, Sehnenscheidenentzündungen und Schleimbeutelentzündungen im Schulterbereich. Hinweisgebende Symptome sind nahezu immer Schulter-Arm-Schmerzen und eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Schultergelenks.

Anatomie der Schulter

Das Schultergelenk besteht aus 3 Knochen: dem Schulterblatt, dem Oberarm und dem Schlüsselbein. Der Oberarm wird dabei mit dem Schulterblatt durch einen Muskelmantel verbunden. Dieser Muskelmantel wird als Rotatorenmanschette bezeichnet. Er hilft bei Drehbewegungen und beim Anheben des Arms. Das Schulterdach bildet den oberen Abschluss der Schulter. Zwischen der Rotatorenmanschette und dem Schulterdach liegt ein Schleimbeutel. Dieser flüssigkeitsgefüllte Sack verringert, dass Schulterdach und Rotatorenmanschette aneinander reiben.

Symptome

Die Symptome beim Schulter-Syndrom sind je nach Erkrankung vielfältig.

Engpass-Syndrom

Betroffene mit Engpass-Syndrom können insbesondere den Oberarm nicht mehr oder nur noch unter starken Schmerzen im Bereich von 70 bis 130 Grad seitlich oder nach vorn abspreizen. Auch Innen- und Außenrotationsbewegungen der Schulter (wie Schulterkreisen) sind üblicherweise eingeschränkt. Rollen sich Betroffene im Schlaf auf die erkrankte Schulter, wachen sie häufig vor Schmerzen auf und können nur schwer wieder einschlafen. Typisch ist weiterhin ein stechender Schmerz beim Griff in die hintere Gesäßtasche. Mitunter wird auch ein „Schnappen“ beim Senken des Arms gespürt.

Schulterschmerzen durch Schultersteife

Bei der Schultersteife oder Frozen shoulder (Periarthritis humerscapularis) lässt sich die Schulter nur noch eingeschränkt bewegen. Mediziner unterscheiden eine primäre und eine sekundäre Form der Schultersteife. Die primäre Schultersteife verläuft üblicherweise in drei Phasen. Der Krankheitszeitraum beträgt zwischen 1 und 4 Jahren.

  • Phase I (Initialphase, zwischen 3 und 9 Monate andauernd): Schulterbewegungen werden zunehmend schmerzhafter, der Schmerz verschlimmert sich häufig nachts, Bewegungsfähigkeit ist üblicherweise noch nicht eingeschränkt
  • Phase II (Einsteifungsphase, Dauer bis zu 15 Monate): Schmerzen lassen langsam nach, jedoch tritt eine zunehmende Bewegungseinschränkung auf, Drehungen des Arms nach außen oder innen bzw. Abspreizbewegungen des Armes sind kaum oder nur noch unter heftigen Schmerzen möglich. Gegen Ende dieser Phase kann die Bewegungsfähigkeit der Schulter vollständig eingeschränkt sein.
  • Phase III (Lösungsphase, Dauer durchschnittlich 9 Monate): Entzündliche Veränderungen im versteiften bzw. bewegungseingeschränkten Schultergelenk bilden sich zurück und die Schulter wird wieder beweglicher. Zum Ende ist eine freie Schulterbewegung möglich, eventuell bleiben geringe Beschwerden bestehen.

Verschleißbedingte Schulterschmerzen

Verschleißbedingte, degenerative Schulterveränderungen des Schultergelenks (Periarthropathia humeroscapularis, kurz PHS) zählen ebenfalls zum Schulter-Syndrom. PHS durchlaufen vier Stadien. Im Stadium I bleiben die Abnutzungen des Schultergürtels ohne Beschwerden. In Stadium II und III sind einseitige Schulterschmerzen und eine schleichende, aber zunehmende Bewegungseinschränkung im Schultergelenk zu beobachten. Im Stadium IV sind keine Schulterbewegungen mehr möglich, die Schulter versteift komplett.

Ursachen

Die unter dem Schulter-Syndrom zusammengefassten Erkrankungen haben keine gemeinsame Ursache.

Ursachen von Engpass-Syndrom

Normalerweise gleiten die Muskeln und Sehnen der Rotatorenmanschette unter dem Schulterdach problemlos hin und her. Beim Anheben eines Armes jedoch wird es eng. Dann reiben Sehnen und Schleimbeutel etwas aneinander. Das ist normal. Bei ständigen Belastungen (wie zum Beispiel bei Überkopfarbeiten, Wände streichen oder Werfen/Kugelstoßen) wird das Reiben stärker. Folge ist häufig ein Schaden an der Rotatorenmanschette sowie eine Irritation und Schwellung des Schleimbeutels. Durch die Schwellung wird der Bereich zwischen Schulterdach und Rotatorenmanschette immer enger. Mediziner sprechen dann vom Engpass- Syndrom oder Impingement-Syndrom.

Seltenere andere Ursachen der Verengung sind Verformungen oder Knochenvorsprünge des Schulterdaches sowie Verletzungen im Schulterbereich.

Ursachen von Schultersteife

Die genauen Ursachen der primären Schultersteife sind bislang nicht bekannt. Die typischen Symptome werden durch eine Entzündung der inneren Schicht der Schultergelenkkapsel ausgelöst.

Die sekundäre Form der Schultersteife wird unter anderem durch verkalkende Schleimbeutelentzündungen, Verletzungen der Rotatorenmanschette, Schultergelenkentzündungen, Schultergelenksarthrose, Operationen oder Krebs verursacht.

Ursachen von verschleißbedingten Schulterveränderungen

Verschleißbedingte (degenerative) Schulterveränderungen entstehen – wie die Bezeichnung es ausdrückt - mit steigendem Lebensalter infolge langjähriger Über- und/oder Fehlbelastung.

Untersuchung

Ziel bei der Diagnose von Schulterschmerzen ist es, die auslösende Ursache des Schulter-Syndroms zu finden. Dafür werden spezielle Funktionstests, Laboruntersuchungen sowie bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall (zum Beispiel Arthroskopie), seltener auch Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) eingesetzt.

Behandlung

Ärztliche Behandlung von Schulterschmerzen

Um Schulterschmerzen zu lindern, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Sehr häufig sind konservative Verfahren wie ruhigstellende Maßnahmen und entzündungshemmende Medikamente sowie physikalische und physiotherapeutische Therapien ausreichend, um Schulterschmerzen zu beheben. In seltenen Fällen kann auch eine Operation erforderlich werden.

Medikamentöse Behandlung von Schulterschmerzen

Bei entzündlichen Ursachen helfen entzündungshemmende Wirkstoffe aus der Gruppe der nicht-steroiden Antirheumatika, Schulterschmerzen zu behandeln. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Dexiprofen, Diclofenac, Etofenamat, Indometacin, Ketoprofen, Naproxen und Piroxicam. In bestimmten Fällen kann der Arzt bei Schulterschmerzen auch Kortison in das Schultergelenk spritzen.

Schmerzlindernd wirken auch nicht-opioide Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Metamizol, Paracetamol und Phenazon. Bei sehr starken Schmerzen können Wirkstoffe aus der Gruppe der opioiden Schmerzmittel eingesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise Hydromorphon, Oxycodon Tramadol und Tilidin

Physikalische Behandlung von Schulterschmerzen

Schulterschmerzen können, je nach Ursache, sehr gut mit physikalischen Therapien behandelt werden. Bei Entzündungen helfen zum Beispiel Eisauflagen und Coolpacks. Verschleiß- und abnutzungsbedingte Schulterschmerzen reagieren gut auf Wärmebehandlungen wie Fango- und Moorauflagen oder Rotlicht. Auch Elektrotherapien (zum Beispiel Transkutane Elektro-Neuro-Stimulation, kurz TENS) sowie Strom- und Ultraschallbehandlungen helfen, Schulterschmerzen zu lindern.

Physiotherapeutische Behandlung von Schulterschmerzen

In der physiotherapeutischen Behandlung von Schulterschmerzen wird das Zusammenspiel der Schultermuskulatur verbessert. Dabei helfen Zug- und Dehnübungen, Massagen, manuelle Therapien und krankengymnastische Übungen.

Operative Behandlung von Schulterschmerzen

Reichen die konservativen Maßnahmen nicht aus, um Schulterschmerzen zu beheben, sind unter Umständen operative Eingriffe erforderlich. Während einer Operation können zum Beispiel Schleimbeutel oder Kalkdepots entfernt, Sehnenrisse repariert, Sehnen neu verankert oder Teile des Schulterdachs abgefräst werden. Einige Operationen an der Schulter können heute bereits arthroskopisch - also über die sogenannte Schlüssellochtechnologie - erfolgen.

Selbsthilfe gegen Schultersyndrom

Kälte- und Wärmeanwendungen helfen, Schulterschmerzen zu lindern. Dazu können Sie Coolpacks oder angewärmte Kirschkernkissen und Wärmflaschen verwenden. Auch eine heiße Dusche kann Wunder wirken. Durch die Wärme entspannen sich die Schultermuskeln und die Schmerzen lassen nach.

Neuerdings gibt es eisenpulverbasierte Wärmepflaster in der Apotheke, die direkt auf den Schulter-Nacken-Bereich aufgeklebt werden und über Stunden wohlige Wärme abgeben. Massagen (evtl. auch vom Partner) und Einreibungen mit ätherischen Ölen wie Lavendel-, Cajeput- oder Rosmarinöl werden von vielen Betroffenen ebenfalls als wohltuend empfunden.

Vorbeugung

Um Schulterschmerzen durch ein Schultersyndrom vorzubeugen, helfen folgende Tipps:

  • Schulterschule besuchen: Ähnlich wie bei der eher bekannten Rückenschule erlernen die Teilnehmer gesunde Bewegungsabläufe und korrigieren falsche Bewegungen oder Haltungen.
  • Auf körperlich und seelisches Gleichgewicht achten: Psychische Beeinträchtigungen und Schmerzen sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Fröhliche und ausgeglichene Menschen nehmen Schmerzen erwiesenermaßen weniger stark wahr.
  • Anspannung führt zu Verspannungen, die sich vor allem in Nacken und Schulter schmerzhaft bemerkbar machen. Zur Entspannung tragen entsprechende Techniken bei wie Atemübungen oder Progressive Muskelentspannung.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.04.2013

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