Trockene Haut

Trockene Haut ist einerseits ein erblich bedingter Hauttyp. Andererseits können auch alltägliche Situationen und Erkrankungen mit trockener Haut einhergehen. Dabei ist trockene Haut nicht nur ein reines kosmetisches Problem. Auf trockener Haut bilden sich unter anderem häufiger Entzündungen als auf normaler, gesunder Haut. Deshalb ist die richtige Pflege das A und O bei trockener Haut. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von trockener Haut.

Definition

Trockene Haut

Trockene Haut ist oft matt bis stumpf und spannt leicht, vor allem nach dem Waschen. Oft schuppt sie und wirkt spröde, fahl und müde. Sehr trockene Haut zieht sich pergamentartig zusammen und wird rissig. Insbesondere im Gesicht entwickeln sich auf trockener Haut besonders früh Fältchen. An Ellenbogen, Armen und Händen sowie an Unterschenkeln und Füßen juckt trockene Haut häufig.

Trockene Haut entzündet sich auch schneller als normale Haut. Trockene Haut ist nicht ausschließlich ein körperliches Problem. Gespannte und gereizte Haut kann auch die Psyche beeinflussen. Nicht selten sind Menschen mit trockener Haut gereizter und angespannter als ihre Mitmenschen. Sie haben häufig kein „dickes Fell“ (trockene Haut ist wirklich dünner als normale Haut) und reagieren zuweilen empfindlich und nervös.

Die Haut ist gewissermaßen unsere Außengrenze. Sie bildet die Barriere oder Schutzmauer zwischen Körperinnerem und der Umwelt. Eine spröde, dünne und trockene Haut verspricht dabei weniger Sicherheit. Das wirkt sich bei vielen Menschen auch nach innen aus – und verstärkt mitunter die Symptome trockener Haut. Innere Anspannungen führen also zu spannender, juckender und trockener Haut. Verantwortlich dafür sind Hormone und Nerven, die die Haut beeinflussen.

So wie die „dünne Haut“ sprichwörtlich ein Zeichen angespannter Nerven ist, kann die Haut auch im positiven Sinne als „Spiegel der Seele“ wirken. Ausgeglichene, fröhliche Menschen haben oft auch ein rosiges und frisches Hautbild.

Ursachen

Trockene Haut ist häufig anlagebedingt. Je nach Hauttyp werden trockene, normale, fettige und Mischtypen unterschieden. Äußere Einflüsse und Lebensumstände können die Entwicklung von trockener Haut jedoch begünstigen.

  • Zu den äußeren Einflüssen bei trockener Haut gehören insbesondere:
  • Falsche Pflegegewohnheiten wie mangelnde oder übertriebene Körperpflege greifen die Haut an.
  • Kälte oder Hitze: Die Haut gibt sowohl bei Kälte als auch bei Hitze vermehrt Feuchtigkeit ab und trocknet schneller aus.
  • Sonne und UV-Strahlung schwächen die Hautbarrierefunktion und beschleunigen den Verlust von Feuchtigkeit und Fetten.
  • Zu viel Wasser laugt die Haut aus.
  • Reizstoffe wie chemische Substanzen in Reinigungs- und Waschmitteln, Lösungsmitteln oder Farben greifen die Hautoberfläche direkt an.

Auch innere Einflüsse lassen Haut trocken werden. Dazu gehören unter anderem

  • mangelnde Flüssigkeitszufuhr: Über die Haut wird Flüssigkeit abgegeben und muss durch Trinken wieder aufgefüllt werden.
  • Schwitzen: Die Haut verliert Flüssigkeit- und Mineralstoffe.
  • Rauchen: Nikotin und Giftstoffe schädigen Haut und Gefäße.
  • Alkohol: Giftstoffe werden zum Teil über die Schweißdrüsen abgegeben, zudem verursacht Alkohol vermehrtes Schwitzen.
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel infolge Mangelernährung
  • Stress und emotionale Belastungen: Hormone und Nerven beeinflussen die Haut.
  • natürlicher Alterungsprozess der Haut
  • hormonelle Umstellungen: Hormonschwankungen führen unter anderem zu verstärkter oder verminderter Talgdrüsenproduktion oder zu vermehrtem schwitzen.

Trockene Haut durch Erkrankungen

Es gibt viele Erkrankungen, die mit trockener Haut einhergehen oder trockene Haut verursachen, zum Beispiel:

  • Neurodermitis: vor allem stellenweise extrem trockene Haut, Juckreiz, entzündete Hautareale durch Kratzen, schuppende Hautausschläge
  • Psoriasis (Schuppenflechte): juckende, trockene Haut - meist in Schüben, oft mit silbrigen Schüppchen bedeckt
  • Kontaktekzem: Hautausschlag oder trockene Haut nach Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen wie Nickel oder Latex (siehe auch Latexallergie)
  • Basaliom: trockene Haut vor allem an der Sonne ausgesetzten Stellen wie Stirn, Nase und Ohren, häufig auch Geschwüre und Knoten
  • Rosazea: fleckenförmig, teils schuppende und trockene Haut im Gesicht
  • Fischschuppenkrankheit (Ichthyosis): oft pergamentartige Haut und festsitzende, nicht ablösbare trockene Hautschuppen
  • Stewardessen-Krankheit (Periorale Dermatitis): trockener Hautausschlag um Mund und Nase mit entzündlich geröteten Bläschen oder Knötchen
  • Lippenherpes: nässende und schmerzende Bläschen auf geröteter und trockener Haut, meist an den Lippen.

Auch Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom, Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion gehen mit trockener Haut einher.

Untersuchung

Die Diagnose von Trockener Haut ist anhand der offenkundigen Hautsymptome leicht zu stellen. Zudem wird der Arzt untersuchen, ob es sich um ein reines kosmetisches Problem handelt oder trockene Haut krankheitsbedingt auftritt. Denn ohne die Kenntnis der Ursache kann er nicht gezielt gegen trockene Haut angehen.

Behandlung

Allgemein helfen gegen trockene Haut Cremes mit Bepanthen oder Harnstoff sowie Pflegeprodukte mit Lipiden (zum Beispiel ungesättigte Fettsäuren oder Mandel-, Soja-, Nachtkerzen- und Erdnussöl).

Wie trockene Haut als Symptom anderer Erkrankungen behandelt wird, lesen Sie in den Ratgebern Neurodermitis, Psoriasis, Rosazea, Lippenherpes, Basaliom bzw. Latexallergie.

Vorbeugung

Trockene Haut braucht sowohl Fett als auch Feuchtigkeit. Dafür gibt es eine Vielzahl an Pflegeprodukten. Lassen Sie sich am besten von einer Kosmetikerin oder in der Apotheke beraten. Ein paar hilfreiche Tipps gegen trockene Haut schon vorab:

  • regelmäßige Hautreinigung (vor allem Schminke entfernen)
  • mildes, seifenfreies Reinigungsmittel verwenden und mit lauwarmem Wasser nachspülen
  • kein alkoholhaltiges Gesichtswasser benutzen
  • rückfettende Ölbäder Schaumbädern vorziehen
  • nicht zu heiß baden oder duschen
  • als Tagespflege eine leicht fetthaltige Feuchtigkeitscreme und als Nachtpflege eine fetthaltige Nachtcreme benutzen
  • auf hautfreundliche Zusätze wie Vitamin A und E oder beruhigende pflanzliche Auszüge, z.B. Azulen oder Ringelblume achten
  • intensive Sonnenbäder meiden und Sonnenschutzprodukte verwenden
  • Schutzhandschuhe tragen beim Umgang mit Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln
  • Stress meiden
  • auf gesunde, frische vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung achten
  • ausreichend Flüssigkeit trinken (mindestens 1,5 Liter)
  • wenig Alkohol
  • nicht rauchen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.12.2015

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