Vegetative Dystonie

Vegetative Dystonie ist ein Sammelbegriff für unterschiedlichste Symptome, die mit Störungen des vegetativen Nervensystems einhergehen sollen.

Synonyme

neurovegetative Störung, vegetative Neurose, autonome Dysregulation

Definition

Frau spricht mit Ärztin

Vegetative Dystonie ist keine Krankheit im engeren Sinne des Wortes. Vielmehr wird unter der Definition eine Vielfalt an unterschiedlichen Symptomen (Syndromen) zusammengefasst, die auf eine gestörte Erregungsleitung im vegetativen Nervensystem zurückgehen sollen.

Dystonie leitet sich von dem griechischen Wort für Spannung ab. Vegetative Dystonie bedeutet demnach, dass die Spannung im vegetativen Nervensystem bzw. das Zusammenspiel zwischen Sympathikus und Parasympathikus gestört ist. Das wiederum führt zu körperlichen Beschwerden, die keiner organischen Ursache zuzuordnen sind.

Das vegetative Nervensystem wird auch als autonomes Nervensystem bezeichnet. Es ist der Teil des Nervensystems, der durch den Willen kaum oder gar nicht beeinflussbar ist und alle unwillkürlichen Körperfunktionen wie Atmung, Puls, Blutdruck, Verdauung und Wasserlassen steuert.

Gibt es die vegetative Dystonie überhaupt?

Der Begriff der vegetativen Dystonie ist in der Medizin umstritten. Befürworter dieses Erklärungsmodells machen Fehlsteuerungen des vegetativen Nervensystems für eine Vielzahl von Symptomen und Beschwerden verantwortlich. Das reicht von Befindlichkeitsstörungen wie Verspannungen, Nervosität und Kopfschmerzen bis hin zu Erkrankungen wie Reizdarm und Reizblase sowie chronischen Schmerzen.

Kritiker bezeichnen den Begriff der vegetativen Dystonie als Verlegenheitsdiagnose. Man gebe den Symptomen einen Namen und erwecke den Eindruck, man kenne die Ursache für viele Symptombilder. Tatsächlich aber sei das nicht belegt. Daher seien Begriffe wie somatoforme Störung oder funktionelles Syndrom ehrlicher. Das gelte umso mehr, da es keine erprobten Behandlungskonzepte zur Linderung einer vermeintlichen oder tatsächlichen vegetativen Dystonie gibt.

Das erfolgversprechendste Konzept zur Behandlung von somatoformen Störungen ist eine verhaltenstherapeutische Psychotherapie. Insbesondere bei funktionellen Syndromen mit chronischen Schmerzen haben sich multimodale Schmerztherapien bewährt, die auch eine psychotherapeutische Komponente beinhalten.

Autor: Charly Kahle

Stand: 11.01.2018

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