Vitamin-B12-Mangel

Vitamin-B12-Mangel wird in der Öffentlichkeit häufig als Ursache von vielen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen von Müdigkeit über Depressionen bis hin zu Demenz verantwortlich gemacht. Das ist sicher übertrieben. Besonders häufig ist Vitamin-B12-Mangel bei fleischloser Ernährung und bei Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Vitamin-B12-Mangel.

Definition

Fleisch

Ob in der Fernsehwerbung, per Newsletter oder in der Illustrierten: Man könnte zuweilen meinen, mit einer ordentlichen Portion Vitamin B12 ließen sich alle Krankheiten der Welt kurieren. Von Schlafstörungen über chronische Erschöpfung bis hin zu Krebserkrankungen reicht die Liste der Krankheitsbilder, die von Vitamin-B12-Mangel verursacht sein sollen. Außerdem soll es geistig und körperlich fit halten. Wissenschaftlich belegt ist das alles nicht. Ebenso wenig der Nutzen zuweilen überteuerter Vitamin B12-Präparate. Aber: Das Versprechen der Werber ist von den Funktionen dieses besonderes Vitamins abgeleitet. Daher nun zu den Fakten.

Vitamin B12 hat viele Namen – und viele davon werden auch genutzt, zum Beispiel Extrinsic Faktor in der Ernährungsmedizin oder Anti-Perniziosa Faktor in der Hämatologie. Die Chemiker sprechen von Cobalamin (seltener auch Cyanocobalamin). Im alltäglichen Sprachgebrauch hört man häufig Coenzym B12.

Funktionen von Vitamin B12

Obwohl wir es nur in winzigen Mengen brauchen, ist Vitamin B12 an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt. Zu den wichtigsten zählen sicher die Reproduktion der Erbinformationen (DNA-Synthese), die Zell- und Blutbildung, die Aktivierung der lebenswichtigen Folsäure sowie die Energieproduktion in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien. Auch im Fettsoffwechsel sowie für die gesunde Funktion der Nerven spielt Vitamin B12 eine besondere Rolle. Ferner ist es an der Bildung von Botenstoffen, also von Hormonen und Neurotransmittern, beteiligt.

Symptome

Die Symptome von Vitamin-B12-Mangel stellen sich in der Regel erst nach vielen Jahren einer anhaltenden Unterversorgung heraus. Denn in der Leber ist bei gesunden Menschen so viel Vitamin B12 gespeichert, dass der Bedarf von 3 Jahren gedeckt ist.

Das bekannteste Symptom von ausgeprägtem Vitamin-B12-Mangel sind Müdigkeit und Blässe, die durch eine besondere Form der Blutarmut, die perniziöse Anämie (Vitamin-B12-Mangelanämie) verursacht wird. Eine erhöhte Blutungsneigung resultiert aus der verminderten Anzahl der Blutplättchen, eine erhöhte Infektanfälligkeit und Abwehrschwäche sind Folge einer zu geringen Bildung von weißen Blutkörperchen.

Beeinträchtigungen des Nervensystems machen sich durch Missempfindungen wie Kribbeln an Händen, Füßen und Gliedmaßen („Ameisenlaufen“), Gefühlsstörungen und Bewegungseinschränkungen bemerkbar. Bei fortgeschrittenem Mangel kann es zu Gangunsicherheiten und sogar zu Lähmungen kommen.

Eine glatte rote Zunge und Zungenbrennen sowie auffällig häufige Verletzungen der Schleimhäute zählen zu den weiteren Anhaltspunkten für einen Vitamin-B12-Mangel. Das gilt ebenso für Appetitlosigkeit und unerklärliche Gewichtsabnahme.

Wegen seiner Wirkung auf die Nerven und die Produktion von Botenstoffen werden dem Vitamin-B12-Mangel auch Einflüsse auf nachlassende geistige Fähigkeiten bis hin zu demenzähnlichen Verwirrungen und Depressionen zugeschrieben. Bei ausgeprägtem Vitamin-B12-Mangel sind psychische Symptome wie starke Angstzustände, Halluzinationen, Paranoia und Wahnvorstellungen möglich.

Alle genannten Symptome können auf einen Vitamin-B12-Mangel hinweisen. Das ist aber keinesfalls zwingend. Die Diagnose sollten Sie nicht selbst stellen, sondern einem Mediziner Ihres Vertrauens überlassen.

Ursachen

Die am weitesten verbreite Ursache von Vitamin-B12-Mangel ist fleischlose Ernährung. Denn das Vitamin kommt fast nur in tierischen Lebensmitteln vor. Besonders reichlich ist es Innereien und Organen (Leber) enthalten, aber auch in Fleisch, Milch und Eiern. Bei ansonsten gesunden Menschen sind strenge Vegetarier und Veganer die am meisten betroffenen Risikogruppen. Allerdings ist in aller Regel bei diesen Menschen das Wissen um eine angemessene Versorgung mit Vitamin B12 besonders weit verbreitet.

Erkrankungen als Ursache von Vitamin-B12-Mangel

Die Freisetzung von Vitamin B12 aus der Nahrung ist ein sehr komplexer Prozess. Dabei spielen die Bauchspeicheldrüse, die Magenschleimhaut und der Dünndarm wichtige Rollen. In diesem Prozess wird das Vitamin B12 zunächst im Magen von gebundenen Eiweißen getrennt. Das Transportprotein Haptocorrin transportiert das Vitamin B12 dann weiter in den Dünndarm. Dort bindet es an den sogenannten Intrinsic Factor, der zuvor in den Belegzellen der Magenschleimhaut gebildet wurde. Diese Verbindung besetzt nun bestimmte Intrinsic-Factor-Andockstellen (Rezeptoren) in der Darmschleimhaut, durch die das Vitamin B12 in die Zellen und den Organismus gelangt.

Ist das Zusammenspiel durch Erkrankungen, Fehlfunktionen oder Magenoperationen gestört, kann der Körper das Vitamin B12 häufig nicht mehr in die wirksamen Substanzen Hydroxocobalamin, Adenosylcobalamin und Methylcobalamin wandeln. Daher ist Vitamin-B12-Mangel bei Menschen mit Erkrankungen von Magen, Darm oder Bauchspeicheldrüse besonders häufig. Vor allem bei älteren Menschen begünstigt eine chronische Magenschleimhautentzündung (Gastritis) den Mangel.

Vitamin-B12-Mangel durch erhöhten Bedarf

In Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf an Vitamin B12 deutlich erhöht. Das gilt außerdem bei Stress, für Raucher und Alkoholiker.

Untersuchung

Gesunde Menschen, die nicht zu den genannten Risikogruppen (strenge Vegetarier und Veganer) gehören und keinen erhöhten Bedarf haben, brauchen einen Vitamin-B12-Mangel kaum zu fürchten. Schon gelegentliche Portionen von Fleisch, Innereien, Milch und Milchprodukten oder Eiern reichen aus, um den Vitamin B12-Spiegel in der Leber ausreichend hoch zu halten. Sicherheit verschafft ein einfacher Test, den Sie gegebenenfalls bei einem Arzt Ihres Vertrauens in Auftrag geben können.

Behandlung

Zur Therapie von Vitamin-B12-Mangel steht eine Vielzahl von Vitamin B12-Präparate in Form von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln zur Verfügung. Welches Präparat für Sie das beste ist, lässt sich nur nach einer ärztlichen Untersuchung sagen.

Überschuss von Vitamin B12

Aktuell gibt es keine Erkenntnisse über einen Vitamin B12 Überschuss. Selbst die exzessive Zufuhr von Vitamin B12 verursacht keine Beschwerden. Eine Vitamin B12 Überdosierung mit Nahrungsergänzungsmitteln ist deshalb nicht zu erwarten, weil überschüssiges Vitamin B12 einfach mit dem Urin ausgeschieden wird. Mitunter kommt es aber nach hoch dosierten Vitamin B12 Injektionen in die Muskulatur zu akneähnlichen Hauterscheinungen. Eine Erklärung für dieses Phänomen gibt es bislang noch nicht. Sobald die Therapie abgesetzt wird, verschwindet die B12-Akne wieder.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.07.2016

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