Vitamin-K-Mangel

Vitamin K ist ein wichtiger Baustein für die Blutgerinnung. Daher auch der Buchstabe K, der für Koagulation steht. Ein Mangel an Vitamin K macht sich vor allem durch ein erhöhtes Blutungsrisiko bemerkbar. Bei gesunden Menschen ist Vitamin-K-Mangel sehr selten. Ausnahme: Neugeborene, die routinemäßig mit Vitamin K versorgt werden. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Vitamin-K-Mangel.

Synonyme

K-Hypovitaminose

Definition

Brokkoli-Vitaminpräparate

Vitamin-K-Mangel zählt zu den Vitaminmangelerkrankungen, den Hypovitaminosen. Vitamin K gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Genau genommen handelt es sich bei Vitamin K um mehrere Vitamine einer Gruppe: die Vitamine K1, K2 und K3.

  • Vitamin K1 (Phyllochinon): Vitamin K1 ist das pflanzliche Vitamin K. Es wird auch als Phyllochinon bezeichnet. Der Name leitet sich vom lateinischen Namen des grünen Pflanzenfarbstoffs Chlorophyll ab. Wir nehmen Vitamin K1 mit der Nahrung auf. Grüne Salate, grüne Gemüse und grüne Kohlsorten enthalten besonders viel pflanzliches Vitamin K. Ebenfalls besonders reich an Vitamin K sind Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch. Lebensmittel mit Vitamin K müssen aber nicht zwangsläufig grün sein: Auch Erdbeeren beispielsweise sind gute Vitamin-K-Lieferanten.
  • Vitamin K2 (Menachinon): Vitamin K2 bilden Bakterien, die natürlicherweise die Darmflora besiedeln. Bislang ist aber nicht eindeutig geklärt, wie groß der Beitrag des im Darm gebildeten Vitamins K2 ist.
  • Vitamin K3 (Menadion): Vitamin K3 wird synthetisch hergestellt und wirkt in hoher Dosis giftig. Im Gegensatz zu den Vitaminen K1 und K2 ist K3 wasser- und nicht fettlöslich. In Deutschland ist Menadion seit 1989 für den menschlichen Verzehr und auch als medizinisches Therapeutikum in der Humanmedizin verboten. In Tierfutter darf Vitamin K3 aber bis heute als Zusatzstoff verwendet werden.

Die Funktionen von Vitamin K

Wozu brauchen wir Vitamin K? Es hat vor allem zwei Funktionen:

  1. Blutgerinnung: Für die Blutgerinnung sind komplexe Verbindungen, die Blutgerinnungsfaktoren, unerlässlich. Vitamin K ist wesentlich daran beteiligt, im Körper Eiweiße zu bilden, die Bausteine in der Produktionskette der Blutgerinnungsfaktoren sind. Ohne Vitamin K wird die Blutgerinnung erheblich gestört. Selbst kleinste Verletzungen können dann so stark bluten, dass ein ernstzunehmender Blutverlust auftreten kann.
  2. Knochenwachstum: Nach den Wechseljahren beschleunigt sich bei Frauen der Knochenabbau, weil immer weniger Östrogene gebildet werden. Vitamin K verlangsamt den Knochenabbau und unterstützt den Knochenaufbau, indem es den Einbau von Calcium in die Knochenstruktur und die Aktivität der knochenbildenden Zellen fördert. Dadurch mindert Vitamin K das Risiko bzw. den Fortschritt von Osteoporose.

Ferner werden Vitamin K viele weitere Effekte zugeschrieben. Plausibel, aber nicht eindeutig belegt, ist beispielsweise eine positive Wirkung auf Arteriosklerose, Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauferkrankungen, die mit verengten Blutgefäßen einhergehen. Befürworter der Herz-Kreislauf-Vorbeugung durch Vitamin K argumentieren, dass Vitamin K den Blut-Calcium-Spiegel senke, indem es dazu beitrage, mehr Calcium in die Knochen einzulagern. Das so gebundene Calcium könne sich daher nicht mit Plaques in den Blutgefäßen ablagern. Zuweilen ist sogar zu lesen, Vitamin K sei in der Lage, Plaques in den Blutbahnen aufzulösen. Überzeugend belegt ist das jedoch nicht.

Symptome

Die auffälligsten Symptome von Vitamin-K-Mangel beziehen sich auf die verminderte Blutgerinnung. Menschen mit Vitamin-K-Mangel holen sich beispielsweise bei den geringsten Anlässen blaue Flecken, die auch nur sehr langsam abheilen. Nasenbluten, Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder dem Biss in einer Karotte oder einen Apfel sowie Blutungen bei kleineren Verletzungen sind Hinweise auf einen ausgeprägten Vitamin-K-Mangel . Besonders komplikationsträchtig ist Vitamin-K-Mangel bei inneren Blutungen, beispielsweise bei Magen- und Darmgeschwüren. Schwarz gefärbter Stuhl kann ein Anzeichen für Blutungen im Magen-Darm-Bereich sein und sollte Sie unverzüglich zu einem Arzt führen.

Auf einen leichten oder beginnenden Vitamin-K-Mangel können Konzentrationsschwäche, Leistungsknick und Antriebslosigkeit hindeuten. Weitere mögliche Symptome sind eine erhöhte Infektanfälligkeit infolge von Abwehrschwäche, ausgeprägte Müdigkeit und andauernde Kopfschmerzen.

Ursachen

Bei gesunden Menschen ist Vitamin-K-Mangel sehr selten. Selbst durch einseitige Ernährung ist er kaum herbeizuführen. Häufigste Ursachen sind Erkrankungen. Dazu zählen Störungen des Fettstoffwechsels und Darmerkrankungen wie Reizdarm, Morbus Crohn oder Glutenunverträglichkeit (Zöliakie). Lebererkrankungen infolge von Alkoholismus, bestimmte Krebsarten und Calciummangel können ebenfalls zu einem Vitamin-K-Mangel führen.

Außerdem kann die Einnahme von Antibiotika die Produktion und Verwertung von Vitamin K in der Darmflora stören. Auch Medikamente gegen Krampfanfälle wie Phenobarbital beeinflussen die Wirkung von Vitamin K.

Untersuchung

Bei entsprechenden Anzeichen sollten Sie zum Arzt gehen und die Blutgerinnung bestimmen lassen. Das geht schnell und einfach anhand des Quick- oder INR-Wertes. Aus diesen Werten kann Ihr Arzt Rückschlüsse auf die Versorgung mit Vitamin K ziehen.

Behandlung

Bei Vitamin-K-Mangel oder erhöhtem Bedarf stellen Medikamente und/oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel die ausreichende Versorgung mit Vitamin K sicher. Dafür stehen Vitamin-K-Präparate in unterschiedlichsten Darreichungsformen und Dosierungen zur Verfügung.

Vitamin-K-Antagonisten

Vitamin-K-Antagonisten sind häufig verschriebene Medikamente wie Cumarine, die die Wirkung von Vitamin K aufheben sollen. Das ist beispielsweise sinnvoll, wenn bei bestimmten Erkrankungen oder nach Operationen das Risiko von Thrombosen oder Embolien herabgesetzt werden soll. Wer solche Medikamente regelmäßig einnimmt, sollte besonders darauf achten, nicht zu viel Vitamin K mit der Nahrung aufzunehmen. Der Grund: Reichlich Vitamin K könnte die Gerinnungsfähigkeit des Blutes unerwünscht verbessern – und so das Risiko von Blutgerinnsel-Bildungen erhöhen, die Thrombosen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle verursachen könnten.

Vitamin-K-Überschuss

Ein Überschuss oder gar eine Vergiftung mit Vitamin K ist bei Erwachsenen ungefährlich und ohne Beschwerden. Anders sieht es jedoch bei Säuglingen aus. Neugeborene, die zu viel Vitamin K erhalten, lagern Bilirubin ein. Bilirubin ist ein Abfallprodukt, das beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin anfällt. Zu viel Bilirubin im Blut äußert sich in einer Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten (sogenannter Ikterus). Die alleinige Gelbfärbung der Haut ist ungefährlich und mit einer vermehrten Flüssigkeitszufuhr sowie einer Lichttherapie leicht zu therapieren.

Anders ist es bei besonders hohen oder schnell ansteigenden Bilirubinspiegeln. Gelangt der Abfallstoff über die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn des Babys, kann dieses schwer geschädigt werden. Um ein solches Risiko zu vermeiden, muss mitunter das gesamte Blut des Neugeborenen über eine Austauschtransfusion ausgetauscht werden.

Vorbeugung

Wie viel Vitamin K brauchen wir? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die folgenden Mindestaufnahmen (pro Tag in Mikrogramm, µg):

  • bis 4 Monate: 4 µg
  • bis 12 Monate: 10 µg
  • bis 4 Jahre: 15 µg
  • bis 7 Jahre: 20 µg
  • bis 10 Jahre: 30 µg
  • bis 13 Jahre: 40 µg
  • bis 15 Jahre: 50 µg
  • bis 51 Jahre: 70 µg (Männer), 60 µg (Frauen)
  • danach: 80 µg (Männer), 65 µg (Frauen)
  • Schwangere und Stillende: 60 µg

Vitamin K Bedarf von Neugeborenen

Der tägliche Vitamin K Bedarf von Neugeborenen und Säuglingen wird in der Regel über die Muttermilch oder Babynahrung gedeckt. Dennoch erhalten Säuglinge direkt nach der Geburt sowie während der Vorsorgeuntersuchungen U2 und U3 zusätzliches Vitamin K. Auf diese Weise sollen die Vitamin-K-Speicher in der Leber aufgefüllt werden. Das verringert ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Hirnblutungen. Außerdem ist die Darmflora von Neugeborenen und Säuglingen noch nicht so weit ausgebildet, dass sie ausreichend Vitamin K aus der Nahrung aufnehmen bzw. selbst produzieren könnte.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.07.2016

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