Würmer und Wurminfektion

Würmer können die Organe des Menschen befallen und Wurmerkrankungen mit den unterschiedlichsten Symptomen auslösen. Die Parasiten werden in der Regel mit der Nahrung über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Dort siedeln sie sich vorwiegend in der Darmregion an.

Definition

Schweinebandwurm

Infektionen durch Würmer bei Menschen werden durch eine Vielzahl unterschiedlicher Wurmarten ausgelöst. Daher unterscheiden sich die Symptome und Folgen mitunter ganz erheblich.  In Deutschland gehören Bandwürmer, Madenwürmer, Spulwürmer und Trichinen zu den häufigsten Wurmarten. Durch die vielen Fernreisetouristen kommen jedoch auch hier immer mehr exotische Würmer bei Menschen in Deutschland vor. Zunächst zu den Würmern, die als Parasiten beim Menschen auftreten.

Bandwürmer bestehen aus einem Körper mit abgeflachten Gliedern und einem Kopf mit Saugnäpfen und Haken, mit denen sie sich an der Darmwand festhalten. Es gibt verschiedene Bandwurmarten (zum Beispiel Fischbandwurm, Hundebandwurm, Fuchsbandwurm und Schweinebandwurm), die unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. Die Infektion erfolgt durch unvollständig gegartes Fleisch oder Fisch oder durch den Verzehr von ungewaschenen Waldpilzen oder Waldbeeren, die am Boden wachsen (Fuchsbandwurm).

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der zwar weder Füchsen noch anderen Tieren gefährlich ird, aber dem Menschen. Beim Kontakt mit dem Fell infizierter Tiere (wie Hunde, Katzen) können Fuchsbandwurmeier auf den Menschen übertragen werden. Der Mensch kann an der alveolären Echinokokkose erkranken, bei der parasitäre Larvenstadien tumorähnlich zur Zerstörung der Lunge, des Gehirns oder der Leber führen, bis hin zum tödlichen Leberversagen. Weil zwischen Infektion und Ausbruch von Krankheitserscheinungen über zehn Jahre liegen können, sind Diagnose und Therapie erschwert.

Madenwürmer sind kleine, weiße, ca. 1 cm große Würmer, die hauptsächlich Kinder befallen. Die Infektion erfolgt häufig über mit Wurmeiern verunreinigten Toilettentürklinken, Lebensmittel und Spielzeug. Stecken die Kinder nun die Finger in den Mund, breiten sich die Madenwürmer im Magen-Darm-Trakt, vor allem im Dickdarm, aus. Die weiblichen Würmer verlassen nachts den After und legen ihre Eier in der Analregion ab.

Spulwürmer sind 15 bis 35 cm lange, weißliche, spitz zulaufende Würmer, die sich im Dünndarm aufhalten. Die Infektion erfolgt über kothaltigen Staub oder Salat und Gemüse, die mit Fäkalien gedüngt wurden.

Trichinen gehören zu den Fadenwürmern. Sie sind nur zwischen 1,5 und 4 Millimetern groß. Trichinen werden vor allem durch Schweinefleisch auf den Menschen übertragen. Deshalb gehört die Trichinenschau zu den verpflichtenden Untersuchungen für Schweinefleisch, das für den menschlichen Verzehr bestimmt ist.

Symptome

Je nach Wurmart unterscheiden sich die Symptome von Wurmbefall.

Symptome durch Bandwürmer

Durch Befall mit Bandwürmern kann es zu Bauchschmerzen, Durchfall, Mangelerscheinungen und Gewichtsverlust kommen. Im Stuhl erscheinen weiße Bandwurmstücke. Hundebandwürmer greifen beispielsweise die Lunge an und verursachen mitunter Reizhusten. Fuchsbandwürmer können schwere Erkrankungen nach sich ziehen. Sie schaden unter anderem der Leber und führen zunächst zu einer Gelbfärbung von Haut und Schleimhaut (umgangssprachlich als Gelbsucht bezeichnet). Im weiteren Verlauf kann es zu einer vollständigen Zerstörung der Leber und einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen.

Besonders gefährlich sind Schweinebandwurminfektionen, wenn bei mangelnder Hygiene Wurmeiner aus dem Stuhl wieder in den Magen-Darm-Trakt gelangen. Dort entwickeln sich aus den Eiern Larven, die die Darmwand durchbohren und ins Blut gelangen. Über den Blutkreislauf setzen sie sich in verschiedenen Organen und Geweben sowie im Gehirn fest und verursachen schwerste Schäden.

Symptome durch Madenwürmer

Madenwürmer verursachen vor allem heftigen Juckreiz in der Analregion. Durch Kratzen gelangen die Eier unter die Fingernägel und von dort wieder in den Mund. Außer Juckreiz kann es zu Gewichtsabnahme oder zu Entzündungen des Darms oder der äußeren Geschlechtsorgane kommen.

Symptome durch Spulwürmer

Bei geringem Spulwürmerbefall treten keine Beschwerden auf. Bei starkem Wurmbefall kann es zu Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit, Unterernährung und Blutarmut kommen. Gelangen Spulwürmer aus dem Darm in die Lunge, verursachen Sie Symptome ähnlich einer Bronchitis (Husten, blutiger Auswurf, schmerzhaftes Atmen).

Symptome durch Trichinen

Bei einem Befall mit Trichinen entwickeln sich die Parasiten zunächst im Darm und gelangen anschließend als Larven über das Lymphsystem und den Blutkreislauf in die Muskulatur. Dort siedeln sie vorzugsweise in gut durchbluteten Muskelsträngen. Dabei werden Muskelfasern zerstört, was rheumaähnliche Schmerzen verursacht, die von Fieber begleitet sein können. Je nach Ort der betroffenen Muskulatur sind weitere Beschwerden möglich. In der Zunge beispielsweise verursachen die Trichinen Sprechschwierigkeiten, bei einem Befall der Atemmuskulatur können Atemprobleme die Folge sein. Ferner verursachen diese winzigen Fadenwürmer Verdauungsbeschwerden und Durchfall.

Ursachen

Die häufigsten Infektionsquellen mit Würmern sind:

  • rohe oder halbrohe Fleisch- oder Fischgerichte
  • ungewaschene, in Bodennähe wachsende Waldbeeren, Pilzen, etc.
  • Verzehr von fäkaliengedüngtem rohen Gemüse, Obst oder Salat
  • Infektion durch Madeneier, etwa in kothaltigem Staub
  • bei Kindern direkter Kontakt mit verunreinigtem Spielzeug oder mit Spielkameraden, die Würmer haben
  • direkter Kontakt mit menschlichen sowie tierischen Exkrementen

Untersuchung

Die Diagnose zielt zunächst darauf ab, die Art des Wurmbefalls zu bestimmen. Der Verdacht auf Würmer im Darm ist in der Regel entweder auf sichtbare Würmer oder Wurmreste im Stuhl begründet. Eine Laboruntersuchung des Stuhls bringt dann in der Regel innerhalb von ca. 48 Stunden Gewissheit.

Behandlung

Die ärztliche Behandlung von Würmern richtet sich nach der verursachenden Wurmart. Die unterschiedlichen Wurmmittel töten die Würmer, die dann in der Regel ausgeschieden werden. Da häufig mehrere Generationen von Würmern eine Wurmerkrankung auslösen, muss die Behandlung so lange fortgesetzt werden, bis alle Jung-Würmer ausgeschieden sind.

Medikamente gegen Würme

  • Albendazol gegen Hunde- und Fuchsbandwurm, Spulwürmer und Trichinen
  • Mebendazol gegen Fadenwürmer, Hunde- und Fuchsbandwurm, Spulwürmer und Trichinen
  • Niclosamid gegen diverse Bandwürmer
  • Pyrantel gegen Madenwürmer und Hakenwürmer
  • Praziquantel gegen Bandwürmer und Saugwürmer

Selbsthilfe gegen Würmer

Während einer Wurminfektion sollten Sie eine Wiederansteckung sowie eine Ansteckung weiterer Personen durch besondere Hygienemaßnahmen vermeiden. Nach jedem Toilettengang ist es deshalb dringend notwendig, nicht nur die Hände zu waschen, sondern auch die Fingernägel gut zu reinigen. Vorzugsweise benutzen Sie dazu auch ein Desinfektionsmittel. Einmalhandtücher, auch aus Papier, sind normalen Handtüchern vorzuziehen. Nach Gebrauch müssen Handtücher, Unter- und Nachtwäsche nach Möglichkeit im Kochwaschgang gereinigt werden.

Ferner ist es sehr wichtig, die medikamentöse Behandlung konsequent und gewissenhaft nach Anweisung des Arztes bis zum Ende zu befolgen. Auf keinen Fall dürfen Sie nach einem ersten Nachlassen von Symptomen die Behandlung einstellen. Dies gibt dem Nachwuchs der Würmer nur Gelegenheit, sich ungestört zu entwickeln und die Erkrankung zu verlängern.

Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Würmer ist es, bei dem geringsten Verdacht auf unhygienische Verhältnisse bei der Nahrungszubereitung und Nahrungsbeschaffung mit Vorsicht zu reagieren. So gilt beispielsweise bei Reisen in Länder mit schlechten hygienischen Standards: Kochen, waschen, schälen - oder Finger weg! Bodennah wachsendes Obst und Gemüse sowie Pilze nicht roh verzehren: Abgetötet wird der Erreger erst durch Erhitzen auf über 60 Grad Celsius.

Die Lagerung in der Tiefkühltruhe, Desinfektionsmittel oder Alkohol zerstören den Parasiten nicht. Füchse nicht durch Fallobst oder Speisereste in offenen Mülltonnen oder auf dem Komposthaufen anlocken. An das Händewaschen nach dem Sammeln und der Gartenarbeit denken.

Wasser und andere Getränke sollten Sie nur in original verschlossenen Flaschen kaufen - und keine Eiswürfel verwenden. Eine Übertragungsquelle für Würmer sind Haustiere, vor allem Katzen und Hunde. Lassen Sie Haustiere vorsorglich regelmäßig vierteljährlich entwurmen (sogenannte Wurmkur).

Autor: Charly Kahle, Mitarbeit: Christiane von der Eltz (Apothekerin), Dr. Regina Schick (Ärztin)

Stand: 22.07.2016

  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige
https://medicaments-24.com

http://medicaments-24.com

medicaments-24.net