Zysten

Zysten sind unterschiedliche große Hohlblasen, die nahe überall im Körper vorkommen und sich an fast allen Geweben und Organen bilden. Je nach Größe und Lage verursachen Zysten unterschiedliche Symptome: von leichtem Druck bis zu neurologischen Ausfällen. Lesen Sie mehr über die Symptome, Ursachen, Therapie und Vorbeugung von Zysten.

Definition

Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Gewebe, die von Haut ummantelt (abgekapselt) sind. Eine Zyste kann auch aus mehreren, getrennten Hohlräumen bestehen. Zysten können sich an fast allen Geweben und Organen bilden. Sie enthalten Gewebswasser, Blut, Eiter oder Talg. In der Regel sind Zysten gutartig. Nur sehr selten bilden sich an den Zysten bösartige Gewebeauswüchse (Karzinome).

Ob eine Zyste behandelt wird, hängt von der Lage und der Größe ab; insbesondere aber von den Beschwerden, die sie verursacht. Kleine Zysten werden oft gar nicht bemerkt, große, prall gefüllte Zysten hingegen schon. Manche Zysten bilden sich spontan zurück, andere Zysten, wie z. B. Eierstockzysten, können hormonell behandelt werden. Teilweise werden Zysten auch punktiert und entleert oder operativ entfernt.

Zysten können sich praktisch überall im Körper bilden. So bilden sich Zysten in der Haut, die mit Talg gefüllt sind, wie das Atherom, auch Grützbeutel genannt. Weitere typische Orte für Zysten sind:

  • in der Vorsteherdrüse (Prostata) und in den Nieren (einzelne als Nierenzyste, mehrere bei der Zystenniere)
  • in der Brust (insbesondere wenn ein Milchgang durch Brustdrüsengewebe verengt wird)
  • an den Eierstöcken (Eierstockzysten entwickeln sich bis zum Eisprung und verschwinden anschließend spontan wieder)
  • in der Leber (bei parasitären Erkrankungen, vor allem bei Echinokokkose)
  • in den Gallengängen (häufig angeboren)
  • im Gehirn (zum Beispiel als Plexuszyste, die sich beim ungeborenen Kind im Mutterleib bildet)
  • in der Lunge (vor allem bei Mukoviszidose).

Spezielle Zysten kommen vor:

  • im Kieferknochen (als Kieferzysten)
  • in Zähnen und im Gesicht (beim Gorlin-Goltz-Syndrom)
  • im Gefäßsystem (als sogenannte Hämatozele)
  • im Nasen-Rachen-Raum (z.B. als Tornwaldt-Zyste)
  • in der Gebärmutter (oft als Schokoladenzyste)
  • im Kniegelenk (vor allem als Baker-Zyste)
  • am Kreuzbein in der Wirbelsäule (z. B. als Tarlov-Zyste)

Symptome

Je nach Lage und Größe verursachen Zysten sehr unterschiedliche Symptome:

  • Druckschmerz bei innen liegenden Zysten
  • nach außen gerichtete Knoten oder Knubbel bei Hautzysten
  • Bauchschmerzen aufgrund innerer Blutungen bei Leberzysten
  • Sprach-, Geh- und Sehstörungen bei Zysten im Gehirn
  • übler Geruch bei Nasen-Rachen-Raum-Zysten
  • Spannungsschmerz in Gelenken bei Gelenkzysten
  • Blut im Urin bei Nierenzysten
  • Zwischenblutungen, Dauerblutungen und Unterleibschmerzen bei Schokoladen- oder Eierstockzysten
  • Funktionseinschränkung von Organen und Gelenken, je nach Lage der Zysten.

Ursachen

Zysten sind in der Regel eine Art Überlaufsack für zu viel produziertes Sekret. Häufig handelt es sich eine Störung bzw. Entzündung am betreffenden Organ, Gelenk oder Gewebe. Es gibt aber auch andere Ursachen.

  • Die meisten Eierstockzysten (Ovarialzysten) sowie Zysten am Hoden sind hormonbedingt.
  • Die Mehrheit der Frauen mit einem polyzystischen Ovarialsyndrom hat Übergewicht.
  • Bei Hautzysten (Atherome) wird eine Störung der Hautentwicklung schon beim Embryo vermutet.
  • Bei der mit Blut gefüllten Schokoladenzyste handelt es sich um abgesprengte Gebärmutterschleimhaut durch Endometriose.
  • Bei Leber- und Nierenzysten handelt es häufig eine genetische Erkrankung.
  • Ursache für Zysten in der Leber kann der Fuchsbandwurm sein.
  • Auch chronische Erkrankungen können Zysten begünstigen, z. B. in der Lunge wie bei Mukoviszidose oder von den Zähnen ausgehend am Kiefer beim Gorlin-Goltz-Syndrom.

Untersuchung

Die meisten oberflächlichen Zysten, zum Beispiel unter der Haut und an den Brüsten, kann der Arzt ertasten. Zysten im Bauchraum werden mittels Ultraschalluntersuchung (Sonographie) erkannt. Zysten an Zahnwurzeln und Kiefer können auf dem Röntgenbild gut dargestellt werden. Im Gehirn ermittelt man Zysten über eine Computertomografie (CT).

Behandlung

Ob eine Zyste behandelt werden muss, entscheidet der Arzt anhand der Beschwerden sowie der Größe und Lage der Zysten. Besteht die Gefahr einer bösartigen Entartung, ist eine Behandlung zwingend erforderlich. Die Therapie bei Zysten ist jedoch immer individuell. Es gibt folgende Möglichkeiten:

  • medikamentöse Therapie mit entzündungshemmenden Wirkstoffen, kortisonhaltigen Präparaten, Hyaluronsäure oder Hormonen
  • Punktion der Zyste
  • operative Entfernung der Zyste
  • Bei Zysten an der Wurzelspitze wurzelbehandelter Zähne muss vom Zahnarzt oder Zahnchirurgen häufig der betroffene Zahn gezogen werden.
  • Manche Zysten werden auch belassen und regelmäßig kontrolliert.

Vorbeugung

Da häufig nicht vorhersehbar ist, ob und wo eine Zyste entsteht, kann man Zysten nur schwer vorbeugen. Regelmäßige Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen können helfen, Zysten frühzeitig zu entdecken. Nehmen Sie deshalb konsequent gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen und Gesundheitschecks wahr und lassen Sie Ihre Zähne beim Zahnarzt regelmäßig untersuchen. Zudem hilft eine gesunde, körperlich aktive Lebensweise dabei, Übergewicht und somit auch der Bildung von Zysten vorzubeugen.

Autor: Charly Kahle, Mitarbeit: Dr. rer. nat. Immo Fiebrig (Apotheker)

Stand: 01.03.2013

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