Leinsamen (Linum usitatissimum)

Leinsamen ist ein gut verträgliches Abführmittel. Informationen über die Nutzung als Heilpflanze – und Tipps zu Verstopfung und Abführmitteln.

Leinsamen Blüte (Linum usitatissimum)

Leinsamen gilt als eines der besten und nebenwirkungsärmsten natürlichen Abführmittel. Die Wirkung beruht vor allem auf den Leinsamen-Schleimstoffen, die im Darm aufquellen.

Abführmittel nur kurzfristig einsetzen

Wie alle Abführmittel sollte Leinsamen nur kurzfristig eingesetzt werden. Der wiederholte und/oder langfristige Gebrauch von Abführmitteln endet häufig in einer chronischen Verstopfung. Das gilt nicht nur für verschreibungs- oder apothekenpflichtige Abführmittel, sondern auch für frei verkäufliche Heilpflanzen zu diesem Zweck.

Heilpflanze Leinsamen (Linum usitatissimum) in Kürze

  • abführend durch Aufquellen im Darm
  • Wirkung setzt erst nach 2 – 3 Tagen ein
  • geschrotete Samen wirken besser als ganze Leinsamen
  • nicht bei Darmverschluss oder Erkrankungen des Darms anwenden
  • für Schwangere nicht geeignet (Hinweise auf Auslösen von Frühgeburten)
  • Anwendungsgebiete: Verstopfung, Magenschleimhautentzündungen

Entstehung chronischer Verstopfung

In den meisten Fällen haben gelegentliche Verstopfungen keine Erkrankung als Ursache – und vergehen innerhalb von wenigen Tagen von selbst. Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang sind bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern. Gerade Frauen empfinden Symptome wie Spannungsgefühle im Bauch oder Gewichtszunahme als besonders störend. Und greifen bei Stuhlunregelmäßigkeiten mitunter zu früh zu Abführmitteln. Bei wiederholtem Gebrauch tragen Abführmittel jeder Art dazu bei, dass sich die natürliche Darmaktivität weiter verringert. Mit der Folge neuer Verstopfung – die dann mit mehr oder stärkeren Abführmitteln behandelt werden. So entsteht der Kreislauf, der in chronische Verstopfung mündet.

Wirkstoffe und Wirkweise von Leinsamen

In den Schalen der Leinsamen stecken viele sogenannte Schleimstoffe. Dabei handelt es vor allem um langkettige Zuckerverbindungen, sogenannte Polysaccharide. Außerdem enthalten die Samen zu knapp einem Viertel Ballaststoffe, ferner ein weiteres Viertel Eiweiße und fette Öle. Im Ölanteil sind sogenannte Omega-3-Fettsäuren und Lignane (pflanzliche Hormone) enthalten.

Vor allem die Schleimstoffe sind für die abführende Wirkung wichtig. Die Schleimstoffe binden Wasser im Darm. Dabei können sie bis zu dem 8fachen ihres Volumens an Wasser aufnehmen. Dadurch quillt der Stuhl auf. Die vergrößerte Masse reizt entsprechende Rezeptoren in der Darminnenwand, die für eine bessere Darmbewegung sorgen. Die Öle im Leinsamen tragen dazu bei, dass der Darminhalt besser durch den Darm bewegt werden kann. Damit wirkt das pflanzliche Abführmittel Leinsamen ähnlich wie Flohsamenschalen.

Effekte auf Krebserkrankungen nicht belegt

Neben der abführenden Wirkung werden weitere Effekte von Leinsamen in der Wissenschaft diskutiert. Es gibt bislang aber keine aussagekräftigen Ergebnisse, die eine häufig behauptete positive Wirkung von Leinsamen auf Prostatakrebs, Dickdarmkrebs oder Brustkrebs belegen.

Rollkuren gegen Magenschleimhautentzündungen

Rollkuren mit Leinsamen werden mitunter gegen Magenschleimhautentzündungen eingesetzt. Bei Patienten mit Neigung zu Magenschleimhautentzündungen können Rollkuren ein Mittel der Vorsorge sein. Bei einer Rollkur legt man sich nach der Einnahme von Leinsamenschrot hin und dreht sich nach jeweils 10 Minuten um 90 Grad – also vom Rücken auf die Seite, dann auf den Bauch und danach auf die andere Seite.

Leinsamen in der Regel sehr gut verträglich

Leinsamen gelten – bei dem für Abführmittel angezeigten seltenen Gebrauch – als sicheres und unkompliziertes Hausmittel gegen Verstopfung. Als Nebenwirkung treten allenfalls Blähungen auf.

Vorsicht in der Schwangerschaft

Unerwünschte Wirkungen von Leinsamen sind nicht zu erwarten. Für Schwangere allerdings gilt eine Einschränkung. Es gibt Hinweise, dass Leinsamen Frühgeburten begünstigen könnte. Bei Verstopfung während der Schwangerschaft sollten Frauen die Anwendung von Leinsamen und anderen Abführmitteln mit dem Arzt besprechen.

Anwendungsverbote

Bei einem Darmverschluss (auch in der Krankengeschichte) oder bei Verengungen und Entzündungen im Bereich der Speiseröhre und des Magen-Darm-Traktes sollten Sie Leinsamen nicht anwenden.

Leinsamen schwächt Aufnahme von Medikamenten ab

Wie alle Abführmittel kann Leinsamen die Passage von Medikamenten aus dem Darm in die Blutbahn behindern. Daher sollten Sie Medikamente und Leinsamen nicht gleichzeitig einnehmen, sondern zeitlich verzögert. Wenn möglich, nehmen Sie Medikamente mindestens 2 Stunden vor dem Leinsamen ein.

Leinsamen anwenden

Ganze Leinsamen durchlaufen den Magen-Darm-Trakt häufig unverdaut – und können ihre Wirkung daher kaum entfalten. Deutlich besser wirken Leinsamen, wenn sie geschrotet werden. Dann gelangen die Schleimstoffe deutlich besser aus den Samen. Außerdem vergrößert das Schroten die Oberfläche, an der Wasser gebunden werden kann.

Leinsamen braucht Geduld

Leinsamen braucht etwa 2 bis 3 Tage, um seine abführende Wirkung zu entfalten. In der Regel geht es schneller, wenn Sie viel trinken.

Viel trinken!

Wie bei den meisten pflanzlichen Abführmitteln ist es hilfreich, wenn Sie während der Einnahme von Leinsamen viel trinken. Ein Glas Wasser vor der Anwendung – und mindestens 2 danach. Im Grunde gilt: Je mehr Sie trinken, umso besser.

Auf keinen Fall sollten Sie nur wenig trinken. Dann besteht die Gefahr, dass die Schleimstoffe des Leinsamens den Darm verkleben – und die Verstopfung so verschlimmern.

Einnahme von Leinsamen

Leinsamen kann lose auf einem Löffel eingenommen werden. Wem das zu staubig ist, rührt Leinsamen einfach in Joghurt ein oder lässt ihn im Wasser vorquellen. Dafür 5 bis 10 g Leinsamen (etwa 1 Esslöffel) mit 50 ml kaltem Wasser eine halbe Stunde stehen lassen. Anschließend etwaige übrig gebliebene Flüssigkeit abgießen und den Leinsamenbrei löffeln.

Leinsamenbrei hat sich auch bei Bauchschmerzen sowie Hautinfektionen wie Nagelbettentzündungen und Akne bewährt. Dafür 30 bis 50 g Leinsamen zu einem Brei vermischen, diesen erwärmen und äußerlich als Umschlag anwenden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.07.2017

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