Diabetes: Brokkoli senkt Blutzuckerwerte

Sulforaphan, ein Abbauprodukt des in Brokkoli enthaltenen Senföls Glucoraphanin, konnte in einer Studie den Blutzuckerspiegel bei Diabetes Typ II deutlich senken. Bis zu einem neuen Medikament aber ist es noch ein langer Weg.

Diabetes von Typ 2 ist weltweit die Erkrankung mit den höchsten Wachstumsraten. Mehr als 300 Millionen sind bereits erkrankt. Etwa eine halbe Milliarde Männer, Frauen und Kinder lebt mit gefährlich erhöhten Blutzuckerwerten (Prädiabetes). Die medikamentöse Therapie von Diabetes ist nicht in allen Fällen möglich. Zudem gehen die bisher verwendeten Wirkstoffe wie Metformin mit einer Vielzahl von Nebenwirkungen einher.

Studie über Sulforaphan

Auf der Suche nach neuen nebenwirkungsarmen Therapieoptionen haben Forscher der Göteborg-Universität in Schweden mehr als 3.800 bekannte Wirkstoffe auf einen blutzuckerspiegelsenkenden Effekt gescannt. So stießen sie auf Sulforaphan, ein Abbauprodukt des in Brokkoli enthaltenen Senföls Glucoraphanin. Sulforaphan war bislang als Nahrungsergänzungsmittel bekannt und die Sicherheit der Anwendung gilt als erwiesen.

Daher untersuchten die Forscher den Wirkstoff nun in einer wissenschaftlich hochwertigen Studie (randomisiert, doppelblind, Placebo-kontrolliert). Dabei wurden 103 Männer und Frauen mit Diabetes in 2 Gruppen aufgeteilt. Innerhalb der Gruppen wurde zudem erfasst, ob die Teilnehmer fettleibig (adipös) waren oder nicht. Die eine Gruppe wurde mit Metformin und einem Placebo behandelt, die andere Gruppe erhielt zum Metformin ein Pulver mit Glucoraphanin. Das Glucoraphanin wird im Körper zu Sulforaphan gewandelt.

Brokkoli-Wirkstoff senkt Blutzuckerwerte deutlich

Nach 12 Wochen wurden die Blutzuckerwerte abschließend verglichen. Das Ergebnis: In der Metformin-Placebo-Gruppe hatten sich die Blutzuckerwerte nicht verändert. In der Gruppe, die Metformin und Glucoraphanin/ Sulforaphan erhalten hatte, waren die Werte hingegen deutlich gesunken. Am stärksten profitierten dabei die stark übergewichtigen Teilnehmer der Gruppe, deren Blutzuckerkonzentration zuvor schlecht eingestellt war.

Demnach könnte Sulforaphan also eingesetzt werden, um erhöhte Blutzuckerwerte zu senken. Denkbar sind laut Studienautoren auch Kombinationspräparate von herkömmlichen Antidiabetika mit Sulforaphan. So könne die Nebenwirkungsrate eventuell vermindert werden. Möglicherweise eignet sich der Brokkoli-Wirkstoff auch zur Vorbeugung von Diabetes. Darauf deuten Tierversuche an Ratten, von denen die schwedischen Forscher berichten.

Der Weg bis zu einer möglichen Zulassung von Sulforaphan als Antidiabetikum ist noch lang. Dafür braucht es weitere langfristige Studien zu Effektivität und Sicherheit. Bis dahin kann Sulforaphan weiter als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben werden.

Autor: Charly Kahle

Stand: 17.07.2017

  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige

Diabetes

Specials

Newsletter

Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie wöchentlich zu News und Infos rund um die Gesundheit.

www.avtomaticheskij-poliv.kiev.ua/

steroid.in.ua

steroid-pharm.com/