Hantavirus weiter auf dem Vormarsch

Das Hantavirus verursacht Hanta-Fieber. Die in Deutschland vorkommende Variante löst in der Regel eine grippeähnliche Erkrankung aus, die harmlos verläuft oder sogar unbemerkt. Hanta-Fieber kann aber auch schwere Komplikationen verursachen.

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In Deutschland könnte die Zahl der Hantavirus-Infektionen in diesem Jahr einen neuen Höchstwert erreichen. Bis Mitte Juni registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) schon 670 Fälle von Hanta-Fieber. Die Experten gehen davon aus, dass am Ende des Jahres der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2012 (2.825 Infektionen) übertroffen werden dürfte. Schwerpunkt der gegenwärtigen Infektionswelle ist Baden-Württemberg. Dort wurde mehr als zwei Drittel der Infektionen (460 Fälle) registriert. Zum Vergleich: Im extrem Hanta-armen Vorjahr zählte das RKI in ganz Deutschland 282 Fälle der meldepflichtigen Infektionserkrankung.

Was ist Hanta-Fieber

Hanta-Fieber gehört zu den hämorrhagischen Fiebererkrankungen. Hämorrhagisch heißen diese Infektionen, weil sie eine erhöhte Neigung zu Blutungen verursachen. Die gefährlichste Form des hämorrhagischen Fiebers ist Ebola. Hanta-Fieber verläuft in der Regel deutlich milder als Ebola und Co. Nur selten gibt es Todesfälle nach einer Hanta-Virus-Infektion.

In Deutschland verursachen Hanta-Viren in der Regel eine besonders milde Form des Hanta-Fiebers. Zuweilen aber werden die Nieren in Mitleidenschaft gezogen. Mediziner sprechen in diesem Fall von Nephropathia epidemica. Eine noch seltenere Komplikation ist das hämorrhagische Fieber mit Nierenbeteiligung (HFRS). Alle schweren Verläufe schädigen die Nieren – mitunter bis zur Dialysepflicht.

Ursachen der aktuellen Hanta-Welle

Hantaviren werden über die Ausscheidungen (Speichel, Urin, Kot) von Mäusen, Ratten, Maulwürfen und Fledermäusen übertragen. Der mit Abstand häufigste Infektionsherd in Deutschland sind Rötelmäuse. Rötelmäuse ernähren sich gerne von Bucheckern. Die gab es im vergangenen Jahr in großer Menge. Somit konnten sich die Rötelmäuse besonders stark vermehren.

Hantavirus-Infektionen vorbeugen

Insbesondere in der Nähe von Buchenhainen oder -wäldern sind Rötelmäuse besonders zahlreich – und kommen häufig in unmittelbare Nähe menschlicher Siedlungen. Im direkten Wohnbereich sollten die Nagetiere bekämpft werden. Bei der Entsorgung toter Mäuse und Ratten sollten Sie Handschuhe und Mundschutz tragen. Idealerweise besprühen Sie Kadaver und Exkremente vorher mit Desinfektionsmitteln.
Lebensmittel sollten so aufbewahrt werden, dass sie mit Ausscheidungen der Nager nicht in Berührung kommen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 03.07.2017

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